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Knappes Polster fürs Rückspiel

'Es ist nicht super, aber es ist okay'

In den zwei Jahren ihres Bestehens hat die Allianz Arena bereits große Europapokalschlachten gesehen, man denke nur zurück an die Champions-League-Spiele gegen Real Madrid (2:1) oder Juventus Turin (2:1). Zum Start in den UEFA-Pokal am Donnerstagabend wollte im Stadion allerdings keine rechte Europapokalstimmung aufkommen. Die Fans auf den Rängen beschäftigten sich in ihren Sprechchören phasenweise lieber mit den Schuhen von Franck Ribéry, der sich ausgerechnet für ein Paar in den Farben des Lokalrivalen TSV 1860 entschieden hatte („Schmeiß die Schuhe weg!“). Und auch auf dem Rasen fiel der Jubel nach dem 1:0 (1:0)-Sieg gegen Belenenses Lissabon verhalten aus.

„Wir haben keine Top-Leistung gebracht, das 1:0 ist kein Wunschresultat“, sagte Ottmar Hitzfeld nach dem knappen Sieg, den auch Uli Hoeneß als „kein Idealergebnis“ einordnete. „Es ist nicht super, aber es ist okay.“ Keine Frage: Für das Rückspiel in Lissabon in zwei Wochen hätten sich die Bayern lieber ein größeres Torepolster herausgeschossen. „Schade, dass das zweite Tor nicht gefallen ist. Dann wäre ich etwas ruhiger nach Lissabon gefahren“, sagte Hoeneß, „jetzt müssen wir dort volle Pulle spielen.“

Angriffe verpuffen

„1:0 heißt, dass wir höchstkonzentriert nach Lissabon fahren müssen“, meinte Hitzfeld. Und auch Oliver Kahn warnte vor dem Rückspiel: „Da muss man aufpassen, dass man in der ersten Runde keine böse Überraschung erlebt. Das wird noch ein hartes Stück Arbeit.“ Dass das Duell mit Belenenses „kein Honigschlecken“ (Hoeneß) werden würde, hatten die Bayern bereits vor dem Hinspiel in München geahnt. Am Donnerstagabend haben sich die Portugiesen nun endgültig als unangenehmer Gegner entpuppt.

Bayern-Angriff um Bayern-Angriff verpuffte an der aufmerksamen Abwehr der Gäste. „Portugiesische Mannschaften sind taktisch sehr clever, sehr diszipliniert, sehr gut organisiert und stehen sehr gut“, lobte Kahn nach dem Schlusspfiff das Defensivverhalten von Belenenses. „Es war unheimlich schwierig für uns, Freiräume zu finden“, sagte auch Hitzfeld, der dies aber nicht als Entschuldigung für seine Mannschaft gelten ließ. „Wir haben uns einige Probleme selbst gemacht.“

Nur Toni trifft

Zu langsam gespielt, den Ball zu lange gehalten, das Spiel nicht gut genug verlagert, zu wenig über die Außen gespielt, mangelnde Konzentration - so lauteten die Kritikpunkte des FCB-Cheftrainers, dessen Mannschaft zwar das Spiel bestimmte, sich aber nur wenige echte Torchancen herausspielte. Einmal mehr war es am Ende Torjäger Luca Toni, der in seinem ersten Europapokalspiel für den Siegtreffer sorgte (34.).

„Im Grunde haben wir das Minimalziel erreicht: 1:0 gewinnen und kein Tor bekommen“, meinte Kahn. Auch im Rückspiel soll hinten wieder die Null stehen, vorne hoffen die Bayern aber auf mehr Durchschlagskraft. „Wir müssen auf jeden Fall auswärts ein Tor schießen“, forderte Hoeneß. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, da Belenenses seine Defensive lockern muss, um den Rückstand aufzuholen. Hitzfeld ist daher überzeugt, „dass wir uns in Lissabon mehr Chancen erarbeiten werden.“

Kahn ist zuversichtlich

Aus psychologischer Sicht ist das knappe Hinspielergebnis vielleicht sogar ein Vorteil für die Bayern. „Jetzt können wir das Rückspiel nicht auf die leichte Schulter nehmen“, meinte Hoeneß. Und auch Kahn ist es lieber, „wenn man hochkonzentriert ins Spiel gehen muss. Ich bin ich sehr optimistisch, dass wir weiterkommen.“ Die Allianz Arena könnte also schon bald packende UEFA-Pokal-Abende erleben. Franck Ribérys Schuhe jedenfalls werden nicht mehr im Mittelpunkt stehen. „Von jetzt an spiele ich nur noch in Rot, nie mehr in Blau“, versicherte er.

Für fcbayern.de berichtet: Nikolaus Heindl

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