präsentiert von
Menü
'In allen Belangen überlegen'

Rekord-Bayern enteilen der Konkurrenz

Jubel, Trubel, Heiterkeit am Sonntag in München. Bei strahlendem Spätsommerwetter nahmen tausende Menschen in bester Feierlaune Abschied vom 174. Oktoberfest, das sich in diesem Jahr einmal mehr als Rekord-Wiesn präsentierte. Aber nicht nur auf der Münchner Theresienwiese, auch im knapp zehn Kilometer entfernten Stadtteil Fröttmaning nahmen Tausende bestens gelaunt Abschied - von ihren Rekord-Bayern für die bevorstehende zweiwöchige Bundesligapause.

„Es war ein tolles Spiel, wir haben wunderbar gespielt. Wir haben die Zuschauer heute wieder verwöhnt, sie haben Spaß gehabt. Die Leute gehen heute total zufrieden nach Hause“, frohlockte Bayerns Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge nach dem locker heraus gespielten 3:0 (2:0)-Erfolg im bayrischen Derby gegen den 1. FC Nürnberg, mit dem der Rekordmeister seinen Vorsprung an der Tabellenspitze weiter ausbaute.

Beckenbauer beeindruckt

„Fünf Punkte auf Karlsruhe, sechs auf Bremen, sieben auf Schalke, 13 auf Stuttgart - das ist ein ordentlicher Vorsprung“, schwärmte Rummenigge angesichts des besten Saisonstarts seit neun Jahren. Nur im ersten Jahr unter Trainer Ottmar Hitzfeld, in der Saison 1998/99, starteten die Bayern mit acht Siegen und einem Remis sowie 25 Punkten noch imposanter und wurden am Saisonende mit 15 Punkten Vorsprung überlegen deutscher Meister vor Bayer Leverkusen.

„Es ist beeindruckend wie die Bayern im Moment spielen“, lobte auch Vereinspräsident Franz Beckenbauer und zeigte sich von der Lust am Offensivspiel und am Toreschießen beeindruckt: „25:3 Tore - das spricht Bände.“ Die Tordifferenz von +22 ist Bundesliga-Rekord nach neun Spieltagen. „Dieser Mannschaft kann man vertrauen, sie hat Qualität und Willen“, meinte Rummenigge weiter, warnte aber trotzdem: „Wir dürfen nicht glauben, dass wir schon durch sind. Am 9. Spieltag ist noch niemand deutscher Meister geworden.“

In allen Belangen überlegen

Auf dem Weg zum 21. Titelgewinn deutet sich jedenfalls auch nach dem Duell mit dem amtierenden Pokalsieger ein Start-Ziel-Sieg des FCB an, der dem „Club“ vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena „in allen Belangen überlegen war“, wie es Nürnbergs Trainer Hans Meyer formulierte. „Heute war die Wahrscheinlichkeit, dass wir etwas holen, eher gering. Schon gar nicht, wenn der FC Bayern in dieser unglaublichen Art und Weise den Ball laufen lässt“, zollte Meyer den Münchnern Respekt.

Nach anfänglichen Problemen gegen die stark defensiv eingestellten Gäste kam die FCB-Offensive Mitte der ersten Halbzeit ins Rollen und hätte zur Pause durchaus höher führen können als durch die beiden Treffer von Luca Toni (31.) und Zé Roberto (40.). „Die Mannschaft hat wie aus einem Guss gespielt, wir haben sehr gut kombiniert und sehr viel Druck erzeugt“, lobte Hitzfeld und freute sich über „eine der besten Halbzeiten, die wir in dieser Saison gespielt haben.“

Positives Zwischenfazit

Auch im zweiten Durchgang setzten die Bayern ihren Angriffswirbel fort, mehr als der 3:0-Endstand durch Tonis zweiten Treffer (81.) sprang aber trotz zahlreicher hochkarätiger Chancen nicht heraus. Dennoch fand Hitzfeld keinen Grund zur Kritik. „Mir hat die Spielfreude sehr gefallen, dass wir gut kombiniert und druckvoll agiert haben. Wenn wir diese Spiele gewinnen, werden wir auch deutscher Meister!“

Zum Abschluss der ersten „englischen Wochen“ mit sechs Siegen und einem Remis aus sieben Partien zog der „General“ ein überaus positives Zwischenfazit über das erste Viertel der Saison: „Die Mannschaft hat eindrucksvoll gezeigt, dass wir zu den Favoriten um die deutsche Meisterschaft zählen“, so der 58 Jahre alte Fußballlehrer. Bis Mai 2008 stehen den Menschen in Fröttmaning wohl noch einige Freudentage bevor.

Weitere Inhalte