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'Schlacht' gewonnen

FCB legt Grundstein für K.o.-Runde

Das Spiel war schon lange abgepfiffen, da standen die rund 800 mitgereisten Anhänger des FC Bayern noch immer in ihrem Fanblock und feierten sich selbst und vor allem ihre Mannschaft. Dank einer „absoluten Willensleistung“ (Trainer Ottmar Hitzfeld) kam der stark ersatzgeschwächte Rekordmeister zu einem knappen 3:2 (1:1)-Sieg bei Roter Stern Belgrad und kann sich über einen gelungenen Start in die Gruppenphase des UEFA-Pokals freuen.

„Wir wären auch mit einem Unentschieden zufrieden gewesen, aber jetzt sind wir natürlich überglücklich“, sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß nach dem Schlusspfiff im „Hexenkessel“ des Marakana-Stadions und freute sich über die „sehr gute Ausgangsposition“, die der Auftaktsieg seiner Mannschaft beschert hat: „Wir müssen unsere Heimspiele gewinnen, dann sind wir durch. Das ist fein.“

Dicht vor einer Niederlage

Dass der Sieg nicht nur schwer erkämpft war (Hoeneß: „Das war heute eine Schlacht“), sondern am Ende auch etwas glücklich ausfiel, darüber waren sich hinterher alle einig im Lager der Münchner. Personell stark dezimiert und gegen einen von Beginn an sehr aggressiv auftretenden Gegner mit 40.000 enthusiastischen Fans im Rücken, musste der FCB zwei Mal einem Rückstand hinterherlaufen und schrammte letztlich knapp an der ersten Pflichtspielniederlage seit April diesen Jahres vorbei.

„Wir waren in dieser Saison noch nie so dicht vor einer Niederlage. Ich wäre am Ende auch mit einem Punkt zufrieden gewesen“, meinte auch Hitzfeld nach dem Last-Minute-Sieg, den Toni Kroos mit einem Freistoßtor in der Nachspielzeit möglich gemacht hat. Miroslav Klose (20./85.) hatte zuvor in seinem ersten Europapokalspiel für den FCB jeweils die Belgrader Führung durch Ognjen Koroman (16.) und Nenad Milijas (74.) egalisiert.

Katastrophale Platzverhältnisse

„Kompliment an die Mannschaft, wie sie immer wieder zurückgekommen ist, das zeichnet uns aus“, lobte Miroslav Klose die Energieleistung seines Teams. „Wir mussten bis an unsere Leistungsgrenze gehen“, meinte der neben dem überragenden Abwehrchef Lucio (Hoeneß: „Weltklasse, eins mit Sternchen“) zweifache Torschütze weiter. „Natürlich war es ein Glückssieg.“

Einigkeit herrschte beim FC Bayern auch über die mehr als dürftigen Platzverhältnisse des Roter-Stern-Stadions. „Der Platz war eine einzige Katastrophe“, beschwerte sich Rummenigge, Hoeneß sprach von einem „Glücksspiel“ und Hitzfeld meinte: „Ich bin froh, dass wir das einigermaßen gut überstanden haben. Heute war nicht Schönspielerei angesagt, sondern harter Kampf.“

Beste Voraussetzungen auf Gruppensieg

„Es war klar, dass das kein spektakuläres Spiel wird. Wir brechen uns sicherlich keinen Zacken aus der Krone wenn wir eingestehen, das nötige Quäntchen Glück gehabt zu haben“, resümierte Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge weit nach Mitternacht bei seiner Bankettrede im Mannschaftshotel. Allerdings schränkte er auch ein: „Wenn wir heute verloren hätten, dann hätten wir uns sehr ärgern müssen. So haben wir jetzt beste Voraussetzungen, Gruppen-Erster zu werden.“

Und während die FCB-Treuen immer noch sich und ihre Mannschaft feierten, blickten die Verantwortlichen schon voraus. Grund, sich zurückzulehnen, gebe es nicht, im Gegenteil: „Wir sind alle froh und zufrieden, dass wir gewonnen haben. Aber das war eine Leistung, die verbesserungswürdig ist“, forderte Rummenigge schon am kommenden Sonntag im Ligaspiel bei Borussia Dortmund eine Steigerung: „Wir müssen als Mannschaft und auch individuell besser spielen als hier.“

Für fcbayern.de in Belgrad: Carsten Zimmermann

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