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Der 1:0-Luca

Er trifft und trifft und trifft…

Luca Toni hatte kein gutes Gefühl, als er die lange Schlange vor dem Sicherheitscheck am Münchner Flughafen sah. Der Italiener hatte sich mit einem Radio-Reporter des BR ein wenig festgeplaudert und befürchtete nun, nicht mehr rechzeitig bis zum Abflug am Gate zu sein. Toni wusste, er hatte im Handgepäck zu viele nicht sachgemäß verpackte Körperpflegemittel. „Da komme ich heute nicht mehr durch“, sagte er ziemlich nervös. „Keine Angst Luca, ohne Dich hebt der Flieger nicht ab“, versuchte der Radio-Mann zu beruhigen.

Natürlich mit seinem italienischen Neuzugang ist der FC Bayern dann wenig später nach Lissabon abgehoben. Man mag auch gar nicht daran denken, wie das ganze Unternehmen vielleicht ausgegangen wäre, hätte Toni wirklich den Flieger verpasst. Mit seinem Tor zum 1:0 in der 59. Minute ebnete er seiner Mannschaft gegen Os Belenenses den Weg in die Gruppenphase des UEFA-Cups. Später leistete er noch die Vorarbeit zum 2:0-Endstand von Hamit Altintop.

Toni schaltet Belenenses fast im Alleingang aus

Schon beim 1:0 im Hinspiel hatte Toni das einzige Tor erzielt. Sechs seiner nun acht Pflichtspieltreffer für den FCB waren das wichtige 1:0 – jedes Mal sprang am Ende auch ein Sieg heraus. „Er hat immer wieder unter Beweis gestellt, dass auf ihn Verlass ist. Er hat eine sensationelle Quote“, lobte Trainer Ottmar Hitzfeld. „Er trifft, und trifft und trifft… Luca ist ein wichtiger Spieler für uns“, sagte FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und dürfte sich an diesem Abend einmal mehr darin bestätigt gefühlt haben, dass der FCB im Sommer knapp elf Millionen Euro Ablöse für den 30-Jährigen nach Florenz überwiesen hat.

Stürmer mit der Kaltschnäuzigkeit von Toni hat es jedenfalls noch nicht viele gegeben beim FC Bayern. „Es ist schon phänomenal, wie Luca die Tore macht. Er hat eine richtige Chance, und die ist drin – und das in einer sehr beeindruckenden Art und Weise“, geriet Manager Uli Hoeneß über den neuen Torjäger ins Schwärmen. Beim Tor in Lissabon hatte er die Flanke von Franck Ribery perfekt verarbeitet und dann mit rechts den Ball humorlos unter die Latte gedroschen. Rummnigge sagte: „Das war ein absolutes Weltklasse-Tor wie er ihn da reingehämmert hat.“

Es geht auch ohne Klose

Es war Tonis erst zweite auffällige Aktion in diesem Spiel gewesen. In der ersten Halbzeit, als er kaum einmal vernünftig aus dem Mittelfeld heraus bedient wurde, trat er nur durch gut ein halbes Dutzend Abseitsstellungen in Erscheinung. Bei seinem Tor explodierte er dann förmlich. „Er hat ja das Prädikat Weltmeister. Wenn er ein Tor machen kann, dann ist er nicht mehr zu bremsen“, sagte Hitzfeld, „seine Kaltschnäuzigkeit ist unglaublich.“

Für Hitzfeld dürfte es zudem beruhigend gewesen sein, dass Toni auch ohne seinen kongenialen Sturmpartner Miroslav Klose erfolgreich ist. Klose wird dem FCB aufgrund einer Knieverletzung für Minimum drei Wochen nicht zur Verfügung stehen. „Die beiden haben sich sehr gut eingespielt. Jetzt müssen wir halt eine andere Lösung finden“, sagte Hitzfeld. Hauptsache, Toni verpasst niemals die Abfahrt zum nächsten Spiel.

Für fcbayern.de in Lissabon: Dirk Hauser

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