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Belgrader Nachwehen

FCB mit Punkteteilung in Dortmund zufrieden

Die Siegesserie nach zuletzt acht gewonnenen Pflichtspielen ist gerissen, doch nach dem ersten Remis in der Bundesliga seit dem fünften Spieltag war man auf Seiten des FC Bayern alles andere als enttäuscht. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Punkt“, sagte Trainer Ottmar Hitzfeld am Tag nach dem 0:0 bei Borussia Dortmund. Es war das erste Spiel in dieser Saison, in der seine Mannschaft ohne Torerfolg geblieben ist.

„Es war ein gerechtes Remis. Beide Mannschaften hatten ihre Chancen“, kommentierte FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge die Partie am Sonntagabend im ausverkauften Dortmunder Westfalenstadion. „Wenn man das Spiel gesehen hat, dann war es ein gerechtes Ergebnis“, meinte Mittelfeld-Routinier Mark van Bommel. Torjäger Miroslav Klose betonte: „Es gibt Spiele, da muss man mit einem Punkt zufrieden sein.“

Merk übersieht Degens Notbremse

Und Dortmund war so ein Spiel. Zwar hatten die Bayern in der ersten Halbzeit zwei Mal Pech mit Lattentreffern von Martin Demichelis und Klose und kurz nach dem Seitenwechsel zwei dicke Gelegenheiten von Klose und Luca Toni. „In der ersten Halbzeit hätten wir in Führung gehen müssen, spätestens zu Beginn der zweiten Halbzeit“, sagte Hitzfeld, „dann wäre es für uns einfacher geworden.“

Auch hätte Schiedsrichter Dr. Markus Merk kurz vor der Pause den Dortmunder Philipp Degen nach einer Notbremse gegen Klose („Ich sage ja nichts, wenn er mit dem Körper ein bisschen reingeht und den Ball dabei spielt. Aber der Ball ist ja drei Meter weit weg von ihm“) vom Platz stellen können. Aber wohl selten zuvor in dieser Saison hat eine Mannschaft den FCB so sehr am Rande einer Niederlage gehabt wie der BVB.

Belgrad kostete zu viel Kraft

„Aufgrund der zweiten Halbzeit hätten wir gewinnen müssen. Wir hatten Riesentorchancen“, ärgerte sich Borussia-Coach Thomas Doll. Zwischen der 60. und 70. Minute hatte seine Mannschaft drei, vier große Möglichkeiten zum 1:0. „Da haben wir die Organisation verloren und das Glück des Tüchtigen gehabt“, gab Hitzfeld zu. „Mit etwas Pech hätten wir das Spiel da auch verlieren können“, sagte auch Rummenigge.

Warum die Bayern in dieser Phase so wankten, war für Hitzfeld klar. „Das Spiel in Belgrad hat unheimlich viel Kraft gekostet, deswegen konnten wir nur 70 Prozent unseres Leistungsvermögens bringen, da kommt man natürlich unter Druck.“ Nach der „Schlacht“ auf dem Belgrader „Acker" hatten seine Mannen einfach schwere Beine, was besonders im zweiten Abschnitt ins Gewicht fiel. „Man hat gespürt, dass die Mannschaft im UEFA-Cup viel Kraft gelassen hat“, sagte Demichelis, der in Belgrad krankheitsbedingt gefehlt hatte.

HSV schlüpft in Verfolgerrolle

Den Ausfall von Kreativspieler Franck Ribery wollte Hitzfeld, der seiner Mannschaft ein dickes Kompliment aussprach („ Ich habe große Achtung vor ihnen, dass sie in Belgrad auf die Zähne gebissen haben und heute Dortmund Paroli geboten haben) indes nicht als Grund für das Remis anführen: „Mit ihm haben wir auch in Hamburg nur Unentschieden gespielt.“

„Angesicht der Vorgeschichte war das Unentschieden für diesen Spieltag okay“, sagte Hitzfeld weiter. Aus dem Spitzensextett der Liga konnte nur der Hamburger SV dreifach punkten und verkürzte als neuer Tabellenzweiter den Rückstand zu den Bayern auf vier Punkte. „Der HSV hat das Potenzial, oben mitzuspielen“, sagte Hitzfeld. Einen Grund zur Nervosität sieht er allerdings nicht, zumal seine Mannschaft bisher alle Spitzenteams schon gespielt hat, die Hanseaten bis zur Winterpause aber noch in Schalke und in Bremen antreten müssen. Hitzfeld sagte: „Wir hatten eine Superserie und einige schwere Spiele gehabt. Von daher haben wir heute einen Punkte gewonnen.“

Für fcbayern.de berichtet: Dirk Hauser

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