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Zwei Derby-Pleiten

Schwarzes Wochenende für das junior team

Es kommt schon einmal vor, dass Werner Kern am Montagnachmittag bei der wöchentlichen Trainersitzung des junior teams auf ein unerfreuliches Wochenende zurückblicken muss. Es soll auch schon mal ein dunkles Wochenende gegeben haben, obwohl man sich daran angesichts der zahlreichen Erfolge der Jugendarbeit des FC Bayern kaum noch erinnern kann.

Doch das zurückliegende Wochenende wird man wohl so schnell nicht vergessen, denn das war weder unerfreulich noch dunkel, sondern schlicht und ergreifend: rabenschwarz! „Ich bin schon seit fast sieben Jahren dabei, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte Abteilungsleiter Werner Kern gegenüber fcbayern.de.

Weder die Amateure, noch die U 19 oder die U 17 des deutschen Rekordmeisters konnten auch nur ein Pünktchen aus ihren Spielen verbuchen. Zu allem Überfluss gab es jeweils für die U 19 (1:3) und die U 17 (1:2) eine Pleite ausgerechnet gegen den Stadtrivalen TSV 1860. „Natürlich ist da eine Rivalität da und deshalb ärgert es einen besonders“, sagte Kern, „wir wissen, dass wir mehr Mittel zur Verfügung haben und verlieren trotzdem.“

Ordentlich Gesprächsstoff gab es folglich für ihn gemeinsam mit den Trainern Hermann Gerland, Kurt Niedermayer und Stefan Beckenbauer. „Wir haben die Probleme offen angesprochen und sind sehr selbstkritisch gewesen“, sagte Kern über die erste Bestandsaufnahme der jungen Saison. „Aber ich weigere mich, jetzt schon eine Bewertung abzugeben. Wir müssen auch Geduld haben.“

So war bei der U 19 bereits im Vorfeld klar, dass sie wohl nicht an die Leistungen der vergangenen Saison, als man sich den deutschen Meistertitel sicherte, anknüpfen kann. „Über eine Titelverteidigung brauchen wir heuer gar nicht reden“, sagte U 19-Coach Kurt Niedermayer bereits vor Saisonbeginn. Während in der zurückliegenden Spielzeit 2/3 des Kaders zusammengeblieben war und Niedermayer eine eingeschworene Gemeinschaft zur Verfügung stand, musste er jetzt eine fast komplett neue Mannschaft zusammenstellen. Niedermayer: „Die Jungs müssen sich erst mal durchboxen.“

Nun, das ging zuletzt gegen die U 19 des TSV 1860 gründlich daneben. „Wir hatten zu viele individuelle Ausfälle. Wenn nur zwei oder drei Spieler ihre Normalform erreichen, dann kannst man auch in der Junioren-Bundesliga nicht gewinnen“, sagte Kern zur 1:3-Niederlage gegen die Löwen. Besonders enttäuscht war Kern über die Tatsache, dass der Gegner spielerisch besser war. „Das war deprimierend.“ Nach sieben Spieltagen rangiert das Niedermayer-Team mit sieben Zählern auf Platz zehn der Bundesliga Süd/Südwest.

Immerhin elf Punkte hat die U 17 nach sieben Spielen in der Regionalliga Süd auf ihrem Konto. Doch die 1:2-Niederlage gegen den TSV 1860 verhinderte den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft berechtigt. „Da wollen wir dabei sein“, nannte Stefan Beckenbauer zur Rundenbeginn das Saisonziel. Sollte der SC Freiburg sein Nachholspiel gewinnen, muss die U 17 bereits sechs Punkte auf die Breisgauer gutmachen. „Manche lassen sich zu sehr hängen“, bemängelte Kern insbesondere den fehlenden Siegeswillen bei der U 17 im Spiel gegen die Löwen.

Der ging auch den Amateuren in ab. ‚Kämpfen bis der Arzt kommt’, lautete die Parole in der Regensburger Stadionzeitung. Das schien die Mannschaft von Mario Basler allzu wörtlich zu nehmen. Michael Stegmayer zog sich bei einem Foulspiel einen doppelten Nasenbeinbruch zu und Markus Steinhöfer hätte es bei einer Sense eines Gegenspielers noch viel schlimmer treffen können. Doch der 18-Jährige hatte riesiges Glück und blieb unverletzt. „Die haben uns den Schneid abgekauft“, blickte Kern auf die 0:2-Pleite in Regensburg zurück, „obwohl wir nominell eine gute Mannschaft zusammen hatten.“

Doch was nutzen klangvolle Namen, wenn viele nicht ihre Leistung abrufen können. „Wir leiden oft darunter, in welch schlechter Verfassung unsere Nationalspieler von ihren Länderspielreisen zurückkehren“, so Kern. So waren z.B. Paolo Guerrero (Peru) und Borut Semler (Slowenien) von ihrer wahren Leistungsstärke weit entfernt. Allerdings kehrten sie erst kurz vor dem Spieltag am Freitag aus ihren Heimatländern an die Säbener Straße zurück. Mit 14 Punkten auf der Habenseite rangiert der amtierende Regionalliga Süd-Meister zurzeit auf dem zehnten Tabellenplatz.

Gründe gibt es also durchaus für das sieglose Wochenende der drei Aushängeschilder des junior teams. Dennoch will es Kern nicht einfach so darauf beruhen lassen. „Wir haben das Wochenende ganz genau analysiert. Wir werden in vielen Bereichen noch kritischer sein und noch exakter hinschauen. Auch wir müssen uns immer wieder selbst überprüfen. Aber wir wissen auch, dass wir viel besser spielen können“, ist sich der junior team Chef sicher, dass auf das rabenschwarze Wochenende auch bald wieder rosige Zeiten folgen werden.

Für fcbayern.de berichtet: Thomas Tamberg

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