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Wer ersetzt Ribéry?

'Wir sind auch ohne Franck stark genug'

Mit ihren grün-weißen Schals und Jacken gaben sie sich keine Mühe, unerkannt zu bleiben. Ganz offen standen die Fans von Werder Bremen am Freitagmittag auf dem Vereinsgelände des FC Bayern. Spione aus dem Norden? Das könnte man fast meinen, denn wie die Anhänger des FC Bayern dürfte auch Werder-Trainer Thomas Schaaf vor dem Nord-Süd-Gipfel am Sonntag vor allem eine Frage bewegen: Wer spielt beim FC Bayern anstelle des verletzten Franck Ribéry?

FCB-Chefcoach Ottmar Hitzfeld lässt sich vor dem Duell mit dem Tabellenzweiten nicht in die Karten schauen. „Ich möchte jetzt nicht über Personalien sprechen“, wiegelte er alle Fragen nach dem Ribéry-Ersatz ab. „Die Aufstellung ist noch nicht gemacht, wir haben verschiedene Möglichkeiten.“

Schweinsteiger oder Sosa?

Klar ist lediglich, wie diese Möglichkeiten heißen. Bastian Schweinsteiger zum Beispiel. „Wir werden sehen, wie er spielt, wo er spielt, ob links, ob rechts“, antwortete Hitzfeld ausweichend auf die Frage nach einem Einsatz des 23-Jährigen, der beim Bundesligaauftakt vor einer Woche in Rostock wegen einer Gelbsperre zuschauen hatte müssen.

Ein weiterer Kandidat für die Position im linken Mittelfeld ist José Sosa. „Wir müssen erst einmal abwarten, in welcher Verfassung er ist“, sagte Hitzfeld. Der Argentinier kehrte nach dem Länderspiel in Los Angeles erst am Freitagnachmittag auf den Trainingsplatz in München zurück. In Rostock lief Sosa im rechten Mittelfeld auf. „Er hat gut gespielt“, meinte der FCB-Trainer, der den 22-Jährigen in der Vorbereitung aber auch im linken Mittelfeld eingesetzt hatte.

Kroos oder Podolski?

Dort durfte sich in den Winter-Testspielen auch die dritte Ribéry-Alternative, Toni Kroos, erproben. Oliver Kahn hätte „keine Bedenken“ den Jungprofi, der in der Hinrunde zwei Mal in der Startelf gestanden hatte, im Spitzenspiel von Beginn an zu bringen. „Toni hat schon oft gezeigt, dass er problemlos von Anfang an spielen kann“, sagte Kahn.

Um einen Platz in der Stammelf kämpft auch Kandidat Nummer vier, allerdings im Sturm. Lukas Podolski hat aber bereits bewiesen, dass er auch im linken offensiven Mittelfeld spielen kann. Zuletzt kam er dort am vergangenen Mittwoch beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in Österreich (3:0) zum Zug und bereitete einen Treffer vor. „Klar, will ich spielen. Wenn ich auf dem Platz stehe, bringe ich auch meine Leistung und mache meine Tore“, ist Podolski heiß auf weitere Einsätze.

Heiß, aber ruhig

Das gilt im Übrigen für alle Bayern, die sich Hoffnung machen, Ribérys Position einzunehmen. „Im Training sieht man, dass alle heiß sind. Jeder will zeigen, dass er zu unrecht auf der Bank sitzt“, berichtete Miroslav Klose, „der Spieler, der die Position besetzt, wird brennen.“

Die Bayern lassen sich daher von Ribérys Ausfall nicht verrückt machen. „Franck ist natürlich ein wichtiger Spieler für uns. Aber ich glaube, wir haben so viel Qualität in unserer Mannschaft, dass wir auch ohne Franck jederzeit auf allerhöchstem Niveau spielen können“, meinte Kahn.

Genügend Kreativität im Team

Damit lag der FCB-Kapitän ganz auf der Linie von Trainer Hitzfeld. „Das ist natürlich eine Schwächung. Einen Weltklassespieler wie Franck kann man nicht gleichwertig ersetzen“, sagte der Chefcoach, „aber wir sind auch ohne Franck Ribéry stark genug, um Bremen zu schlagen.“

In der Offensive sei die Mannschaft nämlich nicht abhängig von Ribéry, betonte Hitzfeld. „Franck ist weltklasse im Eins-gegen-Eins oder Eins-gegen-Zwei. Aber von der Kreativität her haben wir genügend andere Spieler, die den Ball laufen lassen und entscheidende Pässe spielen können. Da ist mir nicht bange.“ Die Statistik gibt dem FCB-Cheftrainer recht: Vier Spiele hat Ribéry bislang verpasst, keines davon hat der FCB verloren (3 Siege, 1 Remis).

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