Nächster Gegner Villeurbanne

FCBB verpasst im Moskauer Krimi knapp die Überraschung

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Die Basketballer des FC Bayern haben die große Überraschung bei Titelkandidat ZSKA Moskau ganz knapp verpasst: Das Team von Cheftrainer Andrea Trinchieri verlor nach einer insgesamt überzeugenden Vorstellung vor 3.350 Zuschauern sehr unglücklich 74:77 (41:32). Die Bilanz lautet jetzt 5:7.

Nach einer starken ersten Hälfte lagen die Münchner um Topscorer Darrun Hilliard (28) in der dramatischen Schlussminute 73:70 in Führung, ehe die offensive Qualität von ZSKA in Person von Will Clyburn entschied.

Der Gast überraschte den Favoriten lange mit kluger Defense und führte nach 17 konzentrierten Minuten erstmals klarer 36:27. Beide Teams trafen von außen - vor allem Hilliard bei seinem Ex-Klub (18 Punkte bis zur Halbzeit).

Nach der Pause erhöhten die Bayern auf 45:32, doch Rubit und Hilliard erhielten das frühe dritte Foul (23.). Moskau dagegen durfte aggressiver spielen, erhielt Freiwürfe und lag wieder 53:51 vorn (29.). Aber der FCBB hielt dagegen und führte 29 Sekunden vor dem Ende 74:73 - ein letzter Dreier zum Sieg fiel jedoch nicht.

Positiv: Spielmacher Sisko stand nach fünf Wochen erstmals wieder im Kader, somit fehlen noch Radosevic und Zipser.

Am Wochenende haben die Münchner mal spielfrei, danach beginnen die Vorbereitungen auf das EuroLeague-Heimspiel im Audi Dome gegen Frankreichs Meister Villeurbanne (Donnerstag, 19.30 Uhr). Schon am darauffolgenden Samstag (2.12., beim MBC) und Montag (8.12., 19 Uhr, gegen Heidelberg) geht es in der BBL weiter.

ZSKA Moskau - FC Bayern Basketball 77:74 (32:41)

  • Topscorer ZSKA Moskau:

    Will Clyburn (17 Punkte)


  • FCBB:

    Darrun Hilliard (28 Punkte/6 Dreier/5 Rebounds), Deshaun Thomas (17/4 Dreier), Augustine Rubit (9/5 Rebounds), Vladimir Lucic (6/5 Rebounds), Othello Hunter (5/6 Rebounds), Ognjen Jaramaz (4), Corey Walden (3), Nick Weiler-Babb (2/5 Rebounds/5 Assists), Nihad Djedovic, Andreas Obst, Gavin Schilling und Zan Mark Sisko.


  • Schiedsrichter

    Sasa Pukl, Carlos Peruga, Saulius Racys


  • Zuschauer

    3.352

Die Punkteverteilung nach Vierteln (Sicht des FCBB): 24:18, 17:14, 16:24, 17:21.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 36% (FCBB) // 44% (ZSKA); Dreier-Quote: 42% // 44%; Freiwurf-Quote: 81% // 85%; Rebounds: 34 // 35; Assists: 12 // 13; Ballverluste: 12 // 11.

Das Spiel:

Trinchieri vertraute gegen den mit Qualität gespickten Final Four-Abonnenten ZSKA anfangs auf Darrun Hilliard, Nick Weiler-Babb, Vladimir Lucic, Deshaun Thomas und Augustine Rubit. Die Bayern benötigten zwei Minuten Anlauf, ehe sie mit einem 7:0-Run aus einer soliden Verteidigung heraus die Führung ergatterten (7:3/4. Spielminute). Hilliard überzeugte an seiner ehemaligen Wirkungsstätte mit seinem zweiten Dreier zum 15:11 (7.). Ihrer Treffsicherheit hatten die Bayern das gute Abschneiden im ersten Viertel zu verdanken, mit ein paar zusätzlichen Rebounds wäre noch mehr drin gewesen. Thomas versenkte mit der Sirene zum Ende des Auftaktviertels den Dreier zum 24:18.

