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Zwei Stürmer, ein Ziel

Toni und Klose treffen im Gleichschritt

Am vergangenen Donnerstag wurde Uli Hoeneß in der Mixed-Zone der Allianz Arena nach Luca Toni befragt. Der Italiener hatte zuvor das 1:0-Siegtor im UEFA-Cup-Match gegen Belenenses Lissabon geschossen. „Dafür haben wir Toni ja geholt, dass er Tore macht“, sagte der Bayern-Manager ganz nüchtern über seinen kickenden Angestellten. „Aber wenn er erst mal richtig trainiert hat“, ergänzte Hoeneß, „dann können wir noch viel mehr von ihm erwarten.“

Was Hoeneß damit gemeint haben könnte, sah man schon drei Tage später beim Auswärtsspiel im Karlsruhe. In der 5. Minute nahm Toni technisch perfekt ein hohes Zuspiel von Mark van Bommel mit dem rechten Fuß an, um den Ball anschließend wunderschön mit links über den herauskommenden KSC-Keeper Markus Miller zu Heben.

Akrobat schön von Toni

Es war ein Tor, das man dem manchmal etwas schlacksig wirkenden 1,96 Meter-Stürmer so nicht unbedingt zutraut. „Für seine Größe ist er technisch noch unheimlich begabt - was heißt begabt. Es war sensationell, wie er den Ball annimmt und dann noch über den Torhüter hebt“, schwärmte Trainer Ottmar Hitzfeld am Montag über die fast schon artistische Aktion von Toni: „Er ist ein Phänomen.“

Phänomenal ist auch seine bisherige Trefferquote. In Karlsruhe schoss Toni bereits das fünfte Tor in einem Pflichtspiel für den FC Bayern, jedes Mal war es das wichtige 1:0. „Luca ist ein Weltmeister, das zeigt er auch bei seinen Torjägerqualitäten. Er braucht nicht viele Chancen, um ein Tor zu machen. Er ist ein Vollstrecker“, lobte Hitzfeld seinen neuen Mittelstürmer.

Klose rochiert, Toni blockt

Fünf Tore in sechs Einsätzen - trotzdem liegt der Italiener nicht auf Platz eins der mannschaftsinternen Torjägerliste. Tonis Sturmpartner Miroslav Klose kommt bereits auf sechs Tore bei sechs Einsätzen. In Karlsruhe staubte er zum 2:0 ab. „Klose ist auch enorm torgefährlich, er weicht aber noch mehr auf die Flügel aus“, sagte Hitzfeld über die unterschiedliche Spielweise der beiden Bayern-Torjäger.

Toni ist mehr der Rammbock in der gegnerischen Abwehr, was Hitzfeld als Eigenschaft fast genauso schätzt wir dessen Vollstreckerqualitäten. „Er kann vorne drin immer angespielt werden. Er bindet oft zwei Mann, verliert fast keinen Ball und kann fast nur durch Foulspiel gebremst werden. Somit haben wir immer eine Anspielstation, die enorm wichtig ist für unser Offenspiel“, erklärte der FCB-Trainer. Wie Klose hat auch Toni bereits zwei Tore aufgelegt.

Hoeneß erwartet noch viel mehr

Dass beide im Sommer geholten Stürmer schon so gut harmonieren, überraschte Hitzfeld nicht. „Das hat sich schon in der Vorbereitung abgezeichnet. Sie haben sich im Trainingslager persönlich angenähert und gute Gespräche geführt“, berichtet Hitzfeld. Der Bayern-Coach bezeichnete es als Glücksfall, dass beide Torjäger sich gegenseitig akzeptieren und auch füreinander spielen würden: „Wir können glücklich sein, zwei solch hochkarätige Stürmer zu haben."

Neun Tore geschossen, an zwölf der 16 Bayern-Tore direkt beteiligt. Klose und Toni schicken sich also an, zum erfolgreichsten Duo der jüngeren Bundesliga-Geschichte zu werden. Uli Hoeneß ist überzeugt. „Von Luca haben wir die Wahrheit noch gar nicht gesehen. Wenn der voll fit ist, kann er in einem Spiel auch drei oder vier Tore schießen.“

Für fcbayern.de berichtet: Dirk Hauser

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