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Spitzenreiter unter sich

FCB vor 'Schwerstarbeit' gegen Gladbach

Rekordmeister gegen Altmeister, Tabellenführer gegen Spitzenreiter - das Schlagerspiel der 2. DFB-Pokalrunde am Mittwochabend zwischen dem FC Bayern und Borussia Mönchengladbach (ab 20.15 Uhr im FCB-Liveticker) weckt nostalgische Gefühle, birgt jedoch nicht nur aus historischen Gründen reichlich Brisanz. Nach den positiven Ergebnissen in der Bundesliga und im UEFA-Pokal geht es für den FCB nun darum, sich auch im dritten Wettbewerb zu positionieren und seiner Favoritenstellung gerecht zu werden.

„Wir müssen in jedem Spiel zeigen, dass wir den Titel holen wollen“, sagte Martin Demichelis vor der Begegnung des in dieser Saison noch ungeschlagenen Bundesliga-Tabellenführers mit der offensivstärksten Mannschaft der 2. Liga und gab zugleich die Devise für sein Team vor: „Gladbach ist stärker als ein paar Mannschaften aus der Bundesliga. Wir müssen am Mittwoch zeigen, dass wir nach Berlin fahren wollen.“

Gladbach hat Euphorie

Ähnlich sieht es auch Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld, der sein Personal vor dem Duell besonders in die Pflicht nehmen will. „Es ist immer eine gefährliche Situation, dass man denkt, jetzt haben wir Gladbach, wir können weniger machen. Das wäre sehr, sehr gefährlich“, warnte der 58 Jahre alte Fußballlehrer. „Wir dürfen jetzt nicht locker lassen. Ich habe der Mannschaft klargemacht, dass wir uns noch mehr konzentrieren müssen und dass gegen Gladbach Schwerstarbeit auf uns wartet.“

Der Spitzenreiter der zweiten Liga hat laut Hitzfeld „eine bessere Mannschaft als im letzten Jahr. Gladbach könnte locker in der Bundesliga mitspielen“, meinte der „General“, der angesichts von zuletzt acht Spielen in Serie ohne Niederlage weiß: „Gladbach hat Euphorie, ist Tabellen-Erster in der 2. Liga. Von daher sind wir gewarnt. Für mich ist das wie ein Bundesligaspiel mit einem starken Gegner.“

Duell zweier Reizgegner

„Wir haben einen Riesenrespekt und wissen, dass es ein ganz schweres Spiel wird“, warnte auch Marcell Jansen, bis letzten Sommer selbst noch ein „Fohlen“, vor seinem ehemaligen Verein. Zumal auch die Gladbacher nicht ohne Ambitionen nach München reisen: „Wenn bei uns alles perfekt läuft und die Bayern einen schlechten Tag haben, dann kann es gelingen“, meinte Gladbachs Sportdirektor und Ex-Bayer Christian Ziege.

Bei Gladbachs Trainer Jos Luhukay ist die Vorfreude auf die Neuauflage des Fußball-Klassikers größer als der Respekt vor dem scheinbar übermächtigen Gegner: „In der 2. Liga sind wir der Reizgegner, in der Bundesliga die Bayern. Das ist ein Spiel, das man richtig genießen kann“, sagte der Niederländer, fügte aber an: „Auch wenn Ribéry fehlt und man Luca Toni ausschalten kann, haben sie noch genug tolle Spieler.“

Hitzfeld voller Vorfreude

Vor dem Auftritt in der Allianz Arena werden unwillkürlich Erinnerungen an denkwürdige Spiele der beiden langjährigen Rivalen wach. Unvergessen bleibt auch das Pokal-Finale aus dem Mai 1984, als der heute 13-malige Cup-Sieger FC Bayern die Borussia mit 8:7 nach Elfmeterschießen niederrang. Nicht nur bei diesem Krimi hatten die Borussen das Nachsehen, auch in den anderen vier DFB-Pokal-Spielen konnten sie nicht gewinnen.

Daran soll sich auch am Mittwoch nichts ändern, wenngleich noch unklar ist, mit welchem Personal Hitzfeld diese Partie nach den zuletzt strapaziösen Auftritten in Belgrad und Dortmund angehen wird. Franck Ribéry wird wohl weiterhin fehlen, offen ist, ob der „General“ erneut die Rotationsmaschine anwirft. Klar ist nur, dass auch Hitzfeld sich auf das Spiel freut: „Gladbach gegen Bayern gehörte immer zu den Klassikern. Ich glaube, dass es ein spannendes Spiel wird.“

So könnten sie spielen:

FC Bayern: Rensing - Lell, Lucio, Demichelis, Jansen - Sosa, Van Bommel, Zé Roberto, Schweinsteiger - Toni, Klose
Im Kader: Dreher, Ottl, Lahm, Kroos, Altintop, Schlaudraff, Podolski

Bor. M’gladbach: Heimeroth - Levels, Brouwers, Daems, Voigt - Paauwe - Ndjeng, Rösler, van der Bergh - Friend, Neuville

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)

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