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'Es wird höchste Zeit'

Bayern will Arena-Fluch vertreiben

Es gibt wohl keine Mannschaft in der Bundesliga, gegen die der FC Bayern so eine schwache Auswärtsbilanz hat wie der FC Schalke 04. Von bislang 37 Partien in Gelsenkirchen endeten lediglich acht mit einem Münchner Sieg, 18 Mal teilten beide Teams die Punkte, elf Mal gewannen die „Knappen“. Der letzte Sieg der Bayern „auf Schalke“ liegt mittlerweile sogar schon fast neuneinhalb Jahre zurück. Am 17. Oktober 1998 gab es einen 3:1-Erfolg für den Rekordmeister.

Als dann die Schalker im Sommer 2001 vom alten Parkstadion in ihre neue Arena umzogen, wurde für den FCB die Fahrt ins Ruhrgebiet noch unrentabler. Sechs Spiele, vier Niederlagen und zwei Remis bei einem Torverhältnis von 4:12 - auf der VELTINS-Arena scheint für die Bayern ein Fluch zu lasten.

Hitzfeld mit vier Niederlagen

„Wir haben da noch nie gewonnen, von daher wird es höchste Zeit“, sagte Trainer Ottmar Hitzfeld vor der Partie am Samstag. Wenn er als Trainer auf der Bank saß, setzte es für den FCB bisher nur Niederlagen in der Arena. Am Samstag hat er nun die letzte Gelegenheit, diese Negativserie zu unterbinden. „Von der Wahrscheinlichkeit her wird die Chance immer größer, dass wir dort gewinnen“, ist sich Hitzfeld sicher. „Für die Bayern ist es sicherlich ein großer Anreiz, endlich in der Veltins-Arena drei Punkte einzufahren“, weiß S04-Manager Andreas Müller.

Für den FC Bayern geht es am Samstag natürlich nicht nur darum, den vermeintlichen Arena-Fluch zu vertreiben. „Wir wollen unseren Punktevorsprung halten“, betonte Hitzfeld. Vier Zähler liegt die Hitzfeld-Truppe nach dem 21. Spieltag vor Werder Bremen und jeweils sechs vor Bayer Leverkusen und dem Hamburger SV. Beide Nordklubs genießen an diesem Wochenende Heimrecht. Werder empfängt Borussia Dortmund, der HSV trifft auf Eintracht Frankfurt, Leverkusen gastiert beim VfL Bochum.

Ribéry soll Angriffsspiel beleben

„Es interessiert mich eigentlich nicht, wer dahinter kommt. Wichtig ist, dass wir eine gute Leistung bringen“, sagte Hitzfeld. Negative Nachwehen der 120minütigen Pokalschlacht gegen die Löwen am Mittwoch erwartet er nicht. „Körperlich war es eine Strapaze, aber psychologisch gesehen ein Happy End. Das gibt Mumm und Moral“, ist sich Hitzfeld sicher. Zudem wird er einige Frische Kräfte ins Rennen schicken, „deswegen werden wir Samstag wieder dagegenhalten können.“

Und das wird auch nötig sein. „Wir wissen, dass wir auf großen Widerstand stoßen werden“, ist sich Hitzfeld sicher. Auch Franck Ribéry erwartet „ein sehr umkämpftes Spiel“. Der Franzose wird nach zuletzt zwei Einwechslungen am Samstag erstmals wieder von Beginn an auflaufen. Hitzfeld erwartet sich durch die Rückkehr des Franzosen eine Wiederbelebung des zu Beginn der Saison so erfolgreich gespielten Kombinationsfußballs. „Durch ihn wird sich einiges verändern."

FCB mit zu vielen langen Bällen

Denn zuletzt sah der Bayern-Coach viel zu viele lange und hohe Bälle schon aus der eigenen Abwehr heraus. „Ich war auch nicht zufrieden mit den Flanken und dem letzten Pass, über die Flügel ist unser Spiel verbesserungswürdig. Da müssen wir wieder Fortschritte machen“, forderte der „General“.

Personell werden die Bayern ohne große Sorgen am Freitag nach Gelsenkirchen aufbrechen. Mark van Bommel muss eine Sperre absitzen, aber Martin Demichelis wird nach áuskuriertem Muskelfaserriss wieder zum Kader gehören, auch mit dem Einsatz von Miroslav Klose (Fußprellung) rechnet Hitzfeld fest. Der Bayern-Coach will die Unruhen im Umfeld der Schalker nach zuletzt zwei Liga-Niederlagen und den öffentlichen Diskussionen um Trainer Mirko Slomka „ausnutzen. Dann haben wir auch auf Schalke die Chance, nicht nur einen Punkt zu holen sondern einen Sieg.“

Für fcbayern.de berichtet: Dirk Hauser

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