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Der große Frust

Van Bommel: 'Es war mein Fehler'

Als sich Mark van Bommel durch die Mixed Zone der Allianz Arena auf den Nachhauseweg machte, hatte er sich längst wieder beruhigt. „Es tut mir leid“, sagte er in die unzähligen Mikrofone der Reporter, die ihm entgegengehalten wurden. „Der Schiedsrichter hat gut gepfiffen, hätte in dieser Situation vielleicht mehr Fingerspitzengefühl zeigen können, aber seine Entscheidung ist aber okay. Es war mein eigener Fehler.“ Van Bommel wusste: Die Gelb-Rote Karte, die der Holländer in der Nachspielzeit des Spitzenspiels gegen den Hamburger SV (1:1) kassiert hatte, fällt ganz klar in die Kategorie „vermeidbar“.

„Das war total überflüssig“, ärgerte sich Ottmar Hitzfeld, dass er nun im nächsten Spitzenspiel am kommenden Samstag beim FC Schalke 04 auf seinen Mittelfeldantreiber verzichten muss. Nachdem Van Bommel eine umstrittene Gelbe Karte gesehen hatte, hatte er Schiedsrichter Lutz Wagner beklatscht. Daraufhin verwarnte ihn der Unparteiische regelkonform zum zweiten Mal - die Folge: Gelb-Rot.

Hitzfeld kündigt Geldstrafe an

„Von einem erfahrenen Spieler muss man verlangen, dass er die Nerven bewahrt, auch nach einer unberechtigten Gelben Karte. Das muss man akzeptieren und nicht applaudieren. Das war eine Undiszipliniertheit, die ich nicht dulden werde“, sagte Hitzfeld und kündigte eine Geldstrafe gegen Van Bommel an.

Gleichzeitig hatte der „General“ aber auch Verständnis. „Es war ja strittig, wer in dieser Situation überhaupt Foul macht. Und dann kriegt Mark die Gelbe Karte.“ Van Bommel habe genau gewusst, dass er jetzt auf Schalke gesperrt sei, glaubt Hitzfeld. „Das hat ihn unheimlich aufgeregt und dann ist er explodiert.“

Frust gegen sich selbst

Das berichtete auch Van Bommel selbst. „Wenn man durch so eine Situation eine Gelbe Karte kriegt und das Spitzenspiel auf Schalke verpasst, wo man vielleicht die Meisterschaft gewinnen kann, dann ist der Frust sehr hoch“, erklärte der Holländer seine Klatsch-Reaktion. „Das Klatschen kann man als doof anrechnen“, meinte er, „aber wenn man selbst Fußball gespielt hat, kann man das vielleicht ein bisschen verstehen.“

Falsch verstehen könnte man hingegen die Geste, die Van Bommel - unbemerkt vom Schiedsrichter - nach seinem Klatschen machte. Wie in der vergangenen Saison beim Champions-League-Achtelfinale in Madrid ließ er sich zu einer abfälligen Armbewegung hinreißen. Doch die sei nicht gegen den Schiedsrichter gerichtet gewesen, betonte Van Bommel. „Das war für 100-prozentig für mich gedacht“, erklärte er.

Schalke ohne Jones

Frustriert verließ Van Bommel schließlich die Allianz Arena. Beim Spiel auf Schalke - wo übrigens auch die Gelsenkirchener mit Jermain Jones auf einen Gelb-Rot-gesperrten Spieler verzichten müssen - wäre er nur zu gern dabei gewesen. Die Ein-Spiel-Sperre wird ihn daher mehr treffen als die von Hitzfeld angekündigte Geldstrafe.

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