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Ehrgeizig und torgefährlich

Tonis Traumstart ins Abenteuer Deutschland

Mal ehrlich: So genau wusste man nicht, wie stark Luca Toni wirklich ist, als er zur neuen Saison seinen Dienst beim FC Bayern antrat. Klar, 2006 war der Italiener Weltmeister geworden und hatte den „Goldenen Schuh“ als erfolgreichster Torschütze Europas gewonnen. Aber wie viel war von dieser Torgefährlichkeit 2007 noch übrig, gerade nach einer Mittelfuß-Operation im Mai?

Nach zwei Bundesliga-Spieltagen kann man sagen: Luca Toni ist gefährlich wie eh und je. Zwei Tore hat er bereits erzielt, zwei weitere vorbereitet - der 30-Jährige ist aktuell der Topscorer der Liga, und das obwohl er in der Vorbereitung mehrere Wochen wegen einer Knieverletzung hatte pausieren müssen. „Ich bin noch nicht komplett fit. Aber wenn man Tore schießt, hilft einem das mental“, sagte er am Freitag, einen Tag vor seinem dritten Bundesligaspiel.

Ohne Sturmpartner Klose

Gegen Hannover will der 30-Jährige seinen Traumstart natürlich am liebsten fortsetzen. Wichtiger sei aber, dass Bayern gewinnt, betonte er, „ob das mit meinen Toren passiert, ist zweitrangig.“ In der Allianz Arena wird Toni am Samstag wahrscheinlich als Einzelkämpfer im Sturm auflaufen. Sein kongenialer Partner Miroslav Klose (2 Tore, 1 Vorlage) fällt aus. „Leider ist Miro verletzt“, sagte Toni, „aber mit unserem Kader können wir sein Fehlen auffangen.“

Ob das gelingt, wird auch von seiner persönlichen Leistung abhängen. „Ich bin müde“, sagte er auf Deutsch einen Tag nach seiner Rückkehr von der italienischen Nationalmannschaft, „ein bisschen müde“, fügte er auf Italienisch hinzu. Mit dem nötigen Ehrgeiz könne man dies aber wettmachen, ebenso wie den Ausfall von Klose, meinte Toni.

Überrascht von den Fans

Dass er diesen Ehrgeiz hat, zeigte sein überzeugender Saisonstart. Sowohl sportlich als auch privat scheint er sich auf Anhieb in München wohl zu fühlen - auch mit Hilfe der begeisterten Fußball-Anhänger. „Die Fans haben mich überrascht“, sagte er angesichts des Applauses, den sowohl der FC Bayern als auch Werder Bremen am letzten Wochenende im Weserstadion nach dem 4:0 von den Rängen erhalten hatten. „Davon können wir uns in Italien eine Scheibe abschneiden.“

Dass man in seiner Heimat aufmerksam verfolgt, wie er beim FC Bayern zurechtkommt, das hat Toni nicht nur am Medieninteresse in Italien bemerkt. „Auch Freunde und Kollegen in der Nationalmannschaft wollen wissen, wie es mir geht und wie es hier ist“, erzählte er. Bisher konnte er nur das Beste von seinem persönlichen Deutschland-Abenteuer berichten. „Nur meine Familie fehlt mir.“

Toni gegen Fahrenhorst

Einen Vergleich zwischen der Bundesliga und der Serie A wollte Toni hingegen noch nicht ziehen. Dafür sei es nach zwei Spielen noch zu früh, meinte er. Am Samstag gegen Hannover wird er neue Eindrücke gewinnen. Dann spielt er gegen Frank Fahrenhorst, der sich vor dem Spiel extra ein Glückssymbol auf die Brust hat tätowieren lassen. Toni hat das wenig beeindruckt. „Ich kenne ihn nicht“, sagte er, „ich hoffe, dass er sich nicht umsonst in die Haut hat stechen lassen.“

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