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Bayern froh

'Wir haben nun mal Luca Toni'

Das erste Kompliment des Abends verteilte Ottmar Hitzfeld an den Gegner. „Ich muss Mönchengladbach ein Kompliment machen“, sagte der Trainer des FC Bayern. Mit ihrem couragierten und frechen Auftritt hatte die Borussia in der Allianz Arena beeindruckt. „Sie waren spielerisch sehr stark und haben sich einige Chancen rausgespielt, mehr als andere Mannschaften hier in München“, meinte Hitzfeld.

Am Ausgang des Spiels änderte dies freilich nichts. 3:1 (0:0) besiegte der FC Bayern den Spitzenreiter der zweiten Liga und zog damit ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. „Wir haben ein ganz gutes Spiel gemacht“, war Hitzfeld auch mit seiner eigenen Mannschaft zufrieden, deren „Entwicklung und Reife“ er ausdrücklich lobte.

Geduldige Bayern

Gegen die Borussia war von Seiten des FC Bayern nämlich erst einmal Geduld gefragt. „Gladbach hat sich hier als eine Mannschaft präsentiert, die auch in der ersten Liga mitspielen könnte. Sie haben sich gewehrt und frech nach vorne gespielt. So einen Gegner muss man erst mal müde machen“, analysierte Hitzfeld.

Nach 45 Minuten stand es daher noch 0:0 in der Allianz Arena. Die Bayern bestimmten das Spiel, aber auch die Gäste hätten zu diesem Zeitpunkt führen können. Michael Rensing hatte aber zweimal glänzend reagiert (32. und 43. Minute). „Das Spiel stand auf des Messers Schneide“, meinte Hitzfeld. Uli Hoeneß glaubt: „Wenn wir da ein Gegentor kriegen, wird es ganz schwer.“

Sensationeller Toni

Wurde es aber nicht. „Wir haben nun mal Luca Toni“, stellte der FCB-Manager zufrieden fest. Denn Toni brachte den FC Bayern nach dem Seitenwechsel mit einem Kopfball (47.) und einem präzisen 18-Meter-Schuss (57.) auf die Siegesstraße. Es waren die Saisontreffer Nummer elf und zwölf des Italieners im 13. Spiel. „Diese Quote ist sensationell“, freute sich Hitzfeld, der bei seinem Stürmer „ein Radarsystem im Kopf“ vermutet. „Er steht immer am richtigen Ort und spekuliert auf Fehler des Gegners.“

„Wir haben vor der Saison einen Mittelstürmer gesucht, der viele Tore macht und Luca ist diesem Anspruch bisher sehr, sehr gerecht geworden“, lobte Uli Hoeneß Tonis Einstand beim FC Bayern. Gleiches hätte der Bayern-Manager auch über Miroslav Klose sagen können. Tonis etatmäßiger Sturmpartner wurde von Hitzfeld gegen Gladbach zunächst geschont, kurz nach seiner Einwechslung entschied er aber per Kopfball (83.) endgültig die Partie, nachdem Marcel Ndjeng (70.) die Gäste zwischenzeitlich bis auf ein Tor herangebracht hatte.

Tolle Zwischenbilanz

Kopf an Kopf liegen beide FCB-Stürmer nun mit jeweils zwölf Treffern in der Saisonbilanz vorne. „Dass neue Spieler so schnell einschlagen, konnte man nicht erwarten“, staunt selbst Hitzfeld über die tolle Zwischenbilanz seines Angriffs nach einem knappen Drittel der Saison. „Er ist einfach ein Typ, mit dem man gut zusammenspielen kann“, sagte Klose zur Harmonie mit Toni, die für den FC Bayern ein entscheidender Faktor auf dem Weg zu Titeln sein könnte.

Gegen Mönchengladbach jedenfalls entschieden Toni und Klose die Partie. „In den entscheidenden Momenten hat die individuelle Klasse der Bayern-Spieler den Ausschlag gegeben“, meinte Gladbachs Sascha Rösler. Sein Trainer Jos Luhukay sagte: „Es war schade, aber ich glaube, dass hier noch viele Mannschaften verlieren werden. Meine Mannschaft kann mit erhobenem Kopf den Platz verlassen.“ Hitzfeld hätte ihm da sicher zugestimmt.

Für fcbayern.de berichtet: Nikolaus Heindl

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