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'Ein mühsamer Kick'

Bayern froh, dass 'nichts passiert ist'

Schlecht gespielt, die dritte Saisonniederlage gerade noch abgewendet und doch irgendwie gewonnen: Trotz des 1:1 (0:1)-Unentschiedens im bayrischen Derby beim 1. FC Nürnberg durfte sich der FC Bayern am Ende des Tages als der große Sieger des 26. Spieltages fühlen, da auch die Verfolger des souveränen Tabellenführers ihre Partien nicht gewinnen und den Rückstand auf den Rekordmeister somit nicht verkürzen konnten.

„Es ist natürlich schön, dass wir, bei der Blöße die wir uns gegeben haben, nicht verloren sondern sogar gewonnen haben“, frohlockte Bayern-Manager Uli Hoeneß nach dem 50. Bundesliga-Duell mit dem „Club“ im mit 46.780 Zuschauern ausverkauften Nürnberger WM-Stadion. Bei fünf ausstehenden Heimspielen und drei Auswärtsspielen habe der FCB eine „Super-Ausgangsposition“, so Hoeneß, der von einem „perfekten Spieltag“ sprach. „Wir sind froh, dass nichts passiert ist.“

Sand im Getriebe

Auch Trainer Ottmar Hitzfeld freute sich angesichts der Patzer der Konkurrenz. „Für uns ist es optimal gelaufen“, meinte der „General“, der damit auch schon die positiven Aspekte des Spieltags abhakte und schnell zur Manöverkritik seiner Mannschaft überging. „Es war ein mühsamer Kick heute. Wir haben ein schwaches, ein schlechtes Spiel gemacht“, kritisierte Hitzfeld und fand auch schnell eine Begründung für die schwache Vorstellung seiner Elf: „Ich habe das Gefühl gehabt, dass viele Nationalspieler sehr, sehr müde waren.“

Sieben Spieler aus der Startelf waren unter der Woche im Länderspieleinsatz und bekamen gegen aggressive und engagierte Nürnberger „kein Bein auf den Boden“, bemerkte Hitzfeld. „Ribéry war einer der müdesten Spieler auf dem Platz. Da hat man einfach gesehen, dass die Länderspiele unheimlich viel Substanz gekostet haben.“ Zwar hätte der FCB nach furiosem Start schon in den ersten Minuten führen können - Luca Toni vergab nach 13 Sekunden eine glänzende Gelegenheit -, danach jedoch sei „viel Sand im Getriebe“ gewesen. „Man hat gesehen, dass die Spritzigkeit gefehlt hat.“

Ein Blitz aus heiterem Himmel

Dieser Meinung schloss sich auch Hoeneß an. „Die Spieler kämpfen alle um die Plätze in ihren Nationalmannschaften und hauen sich am Mittwoch rein wie die Wahnsinnigen. Das Ergebnis haben wir heute gesehen.“ So legte der Tabellenvorletzte aus Nürnberg mit zunehmender Spielzeit den Respekt vor dem Nachbarn ab und ging in der 44. Minute durch „einen Sonntagsschuss“ (Hitzfeld) von Zvjezdan Misimovic nicht unverdient in Führung.

„Das 1:0 kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel“, ärgerte sich Hitzfeld über den Gegentreffer kurz vor der Pause weniger über „Zwetschges“ Tor als viel mehr über „einen amateurhaften Fehler im Abwehrbereich“, der dem Treffer des Ex-Münchners vorausging. „Da hatten wir einen Blackout.“ Erst nach einer deutlichen Halbzeitansprache (Hitzfeld: „Ich war schon sauer, es kann nicht sein, dass man beim Länderspiel ein oder zwei Kilometer mehr läuft als bei uns“) und der Einwechslung von Lukas Podolski agierte der FCB mit mehr Zug nach vorne.

Am Ende zufrieden

Belohnt wurde der FC Bayern erst in der 81. Minute durch Podolskis erstes Bundesligator seit fast einem Jahr. „Es war heute schwierig. Die Nürnberger haben gut gespielt, sie waren aggressiv und sind viel gelaufen. Es war das erwartet harte Spiel, wie so ein Derby nun mal ist“, meinte der Torschütze und freute sich über seinen Treffer: „So kann es weitergehen.“

Und so machte sich der Bayern-Tross nach einem vermeintlichen Rückschlag im Titelrennen doch noch recht zufrieden auf die Heimreise. „Am Ende war das Ergebnis für beide Seiten akzeptabel“, meinte Hoeneß. Auch Hitzfeld konnte mit der Punkteteilung gut leben: „Das 1:1 ist sicherlich verdient, damit können wir zufrieden sein.“

Für fcbayern.de in Nürnberg: Carsten Zimmermann

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