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Karriereplanungen

Hoeneß will über Kahn nachdenken

Wenn man Oliver Kahn in diesen Tagen bei der Arbeit beobachtet, gewinnt man nicht den Eindruck, dass da einer vor seinen letzten Monaten als Fußballprofi steht. Im Training ein bisschen langsamer machen? Von wegen! Kahn haut sich bei jeder Einheit wie eh und je voll rein und schont weder sich noch seine Mitspieler. Auch in den bisherigen Pflichtspielen seit der Winterpause hat Kahn einen hochkonzentrierten und topmotivierten Eindruck hinterlassen.

Und wenn es sein muss, setzt der mittlerweile 38-jährige Schlussmann auch mal ein Zeichen auf Kosten einer Gelben Karte. So wie beim Pokalspiel gegen Wuppertal am Dienstagabend in der Schalke-Arena. Kurz nach dem 2:2-Ausgleichstreffer des Drittligisten schlug er einen ersten Ball auf die Tribüne, und feuerte anschließend einen zweiten Mitten aufs Spielfeld. Dabei schimpfte Kahn wie ein Rohrspatz.

Hitzfeld setzt auf Kahn

Ähnliches Bild am Freitagabend in Rostock, als Enrico Kern zunächst am überragend reagierenden Kahn scheiterte, im zweiten Anlauf dann unbedrängt 1:2 einschieben konnte. Mit vom stürmischen Wind zerzausten Haaren haderte er lautstark mit seinen nicht nachsetzenden Mitspielern. „Das Gegentor war ärgerlich, gerade wenn man vorher gut gehalten hat“, sagte der dreimalige Welttorhüter nach dem Schlusspfiff und betonte mit Nachdruck: „Es war ganz wichtig, dass wir das erste Spiel gewinnen.“

An ihm soll es jedenfalls nicht liegen, dass diese Saison am Ende vielleicht titellos für ihn und den FC Bayern endet. „Man versucht für ein paar Monate noch einmal alles aus sich herauszuholen“, sagte Kahn schon während des Trainingslagers in Marbella. Trainer Ottmar Hitzfeld setzt in der Rückrunde noch einmal besonders auf seinen Kapitän und Anführer. „Ich habe selten einen Spieler wie Olli Kahn erlebt: Wenn er auf den Fußballplatz geht, schont er sich nicht, er hängt sich immer voll rein.“

Fußball-Auszeit nach Karriereende

„Vom Körpergefühl könnte ich noch vier bis fünf Jahre spielen“, sagte Kahn nach dem gewonnenen Rückrundenauftakt. „aber das lassen wir lieber.“ Im Sommer wird der ehemalige Nationalkeeper seine Torwarthandschuhe unwiderruflich an den Nagel hängen. Wie es danach weitergeht, weiß er noch nicht genau. „Es gibt viele Perspektiven, die sich für mich auftun. Aber ich halte es für verkehrt, sich festlegen zu lassen.“

Eine Auszeit vom Fußball wird sich Kahn definitiv gönnen. „Man muss die Dinge verarbeiten, anderes sehen, ein bisschen raus in die Welt. 20 Jahre Torwart zu sein ist eine anstrengende Geschichte, und ich werde mir in Ruhe die Frage beantworten: Brauche ich noch einmal etwas so Anstrengendes?“

Hoeneß will Kahn beim FCB einbinden

Falls Kahn dem Fußball erhalten bleiben will, kann er sich wohl auch mal mit Uli Hoeneß zusammensetzen. „Ich glaube, wir tun gut daran, irgendwann darüber nachzudenken, Oliver in irgendeiner Form bei uns einzubinden“, sagte der FCB-Manager am Freitag in Rostock. Vor ein paar Jahren schon hatte er Überlegungen, Kahn eventuell als seinen Nachfolger aufzubauen „Solche intelligente und clevere Burschen wachsen nicht auf den Bäumen“, erklärte Hoeneß.

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