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’Ein tolles Fußballspiel’

Bayern überzeugt vom Weiterkommen

Pflicht erfüllt, die Kür erfolgt im Rückspiel. Mit einem 2:2 (1:2)-Unentschieden beim FC Aberdeen hat sich der FC Bayern eine gute Ausgangsposition für das Erreichen des Achtelfinales im UEFA-Cup verschafft und damit das Minimalziel der Dienstreise in den Nordosten Schottlands erreicht. „Ich bin überzeugt, dass wir Aberdeen im Rückspiel in München klar schlagen werden“, sagte ein nicht unzufriedener Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld nach dem Schlusspfiff im Pittodrie-Stadion.

„Wir haben gute Voraussetzungen geschaffen, die nächste Runde zu erreichen. Darum geht es in einem Europacup-Auswärtsspiel“, erklärte Manager Uli Hoeneß nach 90 kurzweiligen Minuten und einem alles in allem gerechten Unentschieden, das den Bayern die Tür zur Runde der letzten 16 weit aufgestoßen haben sollte. „Mit dem 2:2 im Rücken sollten wir die nächste Runde schaffen“, glaubt Hoeneß.

Mannschaft flog sofort nach München

„Die Ausgangsposition ist toll“, sagte Vorstand Karl Hopfner später im Bayern-Quartier „The Marcliffe“. Hitzfeld und seine Mannen hatten wie zuvor schon geplant unmittelbar nach dem Spiel die Heimreise nach München angetreten, um eine bessere Regeneration vor der nächsten Bundesliga-Aufgabe am Sonntag bei Hannover 96 zu gewähren.

Eine Maßnahme, die nach den 90 Minuten „Fußball pur“ (Hopfner) in Aberdeen sicherlich umso mehr Sinn machte. „Es war ein tolles Spiel mit allem, was britischer Fußball ausmacht“, befand Hoeneß. Angetrieben von der phantastischen Stimmung im altehrwürdigen Pittodrie schwangen sich die „Dons“ zu einer Leistung auf, die nach den jüngsten deutlichen Niederlagen in der Liga (1:5 gegen Celtic) und im Ligacup (1:4 gegen Dundee) selbst so mach eingefleischter schottischer Fan kaum für möglich gehalten hatte. Die Lokalpresse schrieb am nächsten Tag von „einer weiteren glorreichen Europacup-Nacht“ für die „Dons“.

Ärgerliche Gegentore

„Die Schotten haben total überrascht mit ihrer Klasse, die sie gezeigt haben“, gestand Hoeneß. Gleich zwei Mal waren die Hausherren durch Josh Walker (24.) und Sone Aluko (41.) gegen die von Beginn an optisch überlegenen Münchner in Führung gegangen. Bei beiden Treffern sah die Münchner Defensive nach langen Bällen der Schotten „nicht besonders gut aus“, wie Hoeneß zugeben musste. „Die zwei Gegentore sind ärgerlich, weil sie vermeidbar waren. Da haben wir zu unkonzentriert agiert“, sagte Miroslav Klose, Torschütze zum 1:1 (29.). „Natürlich dürfen wir die zwei Tore nicht bekommen“, kommentierte Marcell Jansen, der nach dreimonatiger Verletzungspause ein gutes Comeback feierte.

Unter schwierigen äußeren Bedingungen - am Morgen des Spiels wurde der ohnehin schon tiefe Platz im „Pittodrie“ zusätzlich gewässert worden - machten die Bayern dennoch das Beste raus, zeigten „Kampfgeist und Moral“ (Hitzfeld), verpassten es aber vielleicht, nach dem Ausgleich von Hamit Altintop (55.) noch zielstrebiger auf Sieg zu spielen „Es war heute ein schweres Spiel für uns. Es gab sehr viele Zweikämpfe und der Boden war eine Katastrophe“, sagte Zé Roberto, wie schon am Sonntag gegen Bremen einer der Besten beim FCB.

Schon ein 0:0 reicht fürs Viertelfinale

„Die Mannschaft hat heute aber gezeigt, dass wir auch in einem Kampfspiel bestehen können. Wir sind zufrieden mit dem Resultat“, so der Brasilianer weiter, der überzeugt ist: „Im Rückspiel wird es ganz anders, da können wir auf einem guten Platz besseren Fußball spielen. Wir haben eine große Möglichkeit zum Weiterkommen.“ Schon ein 0:0 oder 1:1 würde dazu reichen.

Belenenses, Belgrad, Braga und nun Aberdeen - alle vier bisherigen Auswärtsspiele im UEFA-Cup hatten eines gemein: Schlechte Platzverhältnisse und einen bis in die Haarspitzen motivierten Gegner, für den die Begegnung gegen den FCB das absolute Highlight der letzten Jahre war. „Eine kleine Strafe muss ja sein, wenn man im Jahr vorher in der Bundesliga nur Vierter geworden ist. Da muss man irgendwann für büßen“, sagte Hoeneß, der der „Abenteuer-Tour“ im UEFA-Cup aber auch etwas Positives abgewinnen konnte: „Das ist für unsere Mannschaft ganz gut, damit sie sich für die Zukunft merkt, dass man sich so was nicht mehr antun sollte.“

Für fcbayern.de in Aberdeen: Dirk Hauser

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