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Heißes Pokal-Derby

Hitzfeld: 'Wir müssen eiskalt spielen'

Noch kein Derby-Sieg in der Allianz Arena, vier Spiele in Folge gegen die „Blauen“ nicht gewonnen - mit der jüngsten Derby-Statistik hält man sich beim FC Bayern nicht lange auf. „Wir hatten 'nur' Freundschaftsspiele“, relativierte Philipp Lahm die Ergebnisse der letzten Duelle. Dennoch sind die Bayern am Mittwoch besonders heiß, wenn es im Viertelfinale des DFB-Pokals zum Derby gegen den TSV 1860 München kommt (ab 20.15 Uhr im Liveticker auf fcbayern.de). „Das ist ein kleiner Stachel, der immer noch tief steckt“, sagte Ottmar Hitzfeld, „und den wollen wir jetzt rausziehen.“

Es ist das 204. Münchner Lokalderby und das erste Pflichtspiel des FC Bayern gegen die „Löwen“ seit fast vier Jahren (24. April 2004). Da gibt es laut Uli Hoeneß nur eine Forderung: „Gewinnen. Es gibt keine Ausreden, dass es ein Freundschaftsspiel ist, diesmal geht es um ernste Geschichten. Es gibt keine Entschuldigung, wenn man gegen einen Zweitligisten im Pokal ausscheidet. Alles andere als ein Weiterkommen wäre eine riesige Enttäuschung.“

Eiskalte Bayern

Gedanken an ein mögliches Ausscheiden verschwendet man an der Säbener Straße ohnehin nicht. „Wir sind klarer Favorit, wollen ins Halbfinale und unserem Ziel Berlin wieder einen Schritt näher kommen“, sagte Hitzfeld, der die Partie „sehr, sehr ernst“ nimmt. „Wir haben große Chancen, hier einen Titel zu holen - das wollen wir uns nicht nehmen lassen.“

Doch ein Selbstläufer wird der Einzug ins Pokal-Halbfinale nicht, dessen sind sich die Bayern bewusst. Franck Ribéry erwartet „eine Schlacht mit viel Aggressivität“, Philipp Lahm „ein brisantes Spiel“. Die „Löwen“ hätten nichts zu verlieren, meinte Hitzfeld, der seine Mannschaft auf ein Kampfspiel gegen den Tabellensiebten der Zweiten Liga einstellt. „Fehlende Klasse kann man mit Kampfgeist wett machen“, warnte der FCB-Cheftrainer, „wir dürfen uns nicht provozieren lassen, sondern müssen eiskalt spielen mit dem einen Ziel, das Spiel für uns zu entscheiden.“

Heiße 'Löwen'

Dass die „Blauen“ den „Roten“ ein Bein stellen wollen, das verhehlte man an der Grünwalder Straße vor der Partie nicht. „Meine Jungs sind richtig heiß“, sagte 1860-Trainer Marco Kurz, „wir wollen das Unmögliche wahr machen. Wir wollen ins Halbfinale.“ Und das soll über den Kampf gelingen. „Wir werden es nur mit Emotionen schaffen, mit Begeisterung und Leidenschaft“, meinte Sportdirektor Stefan Reuter, „wir werden rennen, wir werden kämpfen wie die Löwen.“

Von den bisherigen vier Ligaspielen nach der Winterpause hat 1860 allerdings nur eines gewonnen, drei Mal erzielten die „Löwen“ kein Tor. Nach den Ausfällen von Berkant Göktan, Markus Schroth und Antonio Di Salvo drückt die „Blauen“ nämlich gerade im Sturm der Schuh. Auch am Mittwoch wird das Trio fehlen, zudem ist der Einsatz von Rechtsverteidiger Fabian Johnson fraglich. Dafür kehren die zuletzt gesperrten Verteidiger Gregg Berhalter und Markus Thorandt in die Kurz-Elf zurück.

Ribéry zurück

„Am Mittwoch wird von den Problemen der Sechzger nichts zu spüren sein, die werden um ihr Leben rennen“, meinte Hoeneß. Ottmar Hitzfeld glaubt, dass es seine Mannschaft wieder einmal mit einem „Abwehrbollwerk“ zu tun bekommen wird. Kopfzerbrechen bereitet dem FCB-Trainer derweil die eigene Aufstellung. Der Einsatz der angeschlagenen Bastian Schweinsteiger, Martin Demichelis und Breno ist fraglich. Zudem ließ Hitzfeld offen, ob Ribéry nach überstandenem Muskelfaserriss erstmal wieder in der Startelf stehen wird.

Aber egal, wer spielt - „jeder will zeigen, dass wir der Verein Nummer eins in München sind“, meinte Lahm, der als einer von drei gebürtigen Münchnern im FCB-Kader besonders motiviert in das Spiel geht. „Wir Münchner haben Sechzger im Freundeskreis. Bei einer Niederlage kann man sich bei denen bis zum nächsten Derby nicht mehr blicken lassen.“

Sieg für die Fans

Aber auch alle anderen Bayern sind heiß auf das Duell Rot gegen Blau. „Wir wollen unbedingt gewinnen, das schulden wir unseren Fans“, betonte Ribéry, der am Mittwoch sein erstes „wahres Derby“ (Karl-Heinz Rummenigge) erleben wird. In der Allianz Arena wollen die Bayern dann für klare Verhältnisse sorgen. Hitzfeld sagte: „Es gibt nur einen großen Klub hier in der Stadt.“ Und der ist Rot.

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