präsentiert von
Menü
Sosa heiß auf Rückrunde

'Dann werde ich zeigen, was ich kann'

Neues Jahr, neues Glück. Das gilt in diesem Fall auch und vor allem für José Ernesto Sosa. Der Neuzugang des FC Bayern war einer der großen Pechvögel der abgelaufenen Hinrunde. Nach viel versprechenden Leistungen in der Vorbereitung verpasste der mit großen Vorschusslorbeeren nach München gewechselte Argentinier zu Saisonbeginn wegen Verletzungen den Anschluss.

Am Ende standen für den 22-jährigen Mittelfeldspieler nur vier Bundesliga-Einsätze zu Buche. Im Trainingslager in Marbella nahm sich „El principito“, der kleine Prinz, wie er in seiner Heimat genannt wird, Zeit, um mit fcbayern.de über seine Situation und die bevorstehende Rückrunde zu sprechen.

Das Interview mit José Ernesto Sosa:

fcbayern: José, ist es richtig zu behaupten, dass das erste halbe Jahr in Deutschland für Dich alles andere als nach Wünsch gelaufen ist?
José Sosa: „Ja, mit Sicherheit. Neben den vielen, vielen neuen Dingen, die am Anfang auf mich eingeströmt sind, wie einem neuen Land, eine andere Kultur, eine andere Sprache und einer anderen Art zu leben, waren meine Verletzungen sicher das größte Problem. Aber das sind Dinge, mit denen man als Fußballspieler rechnen muss. Ich hatte das Pech, dass ich mich erst am Knöchel verletzt habe, als das einigermaßen auskuriert war hatte ich Probleme mit dem Rücken. So hatte ich nie die Gelegenheit, körperlich bei hundert Prozent zu sein und damit so oft zu spielen, wie meine Mannschaftskollegen.“

fcbayern: Hast Du denn derzeit noch Beschwerden?
Sosa: „Nein, nein, ich habe keine Probleme mehr, mir geht es zum Glück sehr gut. Natürlich muss man immer etwas aufpassen, nach einer Verletzung ist man am Anfang immer etwas anfälliger. Aber ich bin wieder voll belastbar, trainiere mit großer Lust und mit hundert Prozent.“

fcbayern: Was stimmt Dich zuversichtlich, dass Du in der Rückrunde endlich so richtig durchstarten kannst?
Sosa: „Ich denke, das Wichtigste ist, gesund zu sein und jede Trainingseinheit mitmachen zu können. Das war in der Hinrunde leider nicht der Fall, aber bis jetzt geht es mir Gott sei Dank sehr, sehr gut. Ich bin jetzt physisch auf dem gleichen Stand wie meine Mitspieler, was die Voraussetzung ist, um gut mitzuspielen. Deswegen bin ich zuversichtlich, dass es in der Rückrunde besser klappt.“

fcbayern: Aber die Konkurrenz, gerade im Mittelfeld, ist sehr groß.
Sosa: „Das stimmt, aber in einem großen Klub wie es der FC Bayern ist, gehört dieser harte Wettkampf dazu. Aber es macht mich im Moment sehr glücklich, dass ich mit so vielen erstklassigen Spielern um einen Platz kämpfe, das motiviert mich, stetig an mir zu arbeiten und mich weiter zu verbessern. Ich will unbedingt spielen.“

fcbayern: Spürt man diesen Kampf um die Plätze gut zwei Wochen vor dem ersten Pflichtspiel im Training? Geht es da im Trainingsspiel härter zur Sache?
Sosa: „Ja, auf jeden Fall. Hier geht es in jedem Training mit hundert Prozent zur Sache. Jeder kämpft, jeder will spielen und man weiß in jeder Einheit, dass es nicht leicht ist, in die Mannschaft zu kommen. Man muss immer sein höchstes Niveau abrufen, um zu spielen. Aber wir haben ein sehr gutes Klima in der Gruppe. Im vergangenen halben Jahr konnten wir uns gut kennen lernen, wir hatten ja viele Neue im Kader. Ich denke, das wird man auch in der Rückrunde sehen.“

fcbayern: Wo siehst Du für Dich die Idealposition auf dem Spielfeld?
Sosa: „In den letzten Testspielen habe ich links gespielt, weil Franck nicht da war. Glücklicherweise hatte ich in Argentinien einige sehr gute Trainer, die mich immer wieder auf verschiedenen Positionen im Mittelfeld eingesetzt haben. Davon profitiere ich heute und kann da spielen, wo ich benötigt werde.“

fcbayern: Es fällt auf, dass Du, wenn Du spielst, fast immer die Ecken und Freistöße schießt. Ist das eine Anweisung des Trainers oder geschieht das aus der Mannschaft heraus?
Sosa: „Nein, das hat Ottmar Hitzfeld so festgelegt. Ich habe schon bei Estudiantes die Standardsituationen ausgeführt und ich glaube, dass das auch eine meiner Stärken ist, die ich in die Mannschaft einbringen kann.“

fcbayern: Welche Rolle spielt es für dich, dass mit Martin Demichelis ein Landsmann beim FCB ist?
Sosa: „Micho war und ist nach wie vor für mich sehr wichtig, das habe ich schon des Öfteren betont. Als er nach München kam, hatte er fast die gleichen Probleme, so konnte er mich in Gesprächen immer wieder aufbauen und mir Mut machen. Er ist zu einem guten und wichtigen Freund geworden, der mir, als ich neu nach München kam, in vielen Dingen geholfen hat. Man muss sich in vielen Dingen umstellen, und da ist es von großem Vorteil, wenn jemand da ist, der weiß, wie es einem geht.“

fcbayern: Wie lauten denn Deine persönlichen Ziele für die bevorstehende Rückrunde?
Sosa: „Wie ich schon sagte, das Wichtigste für mich ist, an jeder Trainingseinheit teilnehmen zu können. Wenn das der Fall ist, dann werde ich auch zu meinen Einsätzen kommen und dann zeigen können, was ich kann.“

fcbayern: Um dann wieder den Sprung in die argentinische Nationalmannschaft zu schaffen?
Sosa: „Ja, das wäre eine tolle Sache. Davon träumt jeder Spieler, aber die Voraussetzung dafür ist, dass es im Klub läuft. Der Rest kommt dann von alleine.“

fcbayern: Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Rückrunde.

Das Interview führte: Carsten Zimmermann

Weitere Inhalte