Der Körpergröße der Russen hatten die Münchner in der Verteidigung zu wenig entgegenzusetzen, wodurch sich die Gastgeber immer wieder zweite Chancen erarbeiten und zu Korberfolgen verwerten konnten. Über drei Minuten blieben die Bayern ohne Treffer, für den nächsten Hilliard-Dreier war es allerhöchste Zeit (27:23/14.). Hilliard entpuppte sich als der Spieler mit dem heißesten Händchen: Bereits im zweiten Viertel den vierten Dreier reinzuhauen, ist schon außergewöhnlich stark (34:27/16.). Alexey Shved, vor der Saison aus der Khimki-Konkursmasse zu ZSKA gekommen, hielt sein Team im Spiel (37:31/19.). Rubit antwortete mit vier zackigen Punkten und sicherte dem FCBB eine überraschend deutliche 41:32-Führung zur Halbzeit.

Lucic wird gebraucht und liefert

Ein Thomas-Dreier nach 20 Sekunden bedeutete die erste zweistellige Führung der Bayern, das coronabedingt dezimierte Publikum staunte (44:32/21.). Moskau war am Straucheln, aber die Münchner handelten sich jetzt zu viele Fouls ein - Hilliard musste nach seinem dritten raus.

Das Momentum kippte, ZSKA zwang Trinchieri mit einem 8:0-Lauf zur Auszeit (45:40/24.). Zwei Freiwürfe von Leader Lucic entlasteten, der ehemalige Armeesportclub spielte jetzt aber mit wesentlich mehr Energie und wurde vom Ex-Bamberger Daniel Hackett herangeführt (47:44/25.). Auch Johannes Voigtmann drehte auf, der Führungswechsel lag in der Luft (49:48/27.). Die harte Verteidigung der Russen zeigte Wirkung und führte zu Ballverlusten der Bayern, die Führung war dahin (51:53/28.). Lucic wurde gebraucht, und Lucic lieferte - unermüdlich rackerte er sich zum Korb und sicherte den Münchnern mit vier blitzsauberen Freiwürfen die hauchdünne 57:56-Führung nach Viertel drei.

Clyburn mit 17 Punkten in Halbzeit zwei kaum zu stoppen

Getroffene Dreier sind ein probates Mittel, um in die Spur zurückzufinden - Hilliard und Thomas waren zur Stelle (63:58/33.). Shengelia und Shved scorten, aber der unglaubliche Hilliard antwortete mit dem Dreier zum 67:63 (35.). Wie zwei taumelnde Boxer rangen die Kontrahenten um die Führung, der FCBB vergab zu viele Chancen unmittelbar unter dem Korb, 67:67 kurz vor der Crunchtime. Thomas nutzte ein riskantes Anspiel zur 69:67-Führung, Auszeit ZSKA. Nach einem Ballgewinn vergab Hilliard den Korbleger, im Gegenzug Clyburn per Dreier (69:70/noch 103 Sekunden). Thomas versenkt nach einem Foul beide Freiwürfe (71:70/noch 89 Sekunden). Jetzt verliert Moskau den Ball, Hunter ist zum Tipp-In zur Stelle (73:70/noch 65 Sekunden). Der Ex-Ulmer Clyburn haut seelenruhig den Dreier rein (73:73/noch 53 Sekunden). Hilliard vergibt einen Freiwurf, Clyburn sucht den schnellen Abschluss zum 74:75 (noch 28 Sekunden). Die Bayern bewegen den Ball geschickt, bis Vladimir Lucic zu dem Dreier ansetzt, den er schon so oft zum Sieg versenken konnte. Dieses Mal nicht.

ZUM SPIELPLAN

(c) Serbin & Stickel

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