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junior-team-Chef Kern

'Thomas Linke soll unser Kapitän werden'

Die letzten Wochen waren für Spieler, Trainer und auch Verantwortliche der Bayern-Amateure ziemlich nervenaufreibend. Von Spieltag zu Spieltag wurde die Mannschaft von Hermann Gerland immer tiefer in den Abstiegsstrudel mit reingezogen. Erst am letzten Spieltag gelang durch ein 2:0-Erfolg gegen den SV Darmstadt 98 die endgültige Rettung.

Im Gespräch mit fcbayern.de betrieb junuior-team-Chef Werner Kern eine Analyse der letzten Saison und blickte auch schon voraus auf die nächste Spielzeit. In der geht es für zweite Mannschaft des Rekordmeisters darum, sich für die neue dritte Liga zu qualifizieren. Dabei soll auch ein alter Bekannter mithelfen.

Das Interview mit Werner Kern

fcbayern.de: Herr Kern, die zweite Mannschaft des FC Bayern hat erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt in der Regionalliga gesichert. Warum mussten so lange gezittert werden?
Werner Kern: „Wir haben in den letzten Tagen ausführlich Ursachenforschung betrieben. Ein Grund für unsere Probleme liegt sicherlich darin, dass wir in der Winterpause Stefan Maierhofer abgegeben haben, da waren wir wohl alle etwas blauäugig. Wir hatten gedacht, mit 31 Punkten kann uns nichts mehr passieren. Zudem hatten Sandro Wagner und Daniel Sikorski im letzten Spiel vor der Winterpause in Hoffenheim beide getroffen, Maierhofer hatte damals gefehlt. Danach waren wir überzeugt, dass die jungen Leute diese Lücke einigermaßen ausfüllen könnten. Das ist leider nicht geschehen, beide gingen in der Rückrunde leer aus. Wir haben dann einige Spiele unglücklich verloren, in denen wir viele Chancen ausgelassen haben, und sind dann immer mehr in den Strudel mit reingeraten. Die Mannschaft wurde nervös, es kam noch Pech hinzu. Ich glaube, mit Maierhofer wären wir locker im ersten Tabellendrittel gelandet.“

fcbayern.de: Wie nervös ist man denn bei den Verantwortlichen vor dem letzten Spieltag gewesen?
Kern: „Wir waren alle sehr angespannt, auch schon die Spiele davor. Wir hatten gehofft, schon früher die Klasse zu sichern, doch es verschob sich immer weiter nach hinten, es wurde immer dramatischer. Wir mussten gegen Darmstadt unbedingt einen Punkt holen, und dann stand es bis Mitte der zweiten Hälfte immer noch 0:0. Wir kannten zwar die anderen Ergebnisse, aber im Fußball kann sich alles auch ganz schnell drehen. Am Ende ist uns dann schon ein Stein vom Herzen gefallen. Wir sind ein großes Risiko eingegangen, den jungen Spielern eine Plattform zu geben, um sich für die nächste Saison zu etablieren, die mit der Qualifikation für die eingleisige dritte Liga eine sehr wichtige wird.“

fcbayern.de: Was hat das letzte halbe Jahr für Konsequenzen auf die Personalplanungen bei den Amateuren?
Kern: „Wir müssen ganz eindeutig einen durchschlagskräftigen Mittelstürmer holen, einer, der unter Beweis gestellt hat, dass er in der Regionalliga seine Tore macht, der vielleicht auch ein ähnlicher Typ wie der Maierhofer ist. Neben dem können sich dann die drei jungen Stürmer Mahop, Wagner und Sikorski platzieren. Wir brauchen einen, der den jungen Spielern Sicherheit geben kann.“

fcbayern.de: Trainer Hermann Gerland hat sich neben Christian Saba zwei weitere Routiniers gewünscht, um in der nächsten Saison konkurrenzfähig zu sein.
Kern: „Einer davon wird ein Stürmer sein, der zweite hoffentlich Thomas Linke, mit dem wir in engem Kontakt stehen. Wir hoffen, dass er in der neuen Saison der Kapitän unserer Mannschaft wird. Die Gespräche mit ihm werden jetzt anlaufen und wir werden versuchen, ihn für uns zu gewinnen.“

fcbayern.de: Um dann gemeinsam mit ihm die Qualifikation für die eingleisige dritte Liga zu schaffen?
Kern: „Ja, das ist unser Ziel. In den letzten Jahren waren wir regelmäßig unter den ersten zehn in der Tabelle, das müssen wir auch in der kommenden Saison schaffen, um uns zu qualifizieren. Außerdem müssen wir mindestens die zweitbeste zweite Mannschaft in der Regionalliga Süd werden, auch das ist uns in den letzten Jahren stets gelungen. Deswegen gehen wir natürlich davon aus, dass wir auch im nächsten Jahr mit dem Stamm der Mannschaft aus dieser Saison, zwei routinierten Verstärkungen und dem einen oder anderen Talent aus der eigenen Jugend beide Kriterien erfüllen können.“

fcbayern.de: Wäre es ein Rückschritt für die Ausbildung der jungen Spieler, wenn die zweite Mannschaft des FCB ab der übernächsten Saison nur noch viertklassig wäre?
Kern: „Wir haben uns ja intensiv dafür eingesetzt, dass auch die zweiten Mannschaften in der neuen dritten Liga spielen können. Wir sehen da einfach die Möglichkeit für die jungen Spieler, in den großen Stadien der Traditionsklubs durch ein Stahlbad zu gehen, dass sie dort viele Erfahrungen sammeln und ihre mentale Stärke trainieren. Von daher wäre es sehr wichtig für uns, drittklassig zu bleiben, um damit weiterhin Spieler wie Lahm, Schweinsteiger, Ottl oder all die anderen in der jüngeren Vergangenheit herauszubringen. Momentan sehe ich mit Mats Hummels und Toni Kroos zwei Spieler, die an der Schwelle stehen, den Sprung zu unseren Profis schaffen zu können.“

fcbayern.de: Und die nächsten Talente scheinen auch schon im Anmarsch zu sein. Sowohl die U19 als auch die U17 haben die Endrunde um die deutsche Meisterschaft erreicht. Was erhofft sich der Chef des junior teams von beiden Mannschaften?
Kern: „Mein großer Wunsch wäre natürlich, dass beide ins Endspiel kommen. Unsere A-Jugend hat souverän ihre Bundesliga-Gruppe gewonnen, da kann man schon hoffnungsfroh sein, dass sie sich im Halbfinale gegen Werder Bremen durchsetzen. Außerdem haben wir in den letzten sechs Jahren vier Mal mit den A-Junioren das Finale erreicht, da wird das fast schon zum Anspruch. Auch die B-Jugend hat in den letzten Wochen bewiesen, dass sie auf höchstem Niveau mithalten kann, indem sie sich überlegen in ihrer Liga durchgesetzt hat. Ein Handicap ist sicherlich, dass wir im Falle einer Endspielteilnahme mit beiden Mannschaften auswärts antreten müssten. Aber es wäre schon wunderbar, wenn wir beim FC Bayern in dieser Saison doch noch einen Meistertitel feiern könnten. Und ich denke, wir können ganz optimistisch sein.“

Das interview führte: Dirk Hauser

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