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Tabellenführung ausgebaut

'Es ist überhaupt nichts passiert'

Die große Chance, der Konkurrenz zu enteilen und eine kleine Vorentscheidung im Titelrennen herbeizuführen wurde zwar vertan, der Vorsprung auf die Verfolger aber immerhin um einen Punkt ausgebaut. Auch nach dem unter dem Strich enttäuschenden 1:1 (0:0)-Unentschieden im Spitzenspiel gegen den Hamburger SV bleibt der FC Bayern auf Meisterschaftskurs und strebt einem Start-Ziel-Sieg entgegen.

„Natürlich sind wir nicht zufrieden, dass wir zwei Punkte verloren haben“, zeigte sich Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld nach 90 temporeichen und hart umkämpften Minuten in einem „Spitzenspiel auf hohem Niveau“ enttäuscht über die Punkteteilung mit dem Tabellen-Dritten aus der Hansestadt. „Wir waren die bessere Mannschaft und hatten die klareren Torchancen. Aber wenn man dem Gegner ein Tor schenkt, muss man am Schluss auch mal mit einem Punkt zufrieden sein, auch wenn unter dem Strich ein Unentschieden zu wenig ist.“

Nicht Trübsal blasen

Ähnlich sah das auch Uli Hoeneß: „Ein bisschen enttäuscht sind wir natürlich, dass wir nicht weggezogen sind. Mit einem Sieg hätten wir sicherlich eine gewisse Vorentscheidung schaffen können. Das ist uns nicht gelungen, deshalb müssen wir weiter arbeiten“, meinte der Manager des Rekordmeisters, betonte aber: „Es ist überhaupt nichts passiert, wir haben nach wie vor eine gute Ausgangsposition. Wir sollten jetzt nicht Trübsal blasen.“

Wie schon vor zwei Wochen beim Remis gegen Werder Bremen mussten sich Oliver Kahn & Co. im erneuten Gipfeltreffen mit einem Punkt begnügen. Für den FC Bayern war es das achte Remis überhaupt aber auch das fünfte in der wieder einmal ausverkauften Allianz Arena. „Wir haben von 35 Pflichtspielen nur ein Spiel verloren. Das ist eine grandiose Leistung“, rückte Mannschaftskapitän Oliver Kahn am Montag die Verhältnisse zurecht.

Killerinstinkt fehlt

Der 38 Jahre alte Torhüter vermisst bei seiner Mannschaft im Moment die fehlende Konsequenz, die im Titelkampf notwendig ist, um auch die Spiele gegen die direkten Konkurrenten erfolgreich zu gestalten. „Wir brauchen noch mehr diesen Killerinstinkt, nach einem 1:1 gleich ein 2:1 zu machen, um der anderen Mannschaft den Knockout zu versetzen“, sagte Kahn. Und Hoeneß ergänzte: „Wir schaffen es derzeit nicht, den Sack zuzumachen.“

Wieder einmal hatte der FC Bayern in allen relevanten Statistiken die Nase vorne. Doch im Torabschluss offenbarte der Tabellenführer erneut Schwächen. So blieb es Zé Roberto vorbehalten, mit seinem vierten Saisontreffer in der 66. Minute den Punktgewinn für die Münchner zu sichern. Zuvor hatte Ivica Olic (60.) - begünstigt durch einen kapitalen Schnitzer des ansonsten souveränen Lucio - die einzige echte Torchance der Gäste zur überraschenden Führung verwertet.

FCB zeigt gute Moral

„Wenn man solche Spitzenspiele entscheiden will, darf man nicht solche Fehler machen“, kritisierte Hitzfeld, nahm aber seinen brasilianischen Abwehrchef auch in Schutz: „Lucio hatte nicht seinen besten Tag. Aber wenn man 70 Spiele hat im Jahr, kann man auch mal einen schlechten Tag haben.“ Positiv bewertete Hitzfeld, dass seine Elf nach dem Rückstand „gute Moral“ gezeigt und umgehend zurückgeschlagen hat.

Gerne würde sich Hoeneß „für unsere Nerven, für unser allgemeines Wohlbefinden manchmal ein bisschen zurücklehnen.“ Auf der anderen Seite sei es aber „vielleicht gut, dass es nicht so ist, für die Ziele, die wir noch haben“, so Hoeneß weiter, der dann doch noch recht zufrieden die Allianz Arena verließ. „Es wäre natürlich beruhigend für uns gewesen, jetzt sechs Punkte Vorsprung zu haben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Solange wir oben sind und alles in der eigenen Hand haben, habe ich keine Sorge.“

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