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Historischer Hattrick

Dreifacher Toni jagt die Kanone

Vor bald 17 Jahren, im Juni 1991, hat Hans Dorfner den FC Bayern verlassen, vor 14 Jahren, 1994, hat er seine Fußballerkarriere beendet, doch bis heute geisterte der ehemalige deutsche Nationalspieler noch in den Statistiken des FC Bayern herum. Dorfner hatte nämlich den letzten Hattrick für den FC Bayern in der Bundesliga erzielt: am 29. April 1989 gegen Hannover. Am Sonntag, den 17. Februar 2008, erneut in Hannover, wurde er abgelöst. 19 Jahre nach Dorfners Dreierpack hat wieder einer dreifach getroffen im FCB-Trikot: Luca Toni.

Beim Auswärtsspiel in Hannover erzielte der Italiener in der zweiten Halbzeit alle Tore zum 3:0 (0:0)-Erfolg des FC Bayern. Glückwünsche gab er nach dem Schlusspfiff an die gesamte Mannschaft weiter. „Wenn jemand drei Tore erzielt, ist das auch ein Verdienst der ganzen Mannschaft“, sagte Toni nach seinem historischen Hattrick, „Bayern München hat viel Geld für mich ausgeben, das versuche ich mit Toren zurückzuzahlen.“

Herausragende Statistik

Genau das hat er bisher eindrucksvoll gemacht. Der Dreierpack in Hannover war die Krönung einer bislang herausragenden Saisonleistung des Angreifers. 26 Spiele hat Toni für den FC Bayern in Bundesliga, UEFA-Cup und DFB-Pokal bestritten und war dabei an 30 Toren beteiligt. 22 Mal traf er selbst, acht weitere Tore hat er vorbereitet. Mit 13 Treffern ist er auf Platz eins der Torschützenliste der Bundesliga, im UEFA-Cup führt er die Wertung gemeinsam mit Henrik Larsson und Razak Omotoyossi von Helsingborg an (jeweils sechs Tore).

„Er macht aus keiner Chance ein Tor und wenn er dann glasklare hat wie heute, dann macht er sie erst recht“, ist Uli Hoeneß sehr zufrieden mit der bisherigen Ausbeute Tonis. Der FCB-Manager war nicht einmal besonders überrascht, dass Toni Dorfner als Hattrick-Schütze abgelöst hat. „Wir haben schon erwartet, dass er zwischendurch solche Tage hat wie heute.“

Bayern voll des Lobes

Schon im Training werde deutlich, dass Toni „ein besonderer Spieler“, erzählte Bastian Schweinsteiger. „Da sind von zehn Flanken neun drin und einer geht an die Latte.“ Die Vollstrecker-Qualitäten des Italieners begeistern auch Oliver Kahn: „Es gibt so genannte Vorrundenspieler, die immer groß in der Vorrunde aufspielen - aber die Rückrunde ist das Entscheidende, da geht es um alles, da werden die Titel gewonnen. Gott sei dank trifft Luca auch in der Rückrunde und bleibt konstant.“

Auch Ottmar Hitzfeld war nach dem Hannover-Spiel, in dem Toni mit Abstand die meisten Torschüsse aller Spieler auf dem Platz abgegeben hatte (7), voll des Lobes: „In der zweiten Halbzeit ist Luca Toni über sich hinausgewachsen.“ Luca sei ein Wettkampfspieler, „der immer 100 Prozent gibt. Er hat Killerinstinkt, ist Weltmeister und war Torschützenkönig in Italien. In der Bundesliga knüpft er an die Leistung aus Italien an.“

Die Torjägerkanone im Visier

Toni selbst macht keinen Hehl daraus, dass er jetzt auch in Deutschland die Torjägerkanone gewinnen will. Ob es sein Ziel sei, in dieser Saison Torschützenkönig zu werden, wurde der 30-Jährige nach dem Hannover-Spiel gefragt. „Ja“, antwortete der Italiener auf Deutsch, und fuhr in seiner Muttersprache fort: „Ich will Torschützenkönig werden, aber wichtiger ist die Meisterschaft mit dem FC Bayern. Dafür möchte ich so viele Tore wie möglich machen.“ Hannover soll dafür nur eine Zwischenstation gewesen sein..

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