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FCB trainiert wie Milan

Van Buyten zurück, Ribéry in Frankreich

Willy Sagnol blickte erstaunt, als er am frühen Donnerstagnachmittag vor dem Profi-Haus des FC Bayern aus seinem Auto stieg. Wenige Meter vor ihm, gleich hinter dem Zaun zum Trainingsplatz, steckte eine Stange im Erdboden, auf der oben eine Antenne steckte. Ein Kabel führte von der Antenne in ein Notebook, das daneben auf einem Holztisch lag. Neugierig näherte sich Sagnol der Szenerie und schaute fragend zu Zvonko Komes. Der Fitnesstrainer des FCB schaute vom Notebook auf und grinste. Dann erklärte er Sagnol, was er da aufgebaut hatte. Wenig später tat er das auch gegenüber fcbayern.de.

„Wir wollen das Training weiter optimieren und individualisieren“, sagte der Kroate, der seit Saisonbeginn im Trainerstab von Ottmar Hitzfeld arbeitet. Schon seit Monaten werden daher einzelne Körperwerte der FCB-Profis regelmäßig gemessen und gesammelt, um die Trainingsdosierung auf jeden einzelnen Spieler abstimmen zu können. Am Donnerstag probierten die Bayern-Trainer nun ein neues, ergänzendes System aus.

Van Buyten wieder gesund

Dabei wird der bei jedem Spieler per Brustgurt gemessene Puls über einen kleinen Sender, den die Spieler am Körper tragen, und die Antenne an ein Notebook übermittelt, das die Daten graphisch auswertet. Die Trainer sehen dann, wann ein Spieler nicht mehr in seinem optimalen Pulsbereich trainiert. „So können wir sofort, noch im Training, reagieren. Das ist ein großer Vorteil“, erklärte Komes, der diese Methode aus seiner Zeit beim AC Mailand kennt.

Ob dieses System in Zukunft auch beim FC Bayern zum Einsatz kommt, ist noch offen. Am Donnerstag wurde es erst einmal getestet. Sein Debüt feierte dabei auch Daniel van Buyten, der erstmals im neuen Jahr am Mannschaftstraining teilnahm. Der Belgier war mit einer Grippe aus dem Weihnachtsurlaub zurückgekehrt und verbrachte die letzten Tage im Bett. „Es geht mir schon besser“, sagte der Belgier fcbayern.de nach seiner ersten Einheit, „jetzt geht’s aufwärts.“

Kahn läuft, Ribéry zum zweiten Mal Vater

Weiterhin nicht im Mannschaftstraining waren am Donnerstag allerdings Oliver Kahn (Oberschenkelprellung), Zé Roberto (Bänderdehnung), Lukas Podolski (Grippe) und Franck Ribéry. Während Kahn zumindest ein paar Runden um den Platz drehte und Podolski sowie Zé Roberto die medizinische Abteilung besuchten, befindet sich Ribéry derzeit nicht einmal in München. Am Mittwoch reiste der Franzose nach Frankreich in die Nähe von Paris, wo seine schwangere Frau, drei Wochen früher als erwartet, das zweite Kind (wieder ein Mädchen) der Familie Ribéry auf die Welt brachte.

Mutter und Tochter sind wohlauf, und auch Papa Ribéry hat inzwischen seine Grippe auskuriert. Am Samstag wird der Mittelfeldspieler nach München zurückkehren und am Sonntag mit ins Trainingslager nach Marbella fliegen. Mit Lauftrainer Thomas Wilhelmi arbeitet er derweil in Frankreich an seiner Fitness.

Jansen vor Rückkehr ins Lauftraining

Gute Nachrichten gibt es auch von Marcell Jansen. Nach seiner Sprunggelenks-Operation im November befindet sich der Linksverteidiger weiterhin auf dem besten Weg der Besserung. Noch diese Woche will er die ersten Schritte auf dem Platz machen, erzählte er fcbayern.de, in Marbella will er sein Lauftraining dann langsam steigern. „Es sieht gut aus“, meinte Jansen, der hofft, noch während der Vorbereitung ins Mannschaftstraining zurückkehren zu können. Vielleicht wird auch er dann noch Bekanntschaft mit den neuesten technischen Hilfsmitteln von Zvonko Komes machen.

Für fcbayern.de berichtet: Nikolaus Heindl

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