präsentiert von
Menü
'Neues Jahr, neuer Start'

Kämpferisch und motiviert - Sagnol greift an

Zvonko Komes und Riccardo Proietti hatten sich am Mittwoch etwas ganz Besonderes ausgedacht. Mit Stangen, Hütchen und Trittleitern hatten die beiden Fitnesstrainer des FC Bayern in einer Ecke des Trainingsplatzes drei Stationen aufgebaut, an denen die Spieler kurze Sprints, Antritte und Richtungswechsel machen mussten - Übungen, die notwendig sind, deren Spaßfaktor sich aber in Grenzen hält. Willy Sagnol ließ sich dies jedoch nicht anmerken. Als Erster seiner Trainingsgruppe absolvierte er hochkonzentriert jede Station, schon beim Ausdauerlauf zwei Tage zuvor war er vorneweg gelaufen - es ist nicht zu übersehen: Willy Sagnol greift wieder an.

„Neues Jahr, neuer Start“, sagte der französische Rechtsverteidiger auf der anschließenden Pressekonferenz. Nach langer Verletzungspause steigt er jetzt wieder voll in den Konkurrenzkampf ein. „Ich will gut und hart arbeiten und um meinen Platz kämpfen“, kündigte er an. Mit Christian Lell und Philipp Lahm hat er zwei Rivalen auf seiner Position, doch Sagnol findet das „klasse. Das setzt uns Spieler unter Druck, und nur unter Druck kann man besser spielen.“

Das Knie und Differenzen

Man merkt: Sagnol juckt es in den Füßen. „Ich bin vielleicht ein bisschen motivierter als vor zwei, drei Jahren“, meinte er selbst, nachdem er im letzten Jahr sieben Monate nur zuschauen konnte. Anfang April hatte er einen Knorpelschaden im rechten Knie erlitten. Ende des Jahres waren ihm dann nur noch zwei Einsätze im Regionalligateam des FC Bayern, einer davon über 90 Minuten, sowie drei Einwechslungen bei den Profis vergönnt.

Sagnol selbst hätte am liebsten schon öfter auf dem Platz gestanden, doch Ottmar Hitzfeld hielt den 30-Jährigen für noch nicht fit genug. Deswegen gab es vor der Winterpause Differenzen zwischen dem Bayern-Trainer und Sagnol, der sogar den Verein wechseln wollte. Nach intensiven Gesprächen ließ sich der Franzose aber umstimmen. „Ich habe die Meinung des Trainers akzeptiert“, sagte er jetzt mit dem Wissen, dass er „nur wegen meiner Fitness, nicht wegen meiner fußballerischen Qualitäten“ nicht öfter zum Einsatz gekommen ist.

Fleißig im Urlaub

Doch das ist Vergangenheit. „Die Probleme zwischen dem Trainer und mir liegen hinter uns“, betonte Sagnol. Jetzt konzentriert er sich wieder voll auf das Sportliche, war sogar im Urlaub fleißig. „Ich habe im Urlaub gut gearbeitet. Fast jeden Tag bin ich gelaufen und habe viel Tennis gespielt“, erzählte er, „es war wichtig für mich und mein Knie, immer in Bewegung zu bleiben.“ Probleme bereite ihm sein operiertes Gelenk keine mehr, berichtete er. Es fühle sich an „wie vor der Verletzung“.

Wie vor seiner Pause will Sagnol auch wieder Stammspieler sein - im Verein und in der französischen Nationalmannschaft, mit der er im Juni zur Europameisterschaft fahren möchte. „Man muss im Verein spielen, um für die Nationalmannschaft spielen zu können“, weiß er. Deswegen gilt seine Konzentration jetzt voll dem FC Bayern, wo er sich als erstes seinen Stammplatz zurückerobern will.

Spielen und führen

Dass dies kein Selbstläufer wird, ist ihm bewusst. „In der Hinrunde habe ich eine sehr gute Mannschaft gesehen“, sagte er. Jetzt will Sagnol als Leistungsträger und Führungsspieler dazu beitragen, dass es am Ende auch Titel zu feiern gibt. „Führen hat mit Erfahrung zu tun“, meinte der 30-Jährige, der 53 Länderspiele bestritten hat und momentan seine achte Saison im FCB-Trikot spielt. Im Training ist er bislang vorbildlich vorneweg marschiert, möglichst bald will er das auch wieder im Spiel.

Weitere Inhalte