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Rot gegen Blau

Derby wichtige Standortbestimmung für den FCB

Verlieren verboten! Wenn am Samstagnachmittag der FC Bayern und der TSV 1860 zum 203. Münchner Derby gegeneinander antreten (ab 15.15 Uhr im FCB-Liverticker), geht es zwar nicht um wichtige Bundesliga-Punkte, aber wie immer um ganz viel Prestige. „Wir haben in der Allianz Arena noch nicht gegen die Löwen gewonnen. Da wäre es mal Zeit für einen Sieg“, sagte Manager Uli Hoeneß.

Drei Mal haben die Roten zuletzt gegen die Blauen ein Freundschaftsderby verloren. Besonders das letzte Duell vor anderthalb Jahren, als der FCB beim Abschiedsspiel für Giovane Elber mit 0:3 unterlag, hat man an der Säbener Straße noch nicht vergessen. „Ein Derby ist immer wichtig. Und wir haben ja noch etwas gutzumachen. Wir wissen, wie wichtig das Derby für die Fans ist“, sagte Philipp Lahm, einer von drei gebürtigen Münchnern im Kader des FCB.

Ein Derby mit Vorbereitungsspiel-Charakter

Lahm möchte zudem vermeiden, sich anschließend Sprüche von Löwen-Fans aus seinem Bekanntenkreis anhören zu müssen. „Deswegen werden wie alles daran setzen, das Spiel zu gewinnen“, sagte der Nationalspieler. „Wenn man verliert, wird man anschließend aufgezogen“, weiß auch Bastian Schweinsteiger um die zusätzliche Brisanz eines Derbys. Hamit Altintop, Derby erfahren durch die Duelle Schalke gegen Dortmund, sagte vor seiner München-Derby-Premiere: „Man will anschließend schon mit breiter Brust rumlaufen."

Ein Sieg ist also das angestrebte Ziel für den FC Bayern, der soll aber nicht um jeden Preis errungen werden. „Das Spiel ist drei Tage vor Wuppertal und sechs Tage vor Rostock. Wir sollten vielleicht nicht zu 100 Prozent Gas geben, aber wir müssen unbedingt gewinnen“, sagte Willy Sagnol zur Bedeutung des Spiels. „Wir nehmen das Spiel ernst. Aber es ist ein Vorbereitungsspiel“, schränkte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ein.

Löwen wollen sich teuer verkaufen

Hoeneß sieht das Spiel in Anbetracht des bevorstehenden Rückrundenauftakts als „eine wichtige Standortbestimmung“ für den FC Bayern. „Das Derby ist ein gutes Vorbereitungsspiel für uns, ein guter Test“, sagte Oliver Kahn, der am Samstag sein letztes Derby bestreiten wird und „viele, viele“ Erinnerrungen an die Duelle mit den Löwen hat. „Das waren immer tolle, immer dramatische Spiele, mit vielen, vielen Highlights.“ Von hoch- bis überkochenden Emotionen ganz zu schweigen. „In den Spielen war immer ganz schön Feuer drin“, sagte Schweinsteiger, der sich erneut auf hart geführte Zweikämpfe einstellt.

Doch auch im Lager des TSV 1860 wird man die Prioritäten mehr auf das Pokalduell am Dienstag in Aachen und das erste Punktspiel im neuen Jahr am Sonntag nächster Woche zuhause gegen den FC Augsburg legen. Zumal Trainer Marco Kurz von einigen Personalsorgen geplagt wird. „Teuer verkaufen“, will sich Kurz mit seiner Mannschaft, betonte aber auch, dass man „mit den Kräften haushalten muss“. Manager Reuter pflichtet ihm bei: „Wir nehmen das Derby ernst, aber entscheidend ist für uns, was in Aachen passiert."

FCB drückt TSV die Daumen im Aufstiegskampf

So werden Kurz und sein Pendant Ottmar Hitzfeld sicherlich nach der Halbzeitpause ordentlich durchwechseln und vielleicht auch noch mal das eine oder andere testen - sowohl in taktsicher als auch personeller Hinsicht. „Es macht keinen Sinn, dass nur eine Elf durchspielt“, kündigte Hitzfeld bereits an. Für einige Spieler dient das Derby vielleicht sogar dazu, sich noch mal nachhaltig beim Trainer für zukünftige Aufgaben zu empfehlen. „Das ist ein Spiel, das in Sachen Stammplätze für die nächsten Wochen entscheidend sein kann“, glaubt Hamit Altintop.

Beim FC Bayern hätte man übrigens nichts dagegen, wenn es ab der neuen Saison im Münchner Derby wieder um Bundesligapunkte gehen würde. „Es wäre toll, wenn die 60er aufsteigen würden. Ein Derby in der Allianz nicht unter einem Freundschaftsspielaspekt wäre von der Stimmung her sicherlich phantastisch“, glaubt Kahn. Und Schweinsteiger sagte: „Ich hoffe, sie steigen auf, damit wir bald schon wieder ein richtiges Derby haben werden.“ Da würde es für den FC Bayern erst recht heißen: Verlieren verboten!

Für fcbayern.de berichtet: Dirk Hauser

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