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'Werden viel Ruhe haben'

Volle Konzentration für eine erfolgreiche Rückrunde

Als Ottmar Hitzfeld mit seiner Mannschaft am Sonntagmorgen zum Trainingslager nach Marbella abreiste, bestieg Jürgen Klinsmann am Münchner Flughafen fast zeitgleich einen anderen Lufthansa-Jet mit dem Ziel Los Angeles. In wärmeren Gefilden an der Costa del Sol will der aktuelle Bayern-Trainer die Grundlagen für eine titelreiche Rückrunde legen, sein Nachfolger wird in den nächsten Monaten im fernen Kalifornien weiter seine zukünftige Arbeit als Chefcoach des Rekordmeisters vorbereiten.

Nur ein paar Tage, nachdem Hitzfelds Abschied zum Saisonende bekannt wurde, konnten die Bayern-Bosse einen Nachfolger präsentieren und eine der wichtigsten Personalfragen der letzten Jahre in Windeseile klären. „Wir sind froh, dass das Thema vom Tisch ist und sich die Mannschaft jetzt in Marbella in Ruhe auf die Rückrunde vorbereiten kann“, sagte Uli Hoeneß am Freitag bei der Präsentation von Klinsmann. Der Manager ist überzeugt: „Ich glaube, die Arbeit für Ottmar Hitzfeld wird leichter.“

Hitzfeld glaubt an viel Ruhe

Leichter, weil keine Unruhe mehr aufkommen kann durch Spekulationen in den Medien über potenzielle Hitzfeld-Nachfolger. Aber auch die zu seiner Bundestrainer-Zeit oft kritisierte räumliche Distanz zu Deutschland sehen die Bayern-Verantwortlichen in diesem Fall als Vorteil. „Eine bessere Voraussetzung konnten wir nicht schaffen“, sagte Hoeneß. „Jürgen Klinsmann ist weit weg, nicht in der Bundesliga aktiv und muss daher nicht jeden Samstag über Bayern Auskunft geben. Wir werden viel Ruhe haben und können uns auf das Alltagsgeschäft konzentrieren“, ist Hitzfeld überzeugt,

Die volle Konzentration werden Hitzfeld und die Seinen auch brauchen, um die hochgesteckten Ziele zu verwirklich. Sowohl in der Meisterschaft, als auch im DFB-Pokal und im UEFA-Cup sind die Münchner noch dabei und „wir werden versuchen, möglichst viele Titel zu holen“, versprach Hitzfeld. „Wir tun alle gut daran, uns auf diese Saison zu konzentrieren“, forderte Hoeneß in Richtung der Medienvertreter, aber auch an die Spieler gerichtet: „Die Mannschaft weiß, wer nächste Saison Trainer wird und so haben wir eine ruhige Vorbereitung vor uns.“

Mannschaft begrüßt schnelle Lösung

Innerhalb der Mannschaft sieht man die schnelle Klärung der Trainerfrage durchweg positiv. „Ich finde es klasse, dass sich der Vorstand schnell entschieden hat“, sagte Willy Sagnol. „Wir freuen uns, dass schnell ein guter Mann gefunden wurde. Das sorgt für Ruhe im Verein“, erklärte Schweinsteiger.

Einen Autoritätsverlust für Hitzfeld durch den Abschied am Saisonende befürchtet beim FC Bayern niemand. „Ich mache mir auch überhaupt keine Sorgen. Das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer ist total intakt“, betonte Hoeneß und wurde in dieser Einschätzung vom derzeit verletzten Marcell Jansen bestätigt: „Ottmar Hitzfeld ist nicht irgendwer. Er ist eine Riesenpersönlichkeit und es ist für uns junge Spieler eine Ehre unter ihm zu spielen.“ Philipp Lahm sagt am Samstag Ähnliches.

Kapitän Kahn will ganz genau hinschauen

Kapitän Oliver Kahn sieht sich und seine Kollegen sogar unter ganz besonderer Beobachtung: „Der Verein wird im nächsten halben Jahr ganz genau hinschauen, was hier passiert. Aber ich kann versprechen, dass es sich hier keiner auch nur in Ansätzen erlauben kann, etwas langsamer zu machen, weil Ottmar Hitzfeld am Saisonende nicht mehr Trainer ist. Dafür werden ich und die anderen Führungsspieler schon sorgen, damit wir Erfolg haben.“

Hitzfeld blickt seinem letzten Halbjahr auf der Trainerbank des FC Bayern jedenfalls zuversichtlich entgegen. „Die Arbeit macht hier nach wie vor sehr viel Spaß und ich hoffe, dass die nächsten Monate von Freude geprägt sein werden.“ Das wünscht ihm auch sein Nachfolger. Klinsmann sagte: „Ich werde mich bis zum 1. Juli zurückhalten und wünsche Ottmar Hitzfeld viel Glück und Titel.“

Für fcbayern.de berichtet: Dirk Hauser

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