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Werner Kern:

'Wir beten, dass es endlich taut'

Inzwischen ist es fast auf den Tag genau vier Monate her, dass die zweite Mannschaft des FC Bayern ein Pflichtspiel ausgetragen hat. Am 15. November war das. Danach bestritt das Team von Trainer Hermann Gerland ein internationales Turnier in Indien, bevor es in die Winterpause ging. Am 12. Februar wäre das erste Regionalligaspiel im neuen Jahr angestanden. Aber diese Partie fiel den winterlichen Witterungsverhältnissen ebenso zum Opfer wie die nächsten fünf.

fcbayern.de hat mit Werner Kern über den inzwischen um fast sechs Wochen verzögerten Rückrundenstart gesprochen. Dabei befürchtet der Leiter des junior teams, dass schon am kommenden Mittwoch (Nachholspiel gegen die TSG Hoffenheim) die nächste Spielabsage droht.

Das Interview mit Werner Kern:

fcbayern.de: Herr Kern, Sie waren am Mittwoch im Grünwalder Stadion. Wie sieht es dort aus?
Werner Kern: „Schrecklich. Als ich das Stadion gesehen habe, habe ich die Hände über den Kopf zusammengeschlagen, ich konnte es nicht fassen. Das ist unvorstellbar. Ich war richtig schockiert. Auf dem Platz liegen Unmengen von Schnee. Darunter ist eine Eisschicht, die vor der Haupttribüne, wo die Sonne nie hinkommt, zehn Zentimeter dick ist. Wahnsinn! Der Rasen darunter ist richtig braun und wässrig. Da der Boden 30 Zentimeter tief gefroren ist, kann das Wasser nicht abfließen.“

fcbayern.de: Trotzdem soll am Mittwoch dort gespielt werden. Ist das realistisch?
Kern: „Die Hoffnung stirbt zuletzt. Im Grünwalder Stadion tun die Helfer alles, was sie tun können. Jetzt räumen sie den Schnee weg. Das ist eine enorme Arbeit. Sie wissen schon gar nicht mehr, wohin sie den Schnee tun sollen. Überall türmen sich die Schneemassen. Aber um spielen zu können, brauchen wir unbedingt Tauwetter. Wenn es wirklich taut, versuchen sie, die Eisschicht aufzuhacken. Ehrlich gesagt, gehe ich davon aus, dass wir erst nächsten Samstag in Elversberg das erste Meisterschaftsspiel haben werden.“

fcbayern.de: Gibt es keine Ausweichmöglichkeit?
Kern: „Nein. Wir brauchen ein Stadion, das für die Regionalliga zugelassen ist. Da gibt es besondere Anforderungen und Sicherheitsrichtlinien, denen wir unterworfen sind. Daher gibt es keine Chance, auszuweichen.“

fcbayern.de: Welche Auswirkung haben die zahlreichen Nachholspiele auf den Terminplan?
Kern: „Wir haben jetzt bis Anfang Mai immer Englische Wochen. Es gibt keine andere Möglichkeit. Auf der anderen Seite: Bevor wir bei katastrophalen Verhältnissen spielen, spielen wir lieber im Englischen-Wochen-Rhythmus. Das ist die gemeinsame Auffassung von Hermann Gerland und mir.“

fcbayern.de: Und wenn weitere Spiele ausfallen?
Kern: „Dann wird es immer dramatischer. Für Nachholspiele gibt es nur noch in den letzten beiden Saisonwochen Möglichkeiten.“

fcbayern.de: Wie reagiert die Mannschaft auf die ständige Verschiebung des Rückrundenstarts?
Kern: „Jeder möchte natürlich spielen. Aber die Spieler wissen, dass es keine Chance gibt. Die Mannschaft trainiert sehr fleißig und konzentriert, alle sind fit. Hermann Gerland ist optimistisch für die Rückrunde. Jetzt warten wir, dass es losgeht. Aber darauf haben wir keinen Einfluss. Wir beten alle, dass es endlich taut.“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl

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