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WSV-Coach Jerat

'Das große Saisonziel bleibt der Aufstieg'

Keine Frage - das Pokalachtelfinale gegen den FC Bayern ist für den Wuppertaler SV das größte Spiel der letzten Jahre. Um dem großen Fanansturm gerecht zu werden, entschlossen sich die Verantwortlichen des Tabellenführers der Regionalliga Nord sogar zu einem Umzug in die Arena AufSchalke. Mehr als 61.000 Zuschauer werden jetzt live dabei sein, wenn Trainer Wolfgang Jerat mit seiner Mannschaft den großen Favoriten aus München ärgern will. „Das große Saisonziel ist und bleibt der Aufstieg“, betonte jedoch Jerat im Interview mit fcbayern.de.

Das Interview mit Wolfgang Jerat:

fcbayern.de: Hallo Herr Jerat, erinnern Sie sich noch an den 20. März 1993?
Wolfgang Jerat: „Oh ja, damals habe ich als Trainer mit dem 1. FC Köln gegen Bayern 0:3 verloren. Das war eine ziemlich deutliche Klatsche. Wir waren im Grunde chancenlos. Das einzig Schöne war, dass am Rande des Spiels ein nettes Foto mit Karlheinz Rummenigge, meinem Sohn Tim (Er steht im aktuellen Kader des WSV, Anm. der Red.) und mir entstanden ist, das ich heute noch habe.“

fcbayern.de: Wie wollen Sie diesmal den FC Bayern schlagen?
Jerat: „Dass dies ungemein schwierig wird, steht außer Frage. Wir möchten vor allem dazu betragen, dass die 61.500 Zuschauer bestens unterhalten werden. Wir wollen nicht zum Spielball des FC Bayern werden.“

fcbayern.de: Sie gelten als ein Trainer, der offensiv spielen lässt. Gilt beim Spiel gegen den FC Bayern: Angriff ist die beste Verteidigung?
Jerat: „Es gibt auch den Spruch: Wenn der Ball bei uns ist, kann der Gegner kein Tor erzielen. Alles das trifft natürlich zu. Wenn sich die Chance ergibt, nach vorne etwas zu machen, werden wir das auch tun. Wir haben ja einen guten Angriff, wie die bisherige Regionalliga-Saison gezeigt hat.“

fcbayern.de: Das Pokalspiel gegen Bayern findet nicht im „Stadion am Zoo“ statt, sondern auf Schalke. Bewerten Sie diesen Umzug aus sportlicher Sicht positiv oder negativ?
Jerat: „Die Bayern haben einen leichten Vorteil, weil sie das Stadion ja kennen. Aber ob auf Schalke oder in unserem Stadion - wir müssen absolut über uns hinauswachsen, um in die nächste Runde zu kommen. Aus logistischer und finanzieller Sicht wäre es Unsinn gewesen, in Wuppertal zu bleiben. Dort hätten wegen des Umbaus nur 16.500 Fans dabei sein können.“

fcbayern.de: Die Schalker Arena ist ausverkauft. Hat Sie der Ansturm auf die Tickets überrascht?
Jerat: „Nein, ganz und gar nicht. Die WSV-Fans sind heiß auf diese Partie, deshalb sind die Karten ja auch ausschließlich in Wuppertal vergriffen gewesen, es gab gar keinen bundesweiten Verkauf mehr. Aber Bayern hat in ganz Deutschland viele Fans. Ich gehe mal davon aus, dass auch sie sich schnell eingedeckt haben. Weil auch die Schalke-Fans gerne in ihre Arena gekommen wären, hätten wir mindestens 100.000 Tickets absetzen können.“

fcbayern.de: Sie haben in der Winterpause gleich mehrfach auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Wurden diese Transfers durch die zu erwartenden hohen Einnahmen aus dem Pokalspiel gegen Bayern begünstigt?
Jerat: „Das ist zwar eher eine Frage an unseren Präsidenten Friedhelm Runge, aber ich glaube nicht. Die Transfers sind so gedacht, dass wir im Falle eines möglichen Zweitliga-Aufstiegs nicht im Sommer zu sehr aktiv werden müssen. Das war schon vor dem Bayern-Los so geplant.“

fcbayern.de: Erst Mitte Februar steht in der Regionalliga das erste Spiel auf dem Programm, das DFB-Pokalspiel findet bereits Ende Januar statt. Inwiefern war dies ein Problem in der Vorbereitung?
Jerat: „Das ist in der Tat ein Spagat. Das Bayern-Match ist ein absolutes Highlight, kann aber auch etwas die Konzentration nehmen. Ich hoffe, dass wir es schaffen, einerseits gegen die Bayern hoch motiviert aufzutreten und gleichzeitig die Grundlagen für den wichtigen Regionalliga-Start am 16. Februar in Düsseldorf zu legen. Daran werden der Trainerstab und die Physiotherapeuten intensiv arbeiten. Das große Saisonziel ist und bleibt der Aufstieg.“

fcbayern.de: Seit der Auslosung war in Wuppertal alles auf das Spiel gegen Bayern fokussiert. Befürchten Sie im Falle einer Niederlage negative Auswirkungen auf den Start in die Regionalliga-Rückrunde?
Jerat: „Nein, eine Niederlage gegen den FC Bayern würde uns in Wuppertal niemand übel nehmen. Wichtig ist nur, dass wir gut mithalten und uns nicht abschießen lassen. Jeder weiß, dass ein Sieg gegen eine solche Toptruppe eine Riesensensation wäre.“

fcbayern.de: Wenn Sie sich einen Spieler beim FC Bayern für die Rückrunde ausleihen könnten, wen würden Sie wählen?
Jerat: „Wir sind mit unserem Torwart Christian Maly hoch zufrieden. Aber es wäre doch schön, wenn Olli Kahn seine imponierende Karriere beim WSV ausklingen lassen würde."

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