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Neuer Look, neue Rolle

Löw macht 'Schweini' zum Mittelfeld-Chef

Mit neuer Haarpracht und wieder gefundener Leistungsstärke steht Bastian Schweinsteiger vor seiner großen Bewährungschance in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. In Abwesenheit wichtiger Leistungsträger wird der 23 Jahre alte Bayern-Profi im EM-Qualifikationsspiel gegen Wales am kommenden Wochenende von Bundestrainer Joachim Löw erstmals in seiner Karriere die Rolle als „Mittelfeld-Chef“ im DFB-Team übertragen.

„Wenn Schneider, Frings und Ballack ausfallen, ist er einer der Erfahrensten im Mittelfeld. Da erwarten wir, dass er seine Stärken und sein Können ausspielt“, sagte Löw vor der Partie in Cardiff, in der der WM-Gastgeber von 2006 mit einem Sieg einen weiteren wichtigen Schritt Richtung Euro 2008 in Österreich und der Schweiz machen kann.

Fast immer im Spiel

Mit seinen silbernen Haaren wird Schweinsteiger in seinem ersten Länderspiel seit dem 2:1-Sieg Ende März in Prag gegen Tschechien von der linken Seite ins verwaiste Zentrum rücken. Die Beförderung von der Randfigur zum Hauptdarsteller nahm der 23-jährige Münchner offensiv und selbstbewusst an: „Es ist eine Herausforderung, ich freu' mich drauf“, sagte er.

An der Spielmacher-Rolle durfte sich Schweinsteiger in der vergangenen Saison schon einige Male beim Rekordmeister versuchen - mit eher mäßigem Erfolg. Immerhin weiß er seitdem genau, was im Zentrum anders ist: „In der Mitte ist man fast immer im Spiel. Man hat mehr Ballkontakte und man wird mehr Zweikämpfe bestreiten müssen.“

Neben Ribéry aufgeblüht

Löw will Schweinsteiger in Vier-Augen-Gesprächen „gezielt“ auf seine neue, verantwortungsvolle Aufgabe vorbereiten. Die Messlatte für seinen Juniorchef legte er aber bereits sehr hoch. „Er kann uns fußballerisch weiterhelfen und auch entscheidende Impulse setzen“, sagte Löw in Köln und fügte hinzu: „Wir erwarten von ihm eine Leistungssteigerung im Vergleich zum Spiel am Sonntag in Hamburg.“

Abgesehen von dieser Partie ist Schweinsteiger aber nach seinen langwierigen Kniebeschwerden zum Ende der vergangenen Saison beim souveränen Bundesliga-Tabellenführer an der Seite von Neuzugang Franck Ribéry wieder aufgeblüht. „Die Vorbereitung und der Ligacup waren bei ihm sehr gut. Bastian hat sich bei Bayern einen Platz erkämpft“, lobte Löw.

Schon 43 Länderspiele

Letzteres war nach der großen Runderneuerung des FC Bayern sogar von vielen Experten bezweifelt worden - nicht aber von Schweinsteiger selbst: „Ich wusste immer: Wenn ich gesund bin, werde ich spielen. So war mein Denken.“ Die neue Konkurrenz tut ihm gut, und besonders das Zusammenspiel mit einem Künstler wie Ribéry beflügelt den Techniker, der den Ball selbst gerne mit der Fußsohle streichelt. „Ribéry ist enorm wichtig für mein Spiel, er ist ein Instinktfußballer.“

Trotz seiner Jugend ist Schweinsteiger mit 43 Einsätzen für Deutschland der mit Abstand erfahrenste Mittelfeld-Akteur im Kader für Wales. „Das ist ein gutes Ding, in so jungen Jahren schon so viele Länderspiele zu haben“, bemerkte der 23-Jährige stolz. Wenn er bis zum Jahresende alle sechs anstehenden Partien bestreiten sollte, könnte er zum Start ins EM-Jahr am 6. Februar 2008 gegen Österreich in Wien sein 50. Länderspiel bestreiten. Ausgerechnet in dem Stadion also, in dem er am 29. Juni 2008 Europameister werden möchte: „Ich hätte nichts dagegen, da nächstes Jahr mit dem EM-Pokal zu stehen.“

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