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DFB-Pokal-Halbfinale

Bayern wollen 'mit aller Macht nach Berlin'

Nichts wird mehr dem Zufall überlassen. Mit höchster Konzentration gehen die Bayern am Mittwochabend in das DFB-Pokal-Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg (ab 20.15 Uhr im FCB-Liveticker), für das sie sogar noch einmal Elfmeterschießen trainiert haben. „Wir wollen mit aller Macht nach Berlin“, sagte Ottmar Hitzfeld, für den es in der Partie nicht nur um den Finaleinzug geht, sondern nach zwei Niederlagen in Folge auch um Wiedergutmachung. „Wir wollen uns rehabilitieren und die Fans glücklich machen.“

Zum 20. Mal stehen die Münchner am Mittwoch im Pokalhalbfinale, zum 16. Mal wollen sie das Endspiel erreichen, um dort zum 14. Mal den „Pott“ in Empfang zu nehmen. „Berlin ist unser großes Ziel und immer ein Highlight in der Saison“, weiß Hitzfeld um den besonderen Reiz des Endspiels im Berliner Olympiastadion. Lukas Podolski ist überzeugt, dass der FC Bayern am Mittwoch wieder sein wahres Gesicht zeigen wird: „Viele von uns waren noch nicht in Berlin - morgen wird sich jeder zerreißen.“

FCB erwartet kampfbereite 'Wölfe'

Das erwartet auch Hitzfeld. Als Team auftreten, entschlossen nach vorne spielen und aggressiv in die Zweikämpfe gehen - das forderte der Bayern-Coach nach zwei Niederlagen zuletzt von seiner Mannschaft für das Halbfinale gegen den Bundesligarivalen: „Ich hoffe, dass wir wieder eine klare Linie im Spiel haben und in der Defensive sehr kompakt stehen, um Wolfsburg keine Konterchancen zu geben.“

Dass die Niedersachsen den Bayern allerdings einen großen Kampf bieten werden, das wissen die Münchner auch. „Es wird sehr, sehr schwer, ähnlich wie gegen 1860“, sagte Oliver Kahn, der davon überzeugt ist, dass Wolfsburg „alle Kräfte und Hebel“ in Bewegung setzen wird, um zum zweiten Mal nach 1995 nach Berlin zu fahren. Wie bedeutend das Halbfinale für die „Wölfe“ ist, zeigt allein die Tatsache, dass ein Großteil der VfL-Geschäftsstelle zum Spiel in der Allianz Arena anreisen wird.

Wolfsburg in Top-Form

Als Warnung vor Wolfsburg genügt den Bayern aber auch ein Blick auf die Saisonergebnisse des VfL. Unter ihrem neuen Trainer Felix Magath, der vor seiner Zeit in Wolfsburg mit dem FC Bayern zwei Pokalsiege (2005, 2006) gefeiert hat, zeigen die „Wölfe“ gerade gegen Spitzenklubs ihre Zähne. Weder Hamburg, noch Schalke oder Bremen konnte bislang in der Bundesliga gegen die Magath-Elf gewinnen, auf dem Weg ins Pokalhalbfinale schaltete der VfL bereits den HSV und Schalke aus.

Erst am vergangenen Sonntag feierten die Wolfsburger einen 1:0-Auswärtssieg in Bremen und avancierten dadurch zum aktuell besten Rückrundenteam der Liga. „Felix Magath hat Großartiges geleistet, man muss ihm ein Riesenkompliment machen“, meinte Hitzfeld, der die Stabilität der „Wölfe“ besonders herausstellte. „Früher war die Wolfsburger Mannschaft nur in der Offensive stark, jetzt ist sie auch in der Defensive stark verbessert.“

Van Bommel und Demichelis zurück

Magath selbst hielt vor der Rückkehr an seine alte Arbeitsstätte Allianz Arena den Ball flach. „Alles andere als ein Finaleinzug wäre für die Bayern eine absolute Blamage. Wir können uns abschminken, dass sie uns unterschätzen“, sagte der VfL-Trainer, dessen Familie noch immer in München wohnt. Am Mittwoch hofft er auf „eine Leistung wie in Bremen. Unser Abwehrzentrum war gut organisiert und strukturiert. Dann sind wir eine unangenehme Mannschaft und man muss uns erstmal schlagen.“

Um den „Wölfen“ den Zahn zu ziehen, kommt den Bayern auf jeden Fall entgegen, dass sie fast in Bestbesetzung antreten können. Luca Toni (Gelb-Rot-gesperrt) und Willy Sagnol (Nackenprobleme) fallen zwar aus, dafür kehren der in den letzten Ligaspielen gesperrte Mark van Bommel und der zuletzt suspendierte Martin Demichelis in den Kader zurück. „Wir müssen richtig Gas geben“, forderte Kahn vor dem letzten DFB-Pokal-Halbfinale seiner Karriere. Die Mannschaft will ihrem Kapitän noch einmal das Endspiel ermöglichen. Bastian Schweinsteiger machte klar: „Wir haben Heimrecht, wir sind der FC Bayern, wir wollen ins Finale.“

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