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Erleichterte FCB-Führung

'Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen'

Als Luca Toni am Dienstagmorgen aus der Kabine kam, stand er prompt im Fokus der Fotographen und Kameraleute. Jeden seiner Schritte auf dem Weg bis hin zum Ort des Fotoshootings wurde genaustens beobachtet. Ein paar Meter dahinter lief Manager Uli Hoeneß. Und der war sichtbar erleichtert, wie gut der Italiener zu Fuß unterwegs war.

Die tiefen Sorgefalten, die Hoeneß am Sonntagnachmittag beim Testspiel in Albstadt noch auf der Stirn hatte, waren verschwunden. Millionen-Neuzugang Toni war da nach einem unglücklichen Zusammenprall mit seinem Gegenspieler vom Platz gehumpelt. Minutenlang wurde er anschließend am Spielfeldrand an seinem rechten Knie behandelt, ehe er an der Seite von Hoeneß auf der Auswechselbank Platz nahm

Hoeneß war ziemlich besorgt

„Ich war ein bisschen nervös“, gestand Hoeneß am Dienstag ein. Dieser Zustand dürfte sich erst gelegt haben, als am Montagabend die genaue Diagnose von Tonis Verletzung kam: Faserriss in der Bizepssehne am Wadenbeinköpfchen. „Gott sei Dank ist es nicht so schlimm, wie wir zunächst befürchtet haben“, so Hoeneß. Zehn Tage muss der italienische Weltmeister nun mit dem Training aussetzen. „Es wäre natürlich fatal gewesen, wenn er länger ausgefallen wäre“, so der Bayern-Manager weiter.

Auch Trainer Ottmar Hitzfeld machte am Dienstag keinen Hehl aus seiner Erleichterung. „Das war natürlich ein kleiner Schock, als sich Luca Toni verletzte. Deswegen ist mir gestern ein Stein vom Herzen gefallen“, sagte der Chefcoach. Ein längerfristiger Ausfall des gesetzten Mittelstürmers hätte Hitzfelds Planungen ziemlich durcheinander gebracht, zumal mit Lukas Podolski und Jan Schlaudraff die Alternativen nach Operationen noch im Reha-Training sind.

Tonis Einsatz zum Saisonstart fraglich

„Trotzdem ist es für uns ein Rückschlag in der Vorbereitung“, betonte Hitzfeld. Toni konnte aufgrund einer Fußoperation im Mai die letzten drei, vier Monate nicht trainieren. Hitzfeld hatte dem 30-Jährigen während des Trainingslagers sowieso schon einen Fitnessrückstand gegenüber seinen Mitspielern attestiert. Am Dienstag sagte er: „Er wird Zeit brauchen, bis er wieder 90 Minuten Tempo gehen kann. Das wirft uns zurück.“

Toni wird in den nächsten Tagen „viel im Wasser machen“ und auch Krafttraining für den Oberkörper. Hitzfeld hofft, „dass Luca den Trainingsrückstand möglichst schnell wieder aufholen kann.“ Ob es allerdings reicht, dass Toni beim Saisonstart dabei ist, bezeichnete Hitzfeld selbst als „fraglich.“ Es deutet sich schon jetzt ein Wettlauf gegen die Zeit an.

Hitzfeld plant nicht mit Roque Santa Cruz

Weiterreichende Konsequenzen wird der kurzfristige Ausfall von Luca Toni aber nicht haben. Hitzfeld plant weiterhin, im 4-4-2-System zu spielen, also mit zwei Stürmern. Beim Testspiel in Gladbach am Mittwochabend wird Youngster Sandro Wagner an der Seite von Miroslav Klose auflaufen. „Er hat die bisherigen Vorbereitungsspiele gut gemacht“, so Hitzfeld.

Auch die Personalplanungen sind davon nicht betroffen. „Wir werden definitiv keinen neuen Stürmer verpflichten“, betonte Hitzfeld. Der wechselwillige Roque Santa Cruz spielt in den Überlegungen des Bayern-Coachs zumindest mittelfristig keine Rolle. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir vielleicht froh sein, dass wir noch einen Stürmer unter Vertrag haben. Wir haben aber nicht geplant, dass wir Roque das ganze Jahr über hier einsetzen werden.“

Für fcbayern.de berichtet: Dirk Hauser

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