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Rekord zum Abschluss

Toni krönt sein erstes FCB-Halbjahr

Es sah nach Zufall aus, aber es steckte auch Berechnung dahinter. Den ersten vier Bayern-Toren gegen Aris Thessaloniki am Mittwochabend ging jeweils ein Fehler von Aris-Keeper Konstantinos Chalkias voraus, der den Ball nicht festhalten konnte. „Wir haben beim Aufwärmen schon gemerkt, dass der Boden und der Ball sehr glitschig sind. Dementsprechend schwer war es für die Torhüter“, erzählte Christian Lell. Besonders einer hat daraus seine Schlüsse gezogen: Luca Toni. 1:0, 2:0, 3:0, 4:0 - der Italiener stand bei Chalkias’ Patzern immer goldrichtig und staubte ab.

„Er hat eine Nase dafür, wo der Ball hinfallen könnte. Er ist einfach immer da, wo was los ist“, freute sich Uli Hoeneß über den Torriecher des Italieners, der sich mit seinen vier Treffern in die Geschichtsbücher eintrug. Jürgen Klinsmann waren vor zwölf Jahren (beim 4:1 gegen Benfica Lissabon am 21. November 1995) als bislang einzigem FCB-Profi vier Tore in einem UEFA-Cup-Spiel gelungen - jetzt zog Toni mit ihm gleich. Nur ein Tor fehlte dem 30-Jährigen zum ewigen Europapokalrekord von Gerd Müller, der am 24. Oktober 1972 gegen Omonia Nikosia (9:0) fünf Tore erzielte, damals aber im Europapokal der Landesmeister.

Ein glanzvolles Halbjahr

„Vier Tore in einem Spiel habe ich seit meiner Kindheit nicht mehr gemacht“, konnte Toni sein Torfestival im letzten Auftritt vor der Winterpause kaum glauben. „Das ist die beste Art und Weise, das Jahr zu beenden.“ Tatsächlich war der Gala-Auftritt des italienischen Weltmeisters gegen Thessaloniki der glänzende Abschluss seines ersten halben Jahres beim FC Bayern.

Tonis Bilanz kann sich mehr als sehen lassen. An 21 Toren war er in 21 Pflichtspielen beteiligt, 17 Treffer erzielte er selbst, 4 Tore bereitete er vor. „Er ist abgebrüht vor dem Tor und beschäftigt immer zwei, drei Spieler“, beschrieb Ottmar Hitzfeld die Stärken seines erfolgreichsten Hinrunden-Torjägers. Dabei lief nicht alles nach Plan in Tonis ersten sechs FCB-Monaten. Schon in der Vorbereitung stoppte ihn eine Verletzung am Knie, danach laborierte er wochenlang an Oberschenkelproblemen. Trotzdem hat er in seinen ersten zehn Pflichtspielen bis Anfang Oktober zehn Tore erzielt.

Nicht fit, aber erfolgreich

„Immer wenn ich sage, ich bin 100-prozentig fit, schieße ich kein Tor“, hatte Toni vor dem Thessaloniki im Spaß gemeint. Ein Körnchen Wahrheit scheint aber dran zu sein an dieser Theorie. Denn kaum war der Italiener Ende Oktober endlich verletzungsfrei geriet seine Trefferbilanz ins Stocken. Im Dezember musste er dann wegen einer Oberschenkelverhärtung wieder pausieren - kaum war er ins Training zurückgekehrt, traf er gegen Aris vier Mal.

„Er hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet. Man hat gesehen, dass er auch präsent ist, wenn er nicht 100-prozentig fit ist“, sagte Hoeneß nach dem 6:0 gegen Thessaloniki. „Heute hat man gesehen, was ein Luca Toni für uns wert ist.“ Daran gilt es anzuknüpfen, ganz nach dem Vorbild von Klinsmann. Dessen vier Treffer gegen Benfica vor zwölf Jahren waren nur Teil einer herausragenden Saison des ehemaligen FCB-Stürmers. Der traf 15 Mal in der damaligen UEFA-Cup-Saison, bis heute ist das Rekord in diesem Wettbewerb. Am Ende gewann er mit dem FC Bayern auch den Titel.

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