präsentiert von
Menü
Trotz Personalsorgen

Aberdeen auf den Spuren von 1983

Alex McLeish, Gordon Strachan, Willie Miller, Neil Simpson, John Hewitt - in Aberdeen kennt sie jedes Kind. 1983 waren sie Teil jener Mannschaft um den jungen Trainer Sir Alex Ferguson, die dem FC Aberdeen die bis heute größte Sternstunde seiner bald 105-jährigen Vereinsgeschichte bescherte: den Triumph im Europapokal der Pokalsieger. Im Viertelfinale warfen die „Dons“ damals den FC Bayern aus dem Wettbewerb. Der 3:2-Sieg im Rückspiel (0:0 in München) gilt bis heute als das beste Spiel, das Aberdeen jemals gesehen hat. Jetzt kommt der FC Bayern erneut ins Pittodrie-Stadion - für Aberdeen ist es das größte Spiel seit dem Triumph vor 25 Jahren.

„Wenn wir ein Unentschieden gegen Bayern erreichen oder sie sogar schlagen, können wir unsere eigene kleine Geschichte schreiben“, sagte Trainer Jimmy Calderwood (im Bild), unter dem sich der Verein in der vergangenen Saison erstmals nach vier Jahren wieder für den Europapokal qualifiziert hat. Im Schatten des UEFA-Cup-Duells mit dem FC Bayern wurden selbst die beiden deftigen Niederlagen zuletzt (1:4 gegen Dundee, 1:5 gegen Celtic) schnell abgehakt. „Vor so einem großen Spiel wird es nicht schwierig sein, meine Jungs wieder aufzurichten“, meinte Calderwood.

Kampf und Mut

„Wir müssen diese beiden Spiele vergessen“, forderte Stürmer Lee Miller, mit acht Toren der Toptorjäger der „Dons“ in der schottischen Premier League. Die Gelegenheit gegen einen europäischen Topklub zu spielen, bekomme man nicht jedes Jahr, meinte der 24-Jährige. „Deswegen müssen wir diese Chance bis zur letzten Minute auskosten.“ Für den FC Bayern bedeutet das: Aberdeen wird kämpfen bis zum Umfallen.

„Wir sind krasser Außenseiter“, meinte Calderwood, der den FC Bayern beim Auswärtsspiel in Rostock beobachtete. „Ich war vor allem in der ersten Halbzeit beeindruckt. Bayern war eine Klasse besser als Rostock“, berichtete er. Die Leistung der Münchner in der zweiten Halbzeit hat dem Aberdeen-Trainer aber Mut gemacht. „Ich habe genug gesehen, um zu wissen, dass sie kein leichtes Spiel bei uns haben werden.“

Personalsorgen in Aberdeen

Sorgen bereiten Calderwood vor der Partie vor allem seine eigenen Spieler. Mit Richie Byrne, Jamie Smith, Derek Young, Jackie McNamara und Richard Foster fallen fünf Stammspieler verletzt aus. Zudem muss Calderwood auf Stuart Duff verzichten, da laut UEFA-Statuten höchstens drei von vier Winter-Neuverpflichtungen (Josh Walker, Alan Maybury Dave Bus) eingesetzt werden dürfen. Am Mittwoch meldeten sich wenigstens die angeschlagenen Barry Nicholson, Zander Diamond, Darren Mackie und Andrew Considine fit.

„Uns fehlen aber immer noch fünf wichtige Spieler“, betonte Calderwood, der daher voll auf den Heimvorteil setzt. „Mit unseren leidenschaftlichen Fans im Rücken könnte es ein denkwürdiger Europacup-Abend werden“, glaubt er. Seit fünf Heimspielen sind die Schotten im UEFA-Cup unbesiegt, im laufenden Wettbewerb holten sie im Pittodrie-Stadion einen Sieg (4:0 gegen den FC Kopenhagen) und zwei Remis (0:0 gegen Dnepropetrovsk, 1:1 gegen Lokomotive Moskau).

Eine neue Erfolgsgeschichte

Diese Serie soll auch gegen den FC Bayern bestehen bleiben, damit die Fans nach 25 Jahren endlich wieder einen unvergesslichen Abend erleben. „Die Leute hier reden immer noch über die glorreichen Zeiten“, erzählte Calderwood, „wenn wir gewinnen, wird eine neue Generation ihren Enkelkindern immer von dem Abend erzählen können, als Aberdeen Bayern geschlagen hat.“

Weitere Inhalte