präsentiert von
Menü
Englische Wochen

Hitzfeld nutzt die ganze Kaderstärke aus

Der Tanz auf drei Hochzeiten geht für den FC Bayern unvermindert weiter. Nach dem souveränen Achtelfinal-Einzug im UEFA-Pokal gegen den FC Aberdeen stehen nun mit den beiden Heimspielen gegen den Hamburger SV und den TSV 1860 München zwei weitere schwere Aufgaben in Bundesliga und DFB-Pokal bevor. Diese drei Partien bilden den Auftakt zu den Englischen Wochen, die den Rekordmeister - bei optimalem Verlauf - nun bis zum letzten Spieltag am 17. Mai bevorstehen.

Viel Arbeit also für die Spieler des Rekordmeisters und deren Trainer Ottmar Hitzfeld, der in Anbetracht des dicht gedrängten Terminplans künftig seinen gesamten Kader ausschöpfen wird. Gegen Aberdeen beispielsweise änderte er seine Mannschaft gegenüber dem 3:0-Erfolg in Hannover gleich auf vier Positionen. Die zuletzt stark beanspruchten Zé Roberto, Philipp Lahm, Miroslav Klose und der leicht angeschlagene Bastian Schweinsteiger erhielten eine kleine Verschnaufpause, für sie spielten Marcell Jansen, Lukas Podolski, Andreas Ottl und Youngster Toni Kroos.

Jeder kann spielen

„Wenn wir alle Finals erreichen, haben wir bis Saisonende 24 Spiele. Das schaffen wir nicht mit 11, 12, 13 Spielern“, begründete der „General“ diese Maßnahme. „Wir haben einen starken Kader, da kann jeder spielen. Von daher ist es ganz normal, dass der eine oder andere mal eine Pause bekommt“, so Hitzfeld weiter. Es sei jetzt die Zeit gekommen, „in der wir 15, 16, 17 Spieler brauchen werden. Man muss haushalterisch umgehen mit den Kräften, wir werden weiter rotieren.“

„Heute war es vollkommen in Ordnung, dass Ottmar so rotiert hat“, pflichtete auch Manager Uli Hoeneß seinem Trainer bei. Die von Hitzfeld ins Rennen geschickten Spieler machten ihre Sache ausnahmslos gut bis sehr gut. Allen voran Podolski, der seine UEFA-Cup-Tore drei und vier erzielte. „Es freut mich für ihn, dass er erfolgreich war“, sagte Hitzfeld. Der Nationalstürmer sei von Anfang gut im Spiel gewesen, „er hat sich gut bewegt, war anspielbar und hat gut kombiniert. Er hat sich weiterentwickelt.“

Englische Wochen sind super

Auch Toni Kroos wusste auf der linken Mittelfeldseite zu überzeugen, vor allem bei seinen Freistößen und Ecken wurde es immer wieder gefährlich im schottischen Strafraum. „Er hat heute alle Hoffnungen erfüllt, die wir in ihn setzen“, lobte Hoeneß das 18 Jahre alte Ausnahmetalent, das das Hitzfeld’sche Rotationsprinzip befürwortete. „Englische Wochen sind super, da hat man mehr Chancen zu spielen“, meinte Kroos und verriet sogleich sein Erfolgsgeheimnis: „Wir können nur im Training Gas geben und Druck von hinten machen, und dann im Spiel die Zeit nutzen.“

Das taten auch Marcell Jansen, der vor allem in der ersten Halbzeit bei seinen Vorstößen immer wieder Bekanntschaft mit den körperlich aggressiven und wenig zimperlichen Schotten machte, sowie Andi Ottl, der als Zé-Roberto-Ersatz im defensiven Mittelfeld gewohnt sicher seine Aufgabe erfüllte. „Der Trainer macht das im Moment gut. Wir rotieren ein bisschen und haben trotzdem Erfolg. So muss es weitergehen“, lobte auch Willy Sagnol, vor einer Woche in Aberdeen selbst ein „Opfer“ der Rotation.

Der zweite Anzug sitzt

So dürfte die wichtigste Erkenntnis für Hitzfeld aus dem 5:1-Erfolg gegen Aberdeen gewesen sein, dass auch der so genannte „zweite Anzug“, sofern beim FC Bayern davon überhaupt die Rede sein kann, passt. „Ich gehe davon aus, dass jeder den anderen ersetzen kann. Deshalb sind wir sehr stark“, freute sich Hitzfeld angesichts der Qual der Wahl. Und so ist schon jetzt abzusehen, dass die Mannschaft auch am Sonntag gegen den HSV ein anderes Gesicht haben wird, als noch gegen Aberdeen.

Weitere Inhalte