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Zwei Gesichter

FCB erfüllt Pflichtaufgabe zum Auftakt

Das dicke Ende folgte spät in der Nacht. Ursprünglich hatte die Delegation des FC Bayern nach dem Rückrundenauftakt in der Bundesliga beim FC Hansa Rostock kurz nach Mitternacht wieder zurück in München sein wollen. Doch weil sie nicht rechtzeitig in der Hansestadt starten konnte, wäre die bis 0.30 Uhr erteilte Landegenehmigung in München nicht eingehalten worden. Und so schlugen sich Oliver Kahn & Co. bis um vier Uhr die Nacht um die Ohren, ehe es wieder gen Heimat ging.

Immerhin blieb dem Rekordmeister am Rostocker Flughafen genügend Zeit, um das vorangegangene Spiel beim Tabellen-15. zu analysieren und sich über den hart erkämpften aber durchaus verdienten 2:1 (2:0)-Erfolg im ersten Punktspiel des Jahres zu freuen. „Es war das erste Spiel und dann gleich gegen Rostock, wo man drei Punkte holen muss“, zeigte sich Trainer Ottmar Hitzfeld „sehr zufrieden“ mit dem Ergebnis. „Wir haben drei Punkte geholt, das war das Ziel.“

Doping für Rostock

Allerdings war der Sieg seiner Mannschaft vor 29.000 Zuschauern im Rostocker Ostseestadion letztendlich ein hartes Stück Arbeit. Führte der Herbstmeister nach der ersten Halbzeit durch die Treffer von Franck Ribéry (11. Minute) und Luca Toni (43.) noch ungefährdet mit 2:0, so riss spätestens nach dem Rostocker Anschlusstreffer durch Enrico Kern (52.) der Faden. Der elfte Saisonsieg stand bis zum Ende auf der Kippe.

„In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt und hätten klarer führen müssen“, kritisierte Hitzfeld die mangelnde Chancenauswertung seiner Elf. „Normalerweise müssen wir in der Halbzeit schon 3:0 oder 4:0 führen“, pflichtete ihm Willy Sagnol, der erstmals seit zehn Monaten wieder ein komplettes Bundesligaspiel bestritt, bei. Nach dem 1:2 aber hätten die Gastgeber „wie verwandelt“ gespielt, so Hitzfeld, „der Anschlusstreffer war Doping für Rostock.“

Schwerstarbeit bei Standards

Ohne den zur Halbzeit wegen einer Oberschenkelverhärtung ausgewechselten Ribéry agierte der FCB „etwas nervös“, wie Hitzfeld erkannte. „Wir hätten es uns leichter machen können, wenn wir in der zweiten Halbzeit nicht so früh das Gegentor kassiert hätten. Da hat es dann einige Zeit bei uns gebrannt. Vor allem bei Standards hatten wir Schwerstarbeit zu verrichten.“

Doch auch wenn seine Mannschaft spielerisch nicht an die ersten 45 Minuten anknüpfen konnte („Wir haben nicht mehr Fußball gespielt, nur noch lange Bälle geschlagen“), so überzeugte sie ihren Trainer wenigstens durch Einsatzwillen und Kampfgeist. „Mit der kämpferischen Leistung bin ich zufrieden, mit der spielerischen Leistung nicht“, brachte Hitzfeld die 90 Minuten auf den Punkt und meinte: „Wir haben heute zwei Gesichter gezeigt.“

Rhythmus finden

„Es war uns klar, dass das ein Kampfspiel werden wird. Das hat die zweite Halbzeit bestätigt“, teilte auch Bayern-Kapitän Oliver Kahn die Meinung seines Vorgesetzten. Im ersten Durchgang habe man bewiesen, dass „wir gut spielen können“, so Kahn. Und Miroslav Klose ergänzte: „Wir müssen daran arbeiten, unser Spiel über 90 Minuten zu finden.“

Und das am besten schon in der nächsten Begegnung am 10. Februar, wenn Verfolger Werder Bremen zu Gast in der Allianz Arena ist. „Wir müssen jetzt erst mal den Rhythmus wieder finden. Gegen Bremen werden wir sicherlich anders spielen“, kündigte Hitzfeld an.

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