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Mit 33 Jahren...

Zé Roberto ist 'einer der Schlüssel' zum Erfolg

„Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an! Mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran…“ Udo Jürgens hat bei seiner Hymne an das Alter sicher nicht an einen Fußballer gedacht. Dann hätte er „Mit 33 Jahren“ singen müssen, denn Profi-Karrieren im Fußball dauern ungefähr nur halb so lang wie im normalen Arbeitsleben. Das heißt aber nicht, dass man als Mittdreißiger am Ball keinen Spaß mehr haben kann. Zé Roberto kann ein Lied davon singen.

Mit 33 Jahren spielt der Brasilianer derzeit in der Form seines Lebens. Am Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg hat er das einmal mehr unter Beweis gestellt. Einen Treffer hat er mit einem platzierten Eckball vorbereitet, einen hat er selbst erzielt. Nach feinem Hackentrick von Bastian Schweinsteiger schob er den Ball aus 15 Metern mit Links flach ins rechte Toreck. Zudem war er mit 75 Prozent gewonnenen Zweikämpfen der zweikampfstärkste Spieler auf dem Platz.

Schlüsselspieler auf neuer Position

„Ich bin heute sehr zufrieden mit meiner Leistung“, sagte Zé Roberto nach dem Spiel, das wieder einmal zeigte, warum der Mittelfeldspieler auf seiner neuen Position im zentralen Mittelfeld für den FC Bayern wertvoller ist als je zuvor. Zé Roberto ist Balleroberer, -verteiler und Torjäger in einer Person. „Er ist einer der Schlüssel, warum wir so gut aus den Startlöchern gekommen sind“, meinte Karl-Heinz Rummenigge.

Auch Ottmar Hitzfeld schwärmte vom „neuen“ Zé Roberto. „Er hat gezeigt, warum er letzte Saison auf dieser Position zum Fußballer des Jahres in Brasilien gewählt wurde“, sagte der FCB-Cheftrainer, der den 33-Jährigen im Sommer vom FC Santos nach München zurückholte. Hier hatte er zuvor vier Jahre lang im linken Mittelfeld gewirbelt, erst das Jahr in seiner Heimat hat aber gezeigt, dass er in der Zentrale seine Stärken sogar noch besser ausspielen kann.

Spaß an der Mixtur

Brasiliens ehemaliger Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira habe ihn auf dieser Position entdeckt, erzählte Zé Roberto, der beim FC Santos 17 Saisontore erzielte. Beim FC Bayern spielt er seine zentrale Rolle defensiver als in Brasilien, aber genau die Mischung aus defensiven und offensiven Aufgaben gefällt ihm. „Auf dieser Position habe ich Spaß“, sagte er am Sonntag. Ausnahmsweise hatte ihm Hitzfeld gegen Nürnberg sogar „mehr Freiheiten nach vorne“ gegeben, wie er erklärte. Das Resultat: ein Tor und eine Vorlage, einen zweiten Treffer verhinderte Nürnbergs Torwart Jaromir Blazek.

Insgesamt hat Zé Roberto bereits zwei Saisontreffer auf dem Konto, das hat er erst einmal beim FC Bayern geschafft (2003/04), ein neuer persönliche Torrekord des Brasilianers im FCB-Trikot dürfte in dieser Saison also kaum aufzuhalten sein. „Ich bin kein Torjäger, versuche aber, noch mehr Tore zu machen“, versprach er.

Ein Gewinn für alle

Ottmar Hitzfeld schätzt Zé Roberto aber auch wegen seiner neu entdeckten defensiven Qualitäten. „Zé besitzt absolute Klasse und ist für unsere Defensive sehr wichtig“, sagte der Chefcoach, „er stiehlt die Bälle von hinten, ohne Foul zu spielen, er ist lauffreudig, technisch perfekt und er kann Angriffe inszenieren. Er ist ein absoluter Gewinn für die ganze Mannschaft.“

Das muss auch der Gegner eingestehen. Am Sonntag gratulierte Nürnbergs Trainer Hans Mayer Hitzfeld zu dessen Nummer 15: „Dass du den Zé Roberto zurückgeholt hast, Ottmar, und dann auch noch auf dieser Position, das war ein riesengroßer Schachzug.“

Der dosierte Zé

Zé Roberto hat aber nicht nur die Klasse, sondern auch die Fitness, um mit 33 Jahren auf höchstem Niveau Fußball zu spielen. Bei allen sieben Spielen in den letzten 21 Tagen stand er auf dem Platz. Woher er die Kraft hat? „Ich kann dosieren“, erzählte er davon, dass er im Spiel 100 Prozent gibt, sich aber im Training seine Pausen gönnt. Viel Schlaf und Familie statt Disko tun ihr Übriges.

Kraft spart ihm außerdem sein Rücktritt aus der brasilianischen Nationalmannschaft. „Mit 33 Jahren ist es wichtig, hier zu bleiben und nicht für zwei Wochen nach Brasilien zu fliegen“, sagte er am Sonntag angesichts der nun folgenden Länderspielpause. „Ich brauche diese Zeit für meine Familie und um mich auszuruhen.“ Die Nationalmannschaft ist aber der einzige Punkt, in dem Zé Roberto seinem Alter Tribut zollt. Ansonsten gilt für ihn, frei nach Udo Jürgens: „Mit 33 Jahren, da kommt man erst in Schuss! Mit 33 ist noch lange nicht Schluss!“

Für fcbayern.de berichtet: Nikolaus Heindl

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