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Auswärtsspiel Teil 9

Oliver Kahns Erinnerungen an Schalke 04

Es ist seine 21. Profisaison und zugleich seine letzte. Mit 38 Jahren hat Bayern-Kapitän Oliver Kahn das Ende seiner langen und überaus erfolgreichen Sportlerkarriere vor Augen. Weit über 500 Bundesligaspiele hat der dreimalige Welttorhüter des Jahres in den letzten 20 Jahren bestritten, die Hälfte davon in des Gegners Stadion. Vor seinen 17 letzten Auswärtsspielen in der Bundesliga blickt Kahn auf fcbayern.de noch einmal auf den jeweiligen Gegner zurück und erinnert sich an besondere Augenblicke, skurrile Situationen, aber auch an sportlich emotionale Momente. Neunte Station: Schalke.

Kahns Erinnerungen an Schalke 04:

„Schalke 04? Da war doch was? Die vielleicht einprägsamste Erinnerung in Zusammenhang mit dem FC Schalke 04 ist - allerdings losgelöst von meinen Spielen in Gelsenkirchen - mit Sicherheit unsere Last-Minute-Meisterschaft in der Saison 2000/01, als sich die Schalker schon für vier Minuten als Deutscher Meister wähnten, ehe Patrik Andersson uns in Hamburg mit seinem Freistoßtor in der Nachspielzeit noch zum Titelgewinn schoss.

Ansonsten war Schalke eigentlich immer ein nicht so gutes Pflaster, auch für mich persönlich. Im alten Parkstadion gab es für uns wenigsten ab und zu noch etwas zu holen, aber seitdem S04 in der neuen Arena spielt, war es für uns immer schwierig. Ich habe dort nur einmal mit der Nationalmannschaft und vor ein paar Wochen im Pokal gegen den Wuppertaler SV gewonnen. Einmal waren wir ganz nah dran: Vor zwei Jahren, in der Saison 2005/06, haben wir 1:0 geführt und dann in der 90. Minute einen Elfmeter zum 1:1 bekommen.

Eigentlich war Schalke für uns in den letzten Jahren das, was früher Kaiserslautern war. Da hat Paul Breitner mal gesagt: Da fahren wir nicht mehr hin, wir schicken die Punkte mit der Post. Es hat sich in den letzten Jahren immer mehr eine Konkurrenzsituation zwischen Schalke und Bayern aufgebaut, wobei die ganze Rivalität aus meiner Sicht vor allem von der Meisterschaftsentscheidung 2001 herrührt und davon geprägt ist.

Besonders bitter aus unserer Sicht war das 1:5 im ersten Duell nach dem dramatischen Saisonfinale. Es war das erste Spiel gegen uns in der neuen Arena, die Schalker waren an dem Tag topmotiviert, der Stachel saß noch tief. Hinzu kommt, dass die Zuschauer in der Arena immer dermaßen aufgeheizt sind, das spielt alles immer mit rein. So waren die Spiele in Gelsenkirchen immer geprägt von großen Emotionen, da ging es meistens ordentlich zur Sache, was sich auch in der Zahl der Gelben und Roten Karten niederschlug.

Eine kleine Anekdote fällt mir noch ein. Ich werde sicherlich nicht als großer Sprücheklopfer in die Bundesligageschichte eingehen, aber mit Schalke wird auch immer der Satz: „Eier, wir brauchen Eier“ in Verbindung gebracht. Das war in der Saiosn 2003/04, wir verloren mit 0:2 und sind damals dort dermaßen ängstlich aufgetreten, dass bei mir nach dem Spiel aus der Emotion heraus dieser legendäre Spruch gefallen ist. Und auch wenn Fußball kein Wunschkonzert ist: Zum Abschluss wäre es natürlich sensationell, wenn ich mich mit einem Sieg aus Gelsenkirchen verabschieden könnte.“

Nächste Station: Cottbus

(Anm. d. Red.: Aufgrund einer Ellenbogen-Verletzung und einer internen Sperre konnte Oliver Kahn die Auswärtsspiele in Bochum, Dortmund und Berlin nicht bestreiten.)

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