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Oliver Kahn:

'Machen zu wenig aus unserer Überlegenheit'

Die Partie gegen Werder Bremen begann für Oliver Kahn mit einem Gegentor. Schon in der sechsten Minute bezwang Diego den FCB-Schlussmann. Danach trieb der Kapitän seine Mannschaft von hinten heraus nach vorne, war einmal mehr ein Vorbild an Leidenschaft und Einsatzwille. So hatte auch Kahn seinen Anteil am 1:1-Endstand. Nach dem Schlusspfiff stand er dann den Fragen der Reporter Rede und Antwort. fcbayern.de fasst die Kahns Aussagen zusammen:

Frage: Wie bewerten Sie das 1:1 gegen Werder Bremen?
Kahn: „Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass das 1:1 schmeichelhaft für Bremen ist. Wir haben die Nackenschläge der ersten Halbzeit sehr gut verarbeitet. Das 0:1, die eine oder andere Abseitsentscheidung, den verschossenen Elfmeter, da haben wir sehr gute Moral gezeigt und haben das 1:1 gemacht. In der zweiten Halbzeit habe ich von Bremen überhaupt nichts mehr gesehen, dafür am Ende eine sehr dominierende Bayern-Mannschaft. Das ist unser Problem, wir machen aus der Überlegenheit einfach zu wenig.“

Frage: Was bedeutet das Ergebnis für die Liga?
Kahn: „Das muss man sehen. Wir sind drei Punkte vor Bremen, fünf vor dem Dritten. Wir haben alles in der Hand, wir müssen einfach nur aus unserer Überlegenheit, die wir in fast jedem Spiel haben, das eine oder andere Tor mehr machen, dann werden wir souverän Meister.“

Frage: Hat Franck Ribéry so stark gefehlt, dass der FC Bayern die Überlegenheit nicht entscheidend nutzen konnte?
Kahn: „Wir haben genug Kreativ-Spieler, genug Spieler, die auch entscheidende Pässe, entscheidende Situationen machen können. Aber man hat nicht das Gefühl, dass wir aus einem Freistoß oder einem Eckball ein Tor erzielen können, damit man so ein Spiel umbiegt und gewinnen kann. Das ist das Problem, wir spielen zwar gefällig und auf ein Tor, aber machen einfach zu wenig draus.“

Frage: Was ist nach dem Treffer zum 1:1 in der ersten Halbzeit passiert, als Sie aus Ihrem Tor stürmten und die Gelbe Karte sahen?
Kahn: „Klar kann man da die Gelbe Karte geben. Im Spiel sind viele Emotionen und dazu gehört eine Aggressivität. Das hat doch mit Fußball nichts zu tun, wenn man alles unterbinden will. Der eine zieht sein Trikot aus und ist gesperrt, der andere läuft aus dem Tor und kriegt Gelb, was wollen wir denn? Wollen wir lauter Lämmchen auf dem Platz rumlaufen haben, die emotionslos ihren Job machen? Da sollte man mal drüber nachdenken, ob manche Gelben Karten wirklich sinnvoll sind.“

Frage: Wer wird denn die Temperaments-Rolle übernehmen, wenn Sie am Saisonende nicht mehr dabei sind?
Kahn: „Jede Mannschaft braucht solche Spieler wie Mark van Bommel oder mich, die mit der Körpersprache deutlich machen, was los ist, wie es abgehen muss auf dem Platz, die eine gewisse Aggressivität haben. Leute, die sich auch mal nicht scheuen, unpopuläre Dinge auf dem Platz zu machen. Das ist wichtig, und wenn man weiter für jeden Käse Gelbe Karten kriegt, ist doch klar, dass man sich immer mehr zurückhält.“

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