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Nur ein Ausrutscher

Bayern haken zweite Saisonniederlage ab

Es waren Szenen mit einem gewissen Symbolcharakter. Immer wieder hatten die Profis des FC Bayern mit Standproblemen zu kämpfen, ein ums andere Mal rutschten sie weg und mussten dem Gegner im Zweikampf den Ball überlassen. Am Ende leistete sich der deutsche Rekordmeister seinen ersten Ausrutscher im UEFA-Pokal: Eine 1:2 (1:2)-Heimniederlage im Achtelfinal-Rückspiel gegen den RSC Anderlecht, die nach dem 5:0-Erfolg im Hinspiel den Viertelfinaleinzug allerdings nicht in Gefahr brachte.

„Wir haben uns souverän für das Viertelfinale qualifiziert, trotzdem stinkt es mir ein bisschen, dass wir heute verloren haben“, zeigte sich Trainer Ottmar Hitzfeld nach dem Spiel in der fast ausverkauften Allianz Arena unzufrieden mit dem Resultat. „Gegen Anderlecht zu Hause zu verlieren, ist bitter, vor allen Dingen, weil wir trotzdem die besseren Spieler auf dem Platz hatten.“

Viele Chancen, ein Tor

Gleich neun neue Leute hatte Hitzfeld im Vergleich zum Bundesliga-Spiel gegen den Karlsruher SC aufgeboten, was man seiner Elf allerdings zu Beginn kaum anmerkte. Wie die Feuerwehr legten Sosa, Ottl, Podolski & Co. los und erspielten sich in der Anfangsphase gleich ein halbes Dutzend aussichtsreicher Möglichkeiten. Eine davon nutzte Ersatz-Kapitän Lucio in der 8. Minute zur Münchner Führung.

„Die ersten 20 Minuten haben wir sehr gut gespielt und hatten viele Torchancen, die wir auch teilweise leichtsinnig vergeben haben“, meinte FCB-Manager Uli Hoeneß hinterher. Man habe jedoch versäumt, „gleich zwei, drei zu null zu führen“, so Hoeneß weiter. „Und dann ist klar, wenn man 5:0 im ersten Spiel gespielt hat, dass es dann schwierig ist mit der Motivation. Dann ist die Spannung nicht so groß.“

Überraschungsmoment hat gefehlt

Anstatt mit zwei oder drei Treffern in Führung zu liegen, kassierte der Bundesliga-Tabellenführer quasi aus dem Nichts den Ausgleich durch den agilen Serhat Akin (20.). „Wir sind es einfach zu leicht angegangen. Wir haben gut angefangen, aber haben dann abgebaut, viele Abspielfehler gehabt und uns selbst durch unser Spiel verunsichert“, brachte es Miroslav Klose auf den Punkt. „Wir haben uns selbst aus dem Spiel raus gebracht.“

Das sah auch Hitzfeld so. „Nach dem 1:0 haben wir mit dem Direktspiel aufgehört und haben den Ball mit drei, vier, fünf Kontakten vorangetrieben. Dadurch hat das Überraschungsmoment gefehlt. Alles, was wir uns vorgenommen haben, ist dann in der ersten Halbzeit etwas im Sand verlaufen“, analysierte der „General“, der in der 36. Minute Anderlechts Führungstreffer durch Aleksandr Iakovenko mit ansehen musste.

Zweite Saisonniederlage

„Der Gegner war sehr ambitioniert, die haben sich sehr reingehängt“, lobte Hoeneß den belgischen Meister und nahm sogleich seine Akteure nach der zweiten Niederlage im 37. Pflichtspiel ein wenig in Schutz: „Wenn du merkst, da kann nicht viel passieren und Samstag ist wieder das nächste Spiel in Cottbus, da ist klar, dass man da einen Gang zurückschaltet. Da ist es schwierig, sich so richtig heiß zu machen.“

Immerhin konnte Hitzfeld aus dem folgenlosen „Betriebsunfall“ gegen den RSC „wichtige Erkenntnisse“ für die nächsten Spiele sammeln. „Es war eine Chance für viele Spieler von Anfang an zu spielen. Viele haben heute, als es ernst oder kritisch wurde, Nerven gezeigt. Das hat mir nicht so gut gefallen.“ Allerdings betonte Hitzfeld, dass die große Anzahl an Änderungen angesichts des komfortablen Vorsprungs „eine Ausnahme“ war.

Leistungsträger kehren zurück

Schon am Samstag in Cottbus wird Hitzfeld wieder auf Leistungsträger wie Oliver Kahn, Franck Ribéry, Martin Demichelis und Luca Toni setzen. Und so sagte Mark van Bommel: „Es ist nicht gut, wenn man 2:1 verliert, nachdem man 5:0 gewonnen hat. Es hört sich ein bisschen komisch an, aber besser man verliertjetzt als Samstag. Da kann man der Meisterschaft wieder einen Schritt näher kommen.“

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