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Bayern selbstkritisch

'Das Potenzial ist viel größer'

Für Uli Hoeneß war es Fußball „vom Allerfeinsten“, Felix Magath von einem „Klassespiel“ und Karl-Heinz Rummenigge sprach von „Traumfußball“ und der „besten Halbzeit, die ich in den letzten Jahren in der Bundesliga gesehen habe.“ Unisono schwärmten die Verantwortlichen des FC Bayern nach dem 3:1 (3:1)-Sieg gegen den unmittelbaren Verfolger Werder Bremen von einem Spitzenspiel, das seinen Erwartungen mehr als gerecht wurde.

Doch nach dem ersten Überschwang der Gefühle war es einmal mehr Manager Hoeneß, der auf die Euphoriebremse trat. „Das Ergebnis ist gut, die erste Halbzeit war gut, aber es gibt noch viele Dinge zu verbessern“, monierte Hoeneß vor allem die Leistung des Rekordmeisters im zweiten Durchgang.

Für die Zuschauer ein Fußballfest

Was beide Mannschaften hingegen in der ersten Halbzeit ablieferten bezeichnete Hoeneß gar als „das Beste, was es bisher in diesem Stadion gegeben hat.“ Drei Tage nach ihren Kräfte raubenden internationalen Aufgaben in der Champions League boten beide Teams den 66.000 Zuschauern von Anpfiff weg ein packendes und mitreißendes Spiel voller Tempo, Tore und Leidenschaft.

„In der ersten Halbzeit war es ein absolutes Spitzenspiel, in dem beide Mannschaften stark nach vorne orientiert waren“, analysierte Magath die ersten 45 Minuten, in denen Miroslav Klose schon nach 38 Sekunden für den ersten Bundesliga-Gegentreffer in der Allianz Arena und die schnelle Bremer Führung sorgte. „Das war von beiden Mannschaften allererste Klasse und für die Zuschauer ein Fußballfest“, meinte auch Rummenigge.

Schneller Ausgleich

Das lag vor allem daran, dass der beim Gegentreffer noch überrumpelte Bastian Schweinsteiger (Valerien Ismael: „Wir haben ihn alleine gelassen, da hatte er keine Chance“) sich nur zwei Minuten später mit dem Ausgleich revanchierte. Der bärenstarke Claudio Pizarro (34.) und Roy Makaay (44.) mit seinem ersten Treffer nach 70 Tagen schossen noch vor der Pause den Endstand heraus.

„Für uns war es wichtig, dass wir schnell den Ausgleich geschafft haben und dann offensiv weiterspielen konnten“, freute sich Magath über die Reaktion seiner Elf nach dem frühen Gegentreffer. Und der ehemalige Bremer Ismael fügte hinzu: „Nach dem 0:1 haben wir Charakter gezeigt.“

Kräfte neu bündeln

Dass Hoeneß nach der Partie warnend den Zeigefinger hob lag vor allem an den zweiten 45 Minuten, in denen die Bremer zwar mehr vom Spiel hatten, ihre Überlegenheit aber nicht in Tore ummünzen konnten. „Wir sind noch weit von dem entfernt, was wir uns vorstellen. Das Potenzial dieser Mannschaft ist viel größer, als wir zurzeit spielen. Deswegen können wir noch nicht zufrieden sein“, so Hoeneß.

Obwohl der FCB seine Tabellenführung gegenüber Bremen auf nunmehr fünf Punkte ausgebaut hat, warnte Hoeneß davor, sich auf diesem „kleinen Polster“ (Magath) auszuruhen. „Wir sollten den Tabellenplatz genießen, aber nicht länger als bis Montag. Wir dürfen uns nicht zurücklehnen. Wir müssen die Länderspielpause jetzt nutzen, um Kräfte neu zu bündeln und dann richtig Gas zu geben.“

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