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'Drei Titel nicht unrealistisch'

Kahn strebt perfektes Karriereende an

Gut zwei Wochen vor Beginn der Bundesliga-Rückrunde geht Bayern-Kapitän Oliver Kahn fest vom Gewinn der Meisterschaft aus und damit von einem perfekten Ende seiner 20-jährigen Laufbahn als Fußball-Profi. „Ich glaube, dass wir auf konstanterem Niveau das spielen werden, was wir in der Vorrunde gespielt haben und dann auch relativ souverän Deutscher Meister werden“, sagte Kahn am Mittwoch im Trainingslager in Marbella.

In seinem letzten „von über 50 Trainingslagern“, in dem ihn eine Halswirbel-Verrenkung zu einem Tag Übungspause zwingt, kommt bei ihm „überhaupt keine Wehmut auf“, wie er versichert. Im Gegenteil: Der dreimalige Welttorhüter hat nach eigener Aussage ein allerletztes Mal den „Autopiloten“ eingeschaltet, der ihn zu einem glorreichen Karriereabschluss Mitte Mai leiten soll: „Wenn alles passt und wir unsere Leistungsgrenze erreichen, ist es nicht unrealistisch, alle drei Titel zu packen.“

Leben im Jetzt und Hier

Auf der Zielgeraden seiner langen und erfolgreichen Karriere, maximal 30 Pflichtspiele kann der 38 Jahre alte Torhüter bis zum letzten Spieltag am 17. Mai noch bestreiten, will Kahn darum noch einmal alles dem Erfolg unterordnen. Darum appellierte er auch eindringlich, sich auf die Gegenwart zu konzentrieren, anstatt sich intensiv mit dem im Sommer antretenden Trainer Jürgen Klinsmann zu beschäftigen.

„Es ist gut, dass die Dinge geklärt sind. Wir dürfen es aber nicht zulassen, dass hier permanent über die Zukunft geredet wird. Das wäre Blödsinn. Wir leben im Hier und Jetzt“, so Kahn, der sich zum Abschluss vor allem eines wünscht: Noch einmal als Kapitän die Meisterschale in Empfang zu nehmen. „Wir müssen schauen, dass wir im Sommer wieder auf dem Münchner Marienplatz stehen mit Etwas in den Händen.“

Zukunft noch offen

Was nach seiner aktiven Laufbahn kommen wird, das ließ Kahn noch offen. Sicher ist aber, dass der dienstälteste Bayern-Profi sich zunächst einmal zurückziehen wird. „Ich denke, es wird eine mittelfristige Zeit geben, wo ich mit dem Fußball nichts mehr zu tun habe - vielleicht auch für immer.“ Er brauche erstmal eine „gewisse Distanz, um runter zu fahren.“ Es gebe „so viele andere Dinge im Leben, da kommen so viele interessante Sachen auf mich zu. Das sind Fragen, die ich in aller Ruhe beantworten werde“, sagte Kahn.

In seinem letzten halben Jahr will er noch mal alles mobilisieren, um mit einem Happy End abtreten zu können. „Ich hatte viele Erfolge, viele Misserfolge, viele emotionale Erlebnisse. Man versucht noch einmal, alles herauszuholen die nächsten Monate - und dann ist auch genug.“ Ein Posten in Klinsmanns Funktionsteam, etwa als Torwarttrainer, kommt für Kahn nicht infrage. „Ich glaube, da braucht man mich nicht.“

Letzter Wunsch: Ein Tor

Neben dem einen oder anderen Titel wünscht sich Kahn zum Abschluss höchstens noch eines: Sich in die Torschützenliste einzutragen, auch um die „blöde Statistik“ zu schönen. „Vielleicht am letzten Spieltag gegen Hertha, in der 90. Minute zum 2:1 und damit zum Gewinn der Meisterschaft“, malte sich Kahn den Wunsch aus, um diesen gleich wieder zu verwerfen: „Aber das wäre ja dann keine souveräne Meisterschaft.“

Für fcbayern.de in Marbella: Carsten Zimmermann

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