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In schwierigen Zeiten

Hoeneß verspürt 'richtige Aufbruchstimmung'

Es gab schon bessere Momente, um zum Thema „FC Bayern - eine Erfolgsgeschichte“ einen Vortrag zu halten. Platz vier belegt der Rekordmeister zurzeit in der Bundesliga-Tabelle, die Meisterschaft scheint bei elf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter FC Schalke 04 außer Rechweite, und auch die Teilnahme an der Champions League in der nächsten Saison ist in Gefahr.

Uli Hoeneß tat dies aber trotzdem. Der Bayern-Manager sprach am Montagabend in der Palaishalle des Bayerischen Hofs vor 600 Gästen aus Politik und Wirtschaft und zeigte sich dabei kämpferisch und optimistisch wie zu besten (FCB-)Zeiten. „Ich spüre so eine Wut in mir. Wir bei Bayern werden in den nächsten 12 Monaten richtig Gas geben, ich spüre in mir eine Aufbruchstimmung - das wird sehr interessant“, sagte Hoeneß.

Hoeneß plant tiefen Schnitt

Der 55-Jährige bezeichnete den aktuellen Tabellenplatz als „gewöhnungsbedürftig. Jetzt haben wir schwierige Zeiten.“ Genau darin sieht Hoeneß aber eine gute Ausgangslage für eine erfolgreiche Zukunftsplanung. „Diese Situation gibt uns die Chance zur Erneuerung, wir müssen den Schnitt wohl tiefer machen, als wir uns das vorgestellt hatten.“

Einblick in die aktuellen Personalplanungen des FC Bayern wollte Hoeneß aber nicht gewähren, „so lange nichts juristisch wasserfest ist.“ Auch in der Trainerfrage hielt sich der Manager bedeckt. „Es wäre das falsche Signal an die Mannschaft, jetzt schon zu sagen, wer ab dem 1. Juli Trainer sein wird.“ Lediglich zur Personalie Franck Ribéry gab er Auskunft. Die Chancen auf eine Verpflichtung des französischen Nationalspielers seien „gleich Null“.

CL-Aus bringt FCB nicht um

Im aktuellen Kader habe er eine „gewisse Selbstzufriedenheit“ und einen „Schlendrian“ festgestellt. „Wir sind verdient da unten. Wir haben uns das selbst eingebrockt und müssen das selbst auslöffeln.“ Die Entlassung von Felix Magath sei notwendig geworden, „vielleicht haben wir das zu spät erkannt. Deswegen hatte ich viele schlaflose Nächte.“

Dass der FC Bayern möglicherweise die Qualifikation für die Champions League verpasst, bringt Hoeneß indes nicht um den Schlaf. „Das täte uns weh, aber bringt uns nicht um. Es wäre für die Reputation problematisch, würde den FC Bayern aber wirtschaftlich nicht sehr beeinträchtigen.“ Auf 15 Millionen Euro bezifferte Hoeneß den Einnahmeverlust für den FC Bayern, falls für das kommende Jahr kein Platz in der „Königsklasse“ erobert wird. Doch noch ist die Saison ja nicht zu Ende. Uli Hoeneß jedenfalls hat seine Angriffslust wiedergefunden.

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