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Hitzfeld freut sich

Startrekord mit einer wertvollen Erkenntnis

8 Siege, 26 Punkte, 27:4 Tore - das ist er, der neue Startrekord des FC Bayern. Nie zuvor seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel (1995/96) hatte eine Mannschaft nach zehn Spieltagen so viele Punkte auf dem Konto. Solche statistischen Werte lösen bei Ottmar Hitzfeld aber keine Jubelstürme aus, eine Titelgarantie sind sie nämlich nicht. Dennoch ist der Bayern-Trainer am Samstagabend nach dem 2:1 (1:1)-Erfolg in Bochum mit einem besonders zufriedenen Gefühl nach München zurückgekehrt. Er hatte eine neue, positive Seite seiner Mannschaft kennen gelernt.

„Wichtig für mich war, dass wir einen Rückstand weggesteckt und mit kühlem Kopf sehr gezielt nach vorne gespielt haben. Das zeigt, dass die Mannschaft eine gewisse mentale Stärke hat“, analysierte Hitzfeld die Partie, „ich möchte zwar nicht unbedingt immer in Rückstand sein, aber diese Erkenntnis war sehr wertvoll für uns.“

Unnötiges Gegentor

Der Weg zu dieser Erkenntnis war „ein hartes Stück Arbeit“, wie Uli Hoeneß nach dem Schlusspfiff im rewirpower-Stadion feststellte. Denn der VfL Bochum verlangte den Münchnern alles ab. Zunächst ging der VfL sogar in Führung, als Dennis Grote (11.) per Sonntagsschuss - es sollte der einzige gefährliche Schuss aufs FCB-Tor bleiben - Michael Rensing keine Abwehrchance ließ. „Da habe ich mich fürchterlich geärgert“, sagte Hitzfeld zur Entstehung des Gegentreffers, den man „drei Mal“ hätte verhindern können.

Genau jetzt bewiesen die Bayern aber psychische Stärke. Trotz der Länderspielstrapazen, die vielen FCB-Profis noch in den Knochen steckte, trotz des Drucks des Rückstands bestürmten sie fortan vehement, aber nicht kopflos das Bochumer Tor. „Wir haben unheimlich viel Druck entwickelt und hätten in der ersten Halbzeit schon früher das Tor machen müssen, vielleicht sogar schon in Führung gehen müssen“, meinte Hitzfeld.

'Kloni' erstmals torlos

Je länger die Partie dauerte, desto schwieriger war es für die Bayern aber, gegen die kompakt gestaffelten Gastgeber zum Abschluss zu kommen. Miroslav Klose und Luca Toni wurden auf Schritt und Tritt gleich von mehreren Gegenspielern bekämpft, was zu Folge hatte, dass der „Traumsturm“ des FC Bayern zum ersten Mal in dieser Saison nicht traf. „Aber da müssen halt andere in die Bresche springen“, sagte Hitzfeld.

Und das taten sie auch, in Person von Franck Ribéry. Das erste Tor erzielte der Franzose per Hacke selbst (35.), den zweiten Treffer durch Bastian Schweinsteiger (78.) bereitete er mustergültig vor. „Gott sei Dank hatten wir Ribéry. Er war der beste Mann auf dem Platz“, freute sich Hitzfeld. „Wir haben Spieler, die ein Spiel allein entscheiden können - das ist der Unterschied zum letzten Jahr“, sagte Hoeneß.

Hitzfeld 'sehr zufrieden'

Die individuelle Klasse von Franck Ribéry sowie die Willensleistung der gesamten Mannschaft entschieden am Ende das „Geduldsspiel“ in Bochum zugunsten des FC Bayern. „Bochum hat uns das Leben sehr schwer gemacht, aber von den Spielanteilen war das 2:1 verdient“, sagte Hitzfeld. 61 Prozent Ballbesitz, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 27:7 Torschüsse und 9:2 Ecken bestätigen den FCB-Cheftrainer.

Die Länderspielreisen verkraftet, einen Rückstand weggesteckt, einen neuen Startrekord aufgestellt - „ich bin im Moment mit der Mannschaft sehr zufrieden“, lautete Hitzfelds Fazit nach dem zehnten Spieltag. Dass zudem mit dem FC Schalke (1:1 in Rostock) und dem Karlsruher SC (0:0 gegen Bielefeld) zwei Verfolger Federn gelassen hatten und der Vorsprung auf sechs Punkte angewachsen war, machte das Wochenende für den FC Bayern perfekt. „Das tut schon gut“, sagte Hoeneß, „da hat man etwas mehr Ruhe.“

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