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Hoeneß im FCB.tv-Chat

'Die Meisterschaft hat Priorität'

Der Andrang war enorm. Weit über 600 Fragen gingen vor und während des Live-Chats mit Bayern-Manager Uli Hoeneß auf FCB.tv ein. Mit viel Geduld und noch mehr Spaß beantwortete der 55-Jährige so viele Fragen wie in den 30 Minuten möglich waren. fcbayern.de hat die besten Aussagen zusammengefasst.

Bayern-Manager Uli Hoeneß über….

…seine Zukunft als Bayern-Manager:
„Mein Vertrag läuft bis Ende 2009, das heißt noch gute zwei Jahre, dann ist vorgesehen, dass wir ein Revirement im Präsidium machen. Das werden wir alles auf uns zukommen lassen. Bis jetzt ist klar, was bis 2009 passiert, dann sehen wir weiter.“

…die Titel-Ziele in der laufenden Saison:
„Eines ist klar: Wir wollen unbedingt versuchen Deutscher Meister zu werden. Nach der schlechten Saison im letzten Jahr und einem Jahr ohne Titel hat die Meisterschaft Priorität.“

…den Druck und Stress im Manager-Beruf:
„Es gibt Zeiten, in denen es gar kein Problem ist. Wenn die Mannschaft gut spielt, wie am Anfang der Saison, wenn man glaubt, seine Arbeit gut gemacht zu haben. Aber wenn es dann so Wochen gibt, in denen es nicht ganz so gut läuft, ist es nicht immer einfach. Es gibt in jedem Beruf gewisse Rückschläge, aber da muss man eben dagegen halten. Bis jetzt ist es ja ganz gut gegangen.“

…sein großes Ziel mit dem FC Bayern:
„Am schönsten wäre es natürlich, die Champions League zu gewinnen, weil es der wichtigste Titel im Klubfußball ist. Ich glaube, dass wir mit den Investitionen in diesem Jahr und mit der Mannschaft, die wir zur neuen Saison auf ein zwei Positionen noch mal leicht verstärken werden, in der Lage sein müssten, mit den Großen mithalten zu können. Diesen Titel noch einmal zu gewinnen wäre eine besondere Auszeichnung für uns, die immer gesund und vernünftig wirtschaften. Dann ist so ein Champions League-Titel noch viel mehr wert als einer, der mit Milliarden aus dem Ölgeschäft finanziert wird.“

…Michael Rensing als künftige Nummer eins:
„Ich glaube nicht, dass das ein großes Risiko ist, weil wir mit Michael Rensing seit vielen Jahren einen der talentiertesten deutschen Torhüter auf der Bank haben. Wir haben ihn immer wieder einsetzen können, wenn Oliver Kahn verletzt war, und ich kann mich nicht an ein Spiel erinnern, in dem er enttäuscht hat. Deswegen habe ich überhaupt keine Sorgen, dass wir da ein Risiko eingehen.“

…das Wintertrainingslager in Marbella:
„Wir hatten das Gefühl, dass die Leute in Dubai den FC Bayern als selbstverständlich erachtet haben. Sie wollten, dass wir schon am 4. Januar zu einem Turnier antreten, das wollten wir aber nicht machen. Darum haben wir uns entschieden, dass wir dieses Jahr nur das Sportliche in den Vordergrund stellen und deshalb fahren wir nach Marbella. Der Trainingsplatz ist nur knapp 500 Meter weg, wir werden voraussichtlich keine Freundschaftsspiele machen, sondern nur trainieren. Wir wollten dokumentieren, dass wir diese Saison vom sportlichen her sehr ernst nehmen und alles tun, um in der Rückrunde fit zu sein.“

…die Streiche von Franck Ribéry:
„Bei mir persönlich hat er es noch nicht versucht, aber ich hätte damit überhaupt kein Problem. Franck ist ein lustiger Kerl und ich freue mich wahnsinnig darüber, wie schnell er sich in der Mannschaft integriert hat. Man muss bei ihm immer mit allem möglichen rechnen, dass ein Koffer fehlt oder Zahnpasta irgendwo klebt. Aber das gehört dazu.“

…Mark van Bommel:
„Ich persönlich finde, dass wir mit Mark einen sehr guten Spieler aus Barcelona geholt haben. Er hat die Erwartungen als Führungspersönlichkeit und als intelligenter Bursche, der auch etwas in der Öffentlichkeit zu sagen hat, sehr gut erfüllt. Er hat noch anderthalb Jahre Vertrag, wir werden uns sicher im Frühjahr damit beschäftigen. Ich persönlich hätte kein Problem mit ihm zu verlängern, weil er ein Spieler ist, der dem FC Bayern gut zu Gesicht steht.

…das bisherige Abschneiden der Bundesligisten im Europapokal:
„Ich finde, dass sich die deutschen Mannschaften nach anfänglichen Schwierigkeiten stabilisiert haben. Wenn im Frühjahr noch vier, fünf Mannschaften dabei sind, dann ist das ein großer Fortschritt gegenüber den letzten Jahren. Ich würde mir wünschen, dass Bremen und Schalke dann noch in der Champions League spielen, weil sie dann Punkte machen können für die Fünfjahreswertung. Außerdem hätten sie dann mittwochs immer schwere Spiele, was extrem wichtig ist im Kampf um die Meisterschaft. Denn es wäre fatal, wenn die Konkurrenten in der Meisterschaft plötzlich am Mittwoch alle nicht spielen würden.“

…die Manager der anderen Vereine:
„Es gibt viele Leute, die gute Arbeit leisten. Es ist ja auch immer eine Frage, in welchem Umfeld man arbeitet. Klaus Allofs macht in Bremen einen super Job, Andreas Müller in Schalke hat sich als junger Mann gut etabliert. Ich glaube auch, dass mein Bruder in Berlin einen guten Job in den letzten Jahren gemacht hat. In Stuttgart macht Horst Heldt einen guten Job, wenn man im ersten Jahr Deutscher Meister wird. Ich glaube, wir haben viele gute junge Leute, die da nachgekommen sind.“

…die EM-Gruppenauslosung:
„Natürlich ist das vermeintlich eine leichte Gruppe, aber wenn man das ganz genau anschaut, ist doch folgendes Problem in der Gruppe: Jeder sagt, Deutschland ist haushoher Favorit. Polen und Kroatien haben eine sehr gute Qualifikation gespielt und die Österreicher werden im Moment so schlecht gehandelt, dass sie gar nicht schlecht spielen können. Insofern ist das aus der Favoritenrolle heraus eine undankbare Gruppe. Jeder rechnet damit, dass sich Deutschland locker qualifiziert, und der Druck wird enorm sein, wenn mal ein Spiel nicht gewonnen wird. Wir haben eine sehr gute Mannschaft, keine Frage, aber keine Übermannschaft.“

…die Nachwuchsarbeit in Deutschland:
„Grundsätzlich glaube ich, dass die deutsche Nachwuchsarbeit in den letzten Jahren besser geworden ist. Wir hatten ja vor fünf, sechs Jahren ein riesiges Loch, doch inzwischen haben wir gerade im Bereich der U16, U17, U18 und auch der U21 sehr aufgeholt. Ich fand gerade beim FC Bayern die Nachwuchsarbeit besonders gut, wir haben mit Hermann Gerland, Kurt Niedermayer, Stefan Beckenbauer oder Werner Kern gute Kräfte. Wir haben auch für einen Profiverein sehr viele gute junge Leute in die Profiabteilung übernehmen können. Ich habe das Gefühl, dass sich in der Bundesliga grundsätzlich und beim FC Bayern sehr viel Positives entwickelt hat.“

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