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Verfolger formieren sich

FCB spürt steife Brise aus dem Norden

Die Tabellenkurve des FC Bayern über die bisherigen Saisonplatzierungen hat diesen Namen eigentlich nicht verdient. Vom ersten Spieltag an thronte der Rekordmeister auf Platz eins, wodurch sich in der optischen Darstellung ein vertikaler Strich ergibt. Schon drei Mal gelang den Münchnern in der Bundesliga ein „Durchmarsch“ (immer auf Platz 1), zuletzt in der Saison 84/85.

Und auch in dieser Saison deutete zunächst einiges auf einen Start-Ziel-Sieg der Bayern hin. Nach dem zehnten Spieltag und dem 2:1-Sieg beim VfL Bochum hatte die Mannschaft von Ottmar Hitzfeld jeweils sechs Punkte Vorsprung auf Werder Bremen und den Hamburger SV. Zwei Spieltage und zwei torlose Unentschieden später ist dieser komfortable Vorsprung auf zwei Zähler auf den HSV geschmolzen. Und auch in Bremen hat man mit vier Punkten Rückstand eine Lauerstellung eingenommen.

Werder hatte Meisterschaft nie abgeschrieben

„Wir haben immer noch einigen Rückstand auf die anderen Teams, aber wir haben nie gesagt, dass wir die Meisterschaft abgeschrieben haben“, sagte Werder-Kapitän Frank Baumann nach dem 1:0 am Samstag gegen Hansa Rostock. Die Bremer sind seit sieben Spielen ungeschlagen. „Wir haben nie zu denen gehört, die in den Bayern schon den kommenden Meister sehen“, gab sich auch Sportdirektor Klaus Allofs in der Öffentlichkeit hanseatisch zurückhaltend. Was bei Werder derzeit in der Kabine gesagt wird, dürfte indes forscherer Natur sein.

Ähnlich wird die Situation beim anderen „Nordlicht“ eingeschätzt. Der mittlerweile in elf Pflichtspielen unbesiegte HSV, der sich im Kalenderjahr 2007 als beste Bundesliga-Mannschaft etabliert hat, ist nach dem 2:1-Heimsieg gegen Hertha BSC dem Tabellenführer bedrohlich nahe gekommen. Doch den Bayern so richtig den Kampf ansagen wollte Trainer Huub Stevens nicht: „Dass unsere Fans jetzt bereits von mehr träumen, ist schön. Mich allerdings interessiert der aktuelle Tabellenstand nicht so sehr, nur, dass wir dieses Spiel gewonnen haben.“

Der HSV will noch nicht träumen

„Zum Träumen ist es noch zu früh“, meinte auch Guy Demel. Spielmacher Raphael van der Vaart überkamen hingegen angenehme Gefühle beim Blick auf die Tabelle. „Ich hoffe, dass wir jetzt lange so eng dranbleiben. Denn man weiß nie, was passiert“, sagte der Niederländer und betonte: „Der Druck liegt schließlich bei Bayern. Die müssen Meister werden.“

Beim FCB geht man derweil noch entspannt mit der neuen Tabellensituation um. „Recht ist uns das nicht, aber nervös macht uns das auch nicht“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, „Wir spüren nicht den Atem der Verfolger, sondern schauen nur auf uns selber“, hielt Mark van Bommel entgegen. Und auch Hamit Altintop versprühte weiter Optimismus. „Die anderen haben einen Lauf. Bei uns ist heute mal nur ein 0:0. Wenn wir mal ins Rollen kommen, dann sieht die Welt wieder ganz anders aus.“

Kahn überzeugt vom Titelgewinn

Auch Ottmar Hitzfeld reagierte am Sonntag gelassen. „Natürlich fühlen wir uns gejagt. Wir sind Spitzenreiter und der wird immer von allen gejagt. Aber dieser Belastung halten wir stand.“ Der „General“ konnte der neuen Spannung im Meisterschaftskampf sogar etwas Positives abgewinnen: „Es ist zum jetzigen Zeitpunkt der Saison gefährlich, wenn man ständig sechs, sieben Punkte Vorsprung hat. Dann schleicht sich schon mal Schlendrian ein, so aber bleibt die Spannung bei uns hoch.“

Höchstspannung verspricht auf jeden Fall schon der nächste Spieltag. Die Bayern müssen beim Deutschen Meister VfB Stuttgart antreten, der nach zwischenzeitlicher Krise zuletzt drei Pflichtspielsiege in Folge einfahren konnte. Der HSV gastiert beim FC Schalke 04 und Bremen empfängt die extrem auswärtsstarken Karlsruher, die in sechs Spielen auf Gegners Platz bereits 13 Punkte eingefahren haben. FCB-Kapitän Oliver Kahn ist jedenfalls im „kicker“ überzeugt. „Unsere Qualität und Klasse werden sich über 34 Spieltage durchsetzen. Ich bin mir sicher, dass wir Meister werden.“

Für fcbayern.de berichtet: Dirk Hauser

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