präsentiert von
Menü
'Richtig gut gespielt'

Schweini und Poldi melden sich zurück

Am Sonntag wurde es wieder ungemütlich für Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger. Die ersten Schneeflocken des nahenden Winters wehten ihnen beim Training ins Gesicht, nass-kalt war es an der Säbener Straße. Unangenehmen Gegenwind hatten die beiden FCB-Profis bereits in den vergangenen Wochen gespürt. In den Medien und von den Verantwortlichen des FC Bayern waren sie nach schwachen Auftritten kritisiert worden. Jetzt haben die zwei Nationalspieler „die richtige Antwort“ (Hitzfeld) gegeben - auf dem Platz.

Beim 2:1 (1:1)-Erfolg in Bochum saßen Schweinsteiger und Podolski zwar zunächst nur auf der Ersatzbank, doch nach ihrer Einwechslung zeigten sie, dass mit ihnen wieder zu rechnen ist. „Ich freue mich für beide“, sagte Uli Hoeneß, der bei Schweinis 18- und Poldis zwölfminütigen Auftritt Dinge registrierte, „die uns sehr freuen.“

Schweinsteiger mit Tor

Bei Schweinsteiger (Hoeneß: „Er hat in letzter Zeit genug auf die Hörner gekriegt.“) war dies natürlich vor allem sein Tor, mit dem er die Partie zugunsten des FC Bayern entschied. „Ich war zufrieden mit ihm“, sagte Ottmar Hitzfeld, „ich hatte mir erhofft, dass er reinkommt, alles gibt und entscheidende Pässe schlägt. Dass er dann selbst ein Tor macht, ist natürlich umso schöner.“

Es war Schweinsteigers erster Bundesligatreffer seit April. Danach hatte er wegen Knieproblemen lange pausieren müssen, erst zum Start der neuen Saison war er wieder fit und erkämpfte sich gleich wieder einen Stammplatz. Doch nach gutem Beginn ließen die Leistungen des 23-Jährigen nach. Hitzfeld machte bei ihm „20 oder 30 Prozent“ Steigerungspotenzial aus. Die ersten paar Prozentpunkte hat Schweini jetzt in Bochum draufgepackt.

Podolski mit Selbstbewusstsein

Dabei profitierte Schweinsteiger in Bochum auch vom Aufwärtstrend Podolskis. „Lukas ging auf den ersten Pfosten und hat Raum gemacht für Bastian“, hob Hitzfeld Podolskis Anteil an Schweinsteigers Tor heraus. „Lukas hat heute zum ersten Mal richtig gut gespielt, keinen Alibifußball“, lobte auch Hoeneß den 22-Jährigen, „er hat sich was zugetraut, wollte den Ball haben und hat ein Kopfballduell gewonnen.“

Schon beim eigentlich enttäuschenden Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Tschechien unter der Woche hatte Hitzfeld bei Podolski „eine gute Form“ beobachtet. „Er war einer der Besseren beim Länderspiel. Er war unheimlich agil und vor allem in der ersten Halbzeit die treibende Kraft im Spiel“, sagte der FCB-Chefcoach. Das Spiel in Bochum könne Podolski, der in der laufenden Saison noch kein Tor erzielt hat, noch mehr Auftrieb geben, hofft Hitzfeld.

Hitzfelds Ratschlag

Den ersten Schritt aus dem Tief haben Podolski und Schweinsteiger gemacht, doch noch haben sie einen weiten Weg zurück zur Bestform vor sich. Hitzfeld macht beiden Mut. „Es gehört zur Entwicklung eines Menschen, dass man Höhen und Tiefen erlebt und daraus die richtigen Schlüsse zieht“, sagte der FCB-Trainer, der ihnen rät: „Hart an sich arbeiten, selbstkritisch sein und sich im Training aufdrängen.“ Vielleicht erlebt das Duo aus dem deutschen „Sommermärchen“ schon bald ein Wintermärchen beim FC Bayern.

Weitere Inhalte