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Toni und Klose

'Traumeinstand' für den Bayern-'Traumsturm'

Luca Toni hob den linken Arm, winkte kurz, schon hatte Miroslav Klose verstanden. Vom rechten Strafraumeck flankte er in die Mitte, versuchte, seinem Sturmpartner den Ball zu servieren - doch Toni verpasste knapp, ging zu Boden und saß ein bisschen enttäuscht im Fünfmeterraum von Hansa Rostock. Dann blickte er zu Klose hoch und klatschte ihm Beifall. Die Szene aus der 70. Spielminute in der Allianz Arena war am Samstag exemplarisch für den neuen „Traumsturm“ (Uli Hoeneß) des FC Bayern. „Die Zwei haben sich gesucht und gefunden“, sagte Ottmar Hitzfeld später, „es war ein Traumeinstand.“

Dieser drückte sich auch in Zahlen aus. 3:0 hatten die Münchner Rostock im ersten Bundesligaspiel der neuen Saison besiegt, ein Tor hatte Toni erzielt, zwei Klose, der zudem Tonis Treffer vorbereitet hatte. „Es ist gut, wenn die Stürmer bereits im ersten Spiel treffen, dann wird ihnen keine Ladehemmung nachgesagt“, freute sich Hitzfeld, „dieser Knoten ist schon mal geplatzt.“

Blindes Verständnis

Dass beide Angreifer gleich ihre Treffsicherheit unter Beweis stellten, damit hatte man vor dem Anpfiff noch rechnen können. Dass beide auch auffallend gut harmonierten, war hingegen schon überraschend. Immerhin hatten Toni und Klose das letzte Mal 31 Tage zuvor, beim 4:0-Erfolg im Testspiel gegen Schaffhausen, gemeinsam den FCB-Sturm gebildet. Kurz danach hatte sich Toni verletzt und war fast vier Wochen ausgefallen.

„Ich hätte nicht gedacht, dass es gleich so gut klappt“, war selbst Toni vom fast schon blinden Verständnis mit seinem Sturmpartner verblüfft. „Wir haben gut kombiniert“, meinte Klose, der in der Vorbereitung wochenlang einziger noch einsatzfähiger FCB-Stürmer war und bei der Wiedervereinigung mit Toni sofort sichtlich aufblühte. „Neben Toni ist Miro explodiert“, sagte Hitzfeld, „er profitiert von Tonis Wucht und Stärke, den Gegner abzublocken.“

Das Risiko mit Toni

Dabei sah es vor der Partie gar nicht danach aus, dass Klose wieder Unterstützung von seinem Sturmpartner bekommen würde. Erst zwei Tage zuvor war Toni ins Mannschaftstraining zurückgekehrt und ist noch nicht auf dem Fitnesslevel seiner Mitspieler. „Ich habe lange überlegt, ob ich Luca Toni spielen lasse“, erzählte Hitzfeld, der nach den 90 Minuten gegen Rostock zufrieden feststellte: „Ich glaube, das Risiko, Luca Toni aufzustellen, hat sich bezahlt gemacht.“

„Im ersten Spiel ist man sowieso topmotiviert und kriegt einen Adrenalinstoß“, hatte der FCB-Chefcoach darauf gebaut, dass Tonis Defizite durch den psychologischen Schub bei seinem Bundesliga-Debüt wettgemacht würden - und so geschah es dann auch. „Luca hat sich reingebissen und im läuferischen Bereich über seine Verhältnisse Leistung gebracht“, sagte Hitzfeld, „er war ein permanenter Unruheherd und hat unheimlich viele Zweikämpfe gewonnen. Man konnte ihn immer anspielen.“

Ohne Eigennutz erfolgreich

Dass Toni auf Anhieb auch wieder mit Klose harmonieren würden, davon war Hitzfeld sowieso ausgegangen. „Ich war sicher, dass das gut funktioniert“, meinte er. Vor Tonis Verletzung hätten beide ihre Laufwege im Training schon abgestimmt, erzählte der Cheftrainer. „Wir haben einstudiert, dass wir immer nah beieinander stehen und uns gegenseitig suchen“, berichtete auch Klose.

Im ersten gemeinsamen Bundesligaspiel hat dieses Zusammenspiel bereits gut funktioniert, am besten in der 14. Minute, als Klose allein vor Rostocks Torwart Stefan Wächter stand, den Ball quer spielte auf Toni, der ihn dann zum 1:0 ins leere Tor schob. „Da hat er unglaublich uneigennützig gespielt. Das hat mir gefallen“, lobte Hitzfeld Klose.

Salto Klose

„So einen Sturmpartner hat man gerne an seiner Seite“, bedankte sich auch Toni für die Vorlage zu seinem ersten Bundesligatreffer und kündigte an, sich baldmöglichst zu revanchieren. „Miro hilft einem, Tore zu machen. Das werde ich in Zukunft auch tun.“

Auch ohne Vorlage Tonis konnte Klose aber auch gegen Rostock schon jubeln. Erst bewies er nach einem Schuss von Lahm seinen Torriecher und staubte ab, dann köpfte er in unnachahmlicher Manier das 3:0 - und setzte erstmals im FCB-Trikot zum Salto an. „Den habe ich ja schon länger nicht mehr gemacht. Deswegen war es gut zu überprüfen, ob ich den noch drauf habe“, sagte Klose dazu scherzhaft. Er wird in dieser Saison bestimmt noch öfter Salto schlagen.

Für fcbayern.de berichtet: Nikolaus Heindl

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