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'Hervorragende Klasse'

Ribéry macht den Unterschied

Arbeitnehmer und Selbständige, die jeden Tag auf dem Weg zur ihrer Arbeitsstätte mehrere Kilometer mit dem Auto, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder mit dem Motorrad zurücklegen, können diese Kosten gegenüber dem Finanzamt geltend machen. Die zu Fuß zurückgelegten Kilometer während der Arbeit fallen dagegen nicht unter die so genannte „Kilometerpauschale“, für die zwischen fünf und 30 Cent abgerechnet werden können.

Pech also für Bayerns „Laufwunder“ (Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld) Franck Ribéry, dass er seine auf dem Platz zurückgelegten Kilometer nicht geltend machen kann. Beim 2:1 (1:1)-Sieg seiner Mannschaft am Samstag beim VfL Bochum stellte der französische Nationalspieler im Trikot des FC Bayern einmal mehr seine außergewöhnlichen Fähigkeiten unter Beweis. Nicht zuletzt dank des laut Hitzfeld „besten Mannes auf dem Platz“ feierte der Rekordmeister den achten Sieg im zehnten Saisonspiel.

Schnell und ausdauernd

„Das ist der Unterschied zum letzten Jahr, wo wir auch mal im Rückstand waren, aber nicht die individuelle Klasse hatten, dass Einer ein Spiel drehen kann“, sagte Manager Uli Hoeneß nach dem Schlusspfiff und schwärmte in höchsten Tönen von seiner neuen Nummer sieben. „Heute war es Franck Ribéry, der nicht nur das Tor macht, sondern auch das zweite überragend vorbereitet und auch in extrem schwierigen Situationen ruhig bleibt.“

„Ich habe selten einen Fußballer erlebt, der so schnell ist und gleichzeitig so eine super Ausdauer hat“, lobte auch Hitzfeld die läuferischen Ausnahmefähigkeiten des 24 Jahre alten Franzosen, der in der 35. Minute mit einem feinen Absatzkick erst den Ausgleich erzielte und später auch mit viel Übersicht den Siegtreffer durch Bastian Schweinsteiger (78.) vorbereitete.

Auch nur ein Mensch

Eine Leistung, die laut Hitzfeld angesichts der zurückliegenden Länderspielbelastungen so nicht zu erwarten war. „Ich war auch überrascht von der körperlichen Frische“, gestand Hitzfeld, der vor und während der Partie im ausverkauften rewirpower-Stadion mit dem Gedanken gespielt hatte, Ribéry nach rund 70 Minuten vom Feld zu holen. „Doch dann war er so gut drauf“, wunderte sich Hitzfeld, „das war für mich erstaunlich, damit habe ich nicht gerechnet.“

Eine „Super-Saison“ spiele der Mann, der im Sommer von Olympique Marseille zum FC Bayern gekommen war, bislang, so Hitzfeld, auch wenn er „zwischendurch einen kleinen Hänger hatte.“ Doch das zeige, dass auch Ribéry „nur ein Mensch ist und eine gewisse Sensibilität hat.“ Umso höher sei seine Leistung in Bochum einzuschätzen. „Er ist ein Spieler, der sich zusammenreißen kann, einen super Charakter hat und immer gewinnen will.“

In jeder Statistik führend

Auch seine Mitspieler wissen, was sie am nur 1,70 Meter großen Ribéry haben. „Es ist super, dass er bei uns ist“, meinte Mark van Bommel, „er hat eine hervorragende Klasse. Und jeder arbeitet für ihn, damit er die Aktionen machen kann“, so der Niederländer weiter. In Bochum verzeichnete Ribéry nicht nur die meisten Torschüsse (3) und die meisten Torschussvorlagen (7), sondern auch die die meisten Ballkontakte. Mit 95 hatte er doppelt so viele wie der beste Bochumer (Dennis Grote/47).

Und Ribéry ist zudem der Spieler für die besonderen Tore. Nach seinem Elfmeter-Lupfer gegen Werder Bremen erzielte er sein zweites Saisontor mit der Hacke. Auf die Frage eines Reporters, ob dies sein bislang schönster Treffer gewesen sei, entgegnete Ribéry ohne nachzudenken: „Nein, das habe ich für Marseille geschossen, vor zwei Jahren. Aus 37 Metern.“

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