präsentiert von
Menü
'Jetzt geht’s los!'

FCB beginnt gegen Wuppertal die Titeljagd

2:1 gegen den FC Augsburg, 7:2 gegen Chinas Olympiaauswahl, 3:2 gegen Fortuna Düsseldorf und 1:1 gegen den TSV 1860 München - vier Testspiele hat der FC Bayern in 22 Tagen Vorbereitung bestritten, am Dienstagabend ist alles Makulatur. Im DFB-Pokal-Achtelfinale beim Wuppertaler SV (ab 18.45 Uhr im FCB-Liveticker und exklusiv im Webradio bei FCB.tv) wird sich zeigen, wie gut der FC Bayern wirklich in Form ist. „In den Vorbereitungsspielen fehlt die Spannung“, sagte Ottmar Hitzfeld, der jetzt, vor dem ersten Pflichtspiel nach der Winterpause, wachsende Anspannung in seinem Kader bemerkt. „Man spürt, dass sich die Mannschaft für die Rückrunde viel vorgenommen hat. Morgen wollen wir damit anfangen.“

„Jetzt geht’s los“, freute sich Mark van Bommel auf das Ende der 40-tägigen Pflichtspielpause, ausgerechnet an dem Ort, an dem der FC Bayern die schlechteste Bilanz der letzten sechs Jahre aufweist: in der Gelsenkirchener Veltins-Arena. Noch kein Spiel hat der FC Bayern dort seit der Eröffnung im Sommer 2001 gewonnen (5 Niederlagen, 2 Remis). Doch jetzt, gegen den Regionalligisten aus Wuppertal, stehen die Chancen auf einen Sieg besser als je zuvor.

Mit Tempo gegen das Bollwerk

„Ganz klar, wir erwarten einen Sieg“, machte Uli Hoeneß klar. Auch Van Bommel ist von einem Sieg der Bayern überzeugt, weiß aber auch: „Man muss natürlich etwas dafür tun.“ Das Erstrundenspiel beim Regionalligisten Wacker Burghausen, das die Bayern erst im Elfmeterschießen für sich entschieden haben, sollte Warnung genug sein. „Man hat in Burghausen gesehen, dass es nicht so einfach ist, gegen einen Regionalligisten zu gewinnen“, erinnerte Van Bommel.

Wie in Burghausen oder zuletzt in der Vorbereitung gegen 1860 München und Düsseldorf muss sich der Bundesliga-Spitzenreiter auf einen leidenschaftlich kämpfenden Gegner einstellen. Hitzfeld erwartet „einen Gegner, der ein Abwehrbollwerk aufziehen wird. Das gilt es zu knacken.“ Und wie? „Wir müssen einen hohen Rhythmus gehen, um Schwächen des Gegners auszunutzen.“

FCB ohne Sechs

Zudem würde den Bayern ein frühes Tor in die Karten spielen. Laut Hitzfeld wollen die Münchner daher „mit höchster Konzentration, sehr viel Geduld und Entschlossenheit in die Offensive gehen.“ Die Mannschaft, die er dabei auf den Platz schicken wird, hat der FCB-Cheftrainer bereits im Kopf. Willy Sagnol und José Sosa scheinen den Kampf um die umstrittenen beiden Positionen auf dem rechten Flügel für sich entschieden zu haben. Dafür fehlen neben Lukas Podolski und Marcell Jansen auch Andreas Ottl (Oberschenkelzerrung), Michael Rensing (Hexenschuss), Breno und Stephan Fürstner (beide nicht berücksichtigt).

Ein Fragezeichen steht derweil hinter dem Effekt, den die mit 61.482 Zuschauern ausverkaufte Veltins-Arena - das Wuppertaler Stadion am Zoo befindet sich im Umbau - auf die Wuppertaler haben wird. Die ungewohnt große Kulisse könne den Regionalligisten entweder nervös machen oder ihm einen Schub verleihen, meinte Van Bommel, der hofft, dass auch viele Bayern-Fans im Stadion sind. „Die sind ja überall.“

Stolperstein Wuppertal

„Wir dürfen nicht in Ehrfurcht erstarren, auch wenn wir in so einem riesigen Stadion auflaufen“, sagte WSV-Torwart Torwart Christian Maly vor dem Duell mit dem FC Bayern. Der Einzug ins Achtelfinale ist der größte DFB-Pokal-Erfolg für den bergischen Traditionsklub seit 1963. Nach dem Sieg gegen Hertha BSC Berlin (2:0) in der letzten Runde wollen die Wuppertaler jetzt wieder ihre Außenseiterchance nutzen. Letzte Woche zeigten sie auch gegen den VfL Bochum (2:1), dass sie in der Lage sind, einen Bundesligisten zu schlagen. Auch den FC Bayern. „Wir versuchen schon zu gewinnen“, betonte Maly.

Um den Respekt vor dem deutschen Rekordmeister abzubauen, griff WSV-Chefcoach Wolfgang Jerat zu einer ungewöhnlichen Maßnahme. Im Trainingspiel ließ er eine Mannschaft in FCB-Trikots spielen. „Damit die Jungs ein Gefühl für den Gegner bekommen“, erklärte er. Von vornherein geschlagen gibt sich der Herbstmeister der Regionalliga Nord nicht. „Eigentlich haben wir gegen die Bayern keine Chance. Wir wollen uns aber gut präsentieren und kein Spielball der Münchner sein“, sagte Jerat.

FCB auf Titeljagd

Der Wuppertaler SV will sich im „Jahrhundertspiel“ (WSV-Präsidenten Friedhelm Runge) gegen den FC Bayern also teuer verkaufen. Die Münchner wollen diese Pflichtaufgabe aber meistern, um dem Ziel DFB-Pokal-Sieg ein Stückchen näher zu kommen. „Das ist der Titel, den man ‚am einfachsten’ gewinnen kann, weil es die wenigsten Spiele sind“, meinte Hitzfeld. Und Titel sind es, die die Bayern in der Rückrunde gewinnen wollen.

Für fcbayern.de berichtet: Nikolaus Heindl

So könnten sie spielen:

Wuppertaler SV: Maly - Malura, Lorenzon, M. Stuckmann, Lejan - Jerat, Lintjens, Bölstler - Rietpietsch - Saglik, Damm

FC Bayern: Kahn - Sagnol, Lucio, Demichelis, Lahm - Sosa, Van Bommel, Zé Roberto, Ribéry - Klose, Toni
Im Kader: Dreher, Lell, Van Buyten, Altintop, Schweinsteiger, Kroos, Schlaudraff

Schiedsrichter: Weiner (Giesen)

Weitere Inhalte