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Revier-Derby bis Superclasico

Die Derby-Erfahrungen der Bayern-Profis

„Das Derby wird als ein Ereignis im Mannschaftssport verstanden, bei dem zwei stark rivalisierende Sportvereine einer Region aufeinander treffen.“ So lautet die Begriffs-Erklärung bei der freien Internet-Enzyklopädie „Wikipedia“. „Solche Ereignisse haben für die Anhänger der betroffenen Vereine eine hohe Bedeutung, da es hier beispielsweise um die Vorherrschaft in einem Bezirk oder einer Stadt geht“, heißt es da weiter.

FC Bayern gegen den TSV 1860 ist also ein klassisches Stadt-Derby (der Begriff Derby stammt übrigens aus einem mittelalterlichen „Sportereignis“ in der englischen Region Derbyshire). Am Mittwochabend tragen die „Roten“ und die „Blauen“ bereits zum 204. Mal die inoffizielle Münchner Stadtmeisterschaft aus.

Im Revier dreht sich alles um Fußball

Aber nicht nur in München gibt es Derbys. Ein wahrer Derby-Klassiker ist das „Old Firm“ in Glasgow zwischen den Rangers und Celtic. Auch das Mailänder Derby AC gegen Inter gehört zu den heißesten Duellen dieser Art. fcbayern.de hat sich den Kader des FC Bayern einmal genauer angeschaut und mit einigen Spielern gesprochen, die bei ihren früheren Vereinen ihre ganz speziellen Derby-Erfahrungen gemacht haben.

Wie zum Beispiel Hamit Altintop. Mit dem FC Schalke 04 erlebte er mehrfach das Revier-Derby gegen Borussia Dormund. „Für dieses Spiel haben sich alle interessiert, auch diejenigen, die keine Ahnung vom Fußball haben. Egal, was sonst auf der Welt war: Das Derby war Thema Nummer eins. Da hat, glaube ich, auch keiner gearbeitet“, erinnert sich der in Gelsenkirchen geborene Türke.

Jansen genoss die Derby-Atmosphäre

„Königsblau“ gegen „Schwarz-Gelb“ gehört heutzutage sicherlich zu den emotionalsten Derbys in Deutschland, „da haben die Leute alle anderen Probleme hinten angestellt und nur noch mit ihrer Mannschaft mitgefiebert“, erklärt Altintop, der 2003 sein Bundesligadebüt ausgerechnet gegen den BVB feierte und dabei auch gleich zwei Treffer erzielte. In der letzten Saison verspielte er mit Schalke durch ein 0:2 in Dortmund den Meistertitel.

Stimmungsvoll geht es immer auch bei den Derbys zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln zu. „In der Woche zuvor steigt die Spannung bei allen Beteiligten immer extrem. Alle reden dann von einem Sechs-Punkte-Spiel“, erinnert sich Marcell Jansen an seine Gladbacher Duelle mit den Domstädtern. Der Nationalspieler genoss stets die „besondere Atmosphäre im Stadion. Meistens waren es keine schönen, aber sehr spannende Spiele. Und es ist immer viel Brisanz dabei, auf dem Platz geht es oft ordentlich zur Sache.“

Derby in Buenos Aires kein Kinderspiel

Aus Kölner Sicht hat Lukas Podolski mehrfach dieses Derby erlebt. „Die Spiele gegen Gladbach waren immer etwas ganz Besonderes und sehr wichtig für den FC. Man merkte schon lange im Vorfeld ein Kribbeln und spürte die hohen Erwartungen bei den Fans“, sagte der „Nationalspieler“, der 2004 in seiner ersten Bundesliga-Saison mit dem Siegtreffer zum 1:0 sogar ein echter Derby-Held war.

Derby-Erfahrung der besonderen Art kann Martin Demichelis aus seiner Zeit bei River Plate Buenos Aires vorweisen. Im „Superclásico“, dem Duell mit dem Lokalrivalen Boca Juniors, geht es seit jeher heiß her. „Das kann man mit dem Münchner Derby nicht vergleichen“, sagt „Micho“, „das ist oft blanker Hass.“

Ribéry will Fans einen Sieg schenken

Dass sich Fans beider Lager auf der Tribüne mischen sei „unvorstellbar“. Und wer das Derby verliert, traut sich kaum noch auf die Straße. „Du wirst dann auch als Spieler von den eigenen Fans beschimpft, und von den gegnerischen sowieso.“ Demichelis freut sich bereits auf das 204. Münchner Derby und hofft, selbst dabei zu sein. „Mir gefallen diese Spiele, bei denen Charakter und Leidenschaft gefragt sind.“

Franck Ribéry hat bislang erst die Erfahrung eines Freundschaftsderbys gemacht. „Den neuen Spielern wie Franck Ribery, Luca Toni muss man noch Nachhilfe geben, was es bedeutet, gegen 60 zu spielen“, glaubt Ottmar Hitzfeld. „Ich kenne derartig Spiele aus Frankreich und der Türkei“, sagte hingegen Ribéry, der schon richtig heiß auf diese Partie ist: „Die Fans sind mit ganzem Herzen dabei und wollen unbedingt gewinnen. Deswegen ist es mir so wichtig, am Mittwoch die Löwen zu schlagen. Das wäre wie ein Geschenk für die Fans.“

Für fcbayern.de berichtet: Dirk Hauser

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